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Team der Suchtberatungsstelle will nachhaltig helfen

Von: bast
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Hückelhoven. Wenn man den Jahresbericht der Hückelhovener Beratungsstelle für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenfragen - getragen von Caritas und Diakonie - liest, könnte man mit einem Blick auf die Zahlen meinen, die Probleme seien nicht größer geworden.

Ausgewiesen wurden im Jahr 2008 Beratungsgespräche mit 546 Personen. Im Jahre 2007 waren es 617, im Jahr davor 565 Menschen, die an die Parkhofstraße in Hückelhoven kamen. Die Zahlen täuschen. Tatsächlich, so die Leiterin der Beratungsstelle Marlies Trapp, ist zeitlich einfach nicht mehr zu schaffen.

Nur vier Mitarbeiterinnen des therapeutischen Teams, und die zum Teil noch nicht einmal als Vollstelle, müssen die Arbeit bewältigen. Seit wenigen Wochen hat nun die Diplom-Sozialpädagogin Iris Wittrin das Team verstärkt. Sie wird sich als Arbeitsschwerpunkt der Beratung jüngerer Klienten widmen.

Bei der Arbeit geht es nicht nur um Betroffene, auch Angehörige, Partner und Eltern suchen Hilfe. Dabei ist die Palette des legalen und illegalen Konsums breit gefächert, von Drogen, Nikotin, Medikamenten, pathologischem Glücksspiel und Essstörungen bis zum Alkohol, wobei der die größte Rolle spielt und quer durch die Bevölkerungsschichten zu finden ist. Etwa 48 Prozent der Menschen, die zur Beratung gekommen sind, hatten Alkoholprobleme.

Hier stieg die Zahl sogar um 2,5 Prozent. Die Drogenproblematik rangiert an zweiter Stelle. Hier suchten Klienten mit eigenem Cannabiskonsum (18,3 Prozent) und Amphetamin- oder Kokainkonsum (13 Prozent) oder Angehörige von Konsumenten die Kontakte. Sie stellen 31 Prozent des Gesamtklientels dar. Die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg ist gut.

Mit dem Amt und weiteren Verbundpartnern konnte im Jahre 2008 das zehnjährige Bestehen der ambulanten medizinischen Rehabilitation begangen werden. Dieses Entwöhnungsangebot ist nach der Feststellung der Diplom-Psychologin Marlis Trapp mindestens so gut wie ein klinischer Aufenthalt. Das zeigen auch die später ermittelten Abstinenzquoten.

Außerdem wurde offensichtlich die Arbeitslosenquote deutlich positiv beeinflusst. Studien weisen auf den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Suchtverhalten hin. Die Zunahme von Resignation, Hoffnungslosigkeit und abnehmenden Selbstwertgefühl begünstigen Suchtverhalten, dem entgegen gesteuert wird.

Die ambulante medizinische Rehabilitation Sucht eignet sich für Menschen, die noch sozial oder beruflich integriert sind und sich lieber vor Ort behandeln lassen wollen, als mehrere Monate Familie und Beruf durch einen Klinikaufenthalt fernbleiben zu müssen. Die Caritas/Diakonie-Beratungsstelle in Hückelhoven engagiert sich nach Mitteilung der Leiterin auch in der Jugendvollzugsanstalt in Heinsberg und berät dort inhaftierte junge Einsitzende und vermittelt einem Teil von ihnen notwendige Behandlungen.

Im Berichtsjahr 2008 kam es in der JVA zu 176 Einzel- und 71 Gruppengesprächen. Es gab auch ein gewaltpräventives Gruppenangebot. Die externe Drogenberatung in der JVA wird in diesem Jahr fortgesetzt. Auch ein Raucherentwöhnungsangebot gehört dazu. Die Statistik der unterschiedlichen Suchtbereiche weist die Vielzahl verschiedenen Bereiche, in denen Hilfe notwendig wird, aus.

Natürlich spielt neben dem Alkohol Cannabis die zweitgrößte Rolle, in einer grenznahen Region zu den Niederlanden eigentlich zu erwarten, denn nach Aussagen von Frau Trapp nimmt die Zahl ab, je weiter man in das „Inland” kommt. Auch die pathologische Spielsucht mit einem Anteil von 2,8 Prozent ist zwar gestiegen, aber noch im unteren Bereich der Statistik. Hier sind die Spielhallen und Geräte die Verführer.

Noch nicht gehören zu dieser Gruppe die Menschen mit einer Computersucht dazu, die Erkenntnisse werden aber bei dieser Sucht wahrscheinlich steigen. Nach den Hauptdiagnosen, von den Betroffenen selbst genannt, sind inzwischen die Halluzinogene kaum noch gefragt. „Dranbleiben” hat sich das Team der Beratungsstelle als Ziel der Arbeit auch in der Zukunft gesetzt, damit nachhaltige Hilfe angeboten werden kann.

Kontaktaufnahme per Telefon, Fax oder Mail

Die Beratungsstelle für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenfragen ist in der Innenstadt von Hückelhoven an der Parkhofstraße 93a zu finden.

Die Kontaktaufnahme kann auf drei Wegen erfolgen: entweder unter Tel.: 02433 - 86 2 38 oder per Fax: 02433 - 84 1 89 oder per Mail an drogenberatung@caritas-heinsberg.de erfolgen.

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