Gangelt - Tenor ist eine klare Absage an das Fracking

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Tenor ist eine klare Absage an das Fracking

Von: Karl-Heinz Hamacher
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„Rechts von diesem Weg beginnt Deutschland“, bedeutet das Schild. Und für einen Platz irgendwo in diesem Grenzbereich denkt man in den Niederlanden über ein Fracking-Projekt nach. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. „Man sprengt uns die Erde unter dem Hintern weg!“ Mit diesem Satz sorgte Hans-Dieter Plitzke (CDU) bei der ersten Sitzung des neuen Gemeinderates für ein kurzes Schmunzeln im Forum des Rathauses. Das Thema war aber zu ernst, als dass fröhliche Stimmung in der Runde hätte aufkommen können.

Es ging um das, was in der Niederlanden als „Strukturversion Schiefergas“ bezeichnet wird und sich mit dem Thema Fracking beschäftigt; negativer besetzt, so empfand es auch der Rat, ist wohl kaum ein Begriff. Der niederländische Staat strebt für die Zukunft einen optimalen Energiemix an. Dabei soll Schiefergas eine entscheidende Rolle übernehmen. Die Niederlande haben mit der Erdgasförderung „Groningen Feld“ im Norden massive Probleme (siehe Kasten). So zieht man auf der Suche nach neuen Fördermöglichkeiten mit dem umstrittenen Fracking-Verfahren ein Fördergebiet an der Grenze zu Deutschland in Betracht.

Warum gerade dort, ist bis jetzt nicht erläutert worden. Dass dieses noch nicht klar umrissene Gebiet möglicherweise unmittelbar an einem deutsch-niederländischen Naturpark Rodebach/Roode Beek (750 Hektar), der Teverener Heide (450 Hektar) und der Brunssumer Heide (1800 Hektar) liegt, ist das Eine. Aus großen Teilen dieser grenzüberschreitenden Naturlandschaft gewinnt aber das Wasserwerk Gangelt, das rund 60 000 Einwohner in Teilen des Kreises Heinsberg versorgt, sein Trinkwasser. Zu der jetzt eingeleiteten „strategischen Umweltprüfung“ der Niederlande werden Stellungnahmen – unter anderem eben von der Gemeinde Gangelt – erbeten. Dabei fragt das holländische Wirtschaftsministerium nur nach den Wünschen zur „Detailtiefe und Reichweite“ dieser Umweltprüfung. Da die Frist für die Stellungnahme schon Mitte Juli endet, beauftragte die Ratsversammlung den Bürgermeister, die ablehnende Haltung der Gemeinde deutlich zum Ausdruck zu bringen.

Das niederländische Vorhaben ist erst seit Kurzem öffentlich, und so bekannte Bürgermeister Bernhard Tholen: „Wir sind noch nicht tief in dieser Materie drin.“ Beigeordneter Gerd Dahlmanns machte darauf aufmerksam, dass es hier keinesfalls um eine Grundsatzentscheidung zum Thema gehe, sondern man sich ganz am Anfang des Verfahrens befinde. Nicht einverstanden war die Versammlung allerdings mit dem Vorschlag der Verwaltung, der „fachlichen Stellungnahme des Kreises Heinsberg“ zu folgen. „Hier sollten wir uns nicht blind anschließen“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Mansel. „Der Tenor muss ganz klar die Ablehnung des Projektes sein.“ Roger Schröder (UB) regte an, sich nicht auf die allgemein bekannten ablehnenden Begriffe rund ums Fracking zu beschränken, sondern Rat von externen Fachleuten einzuholen.

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