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Tatort Erkelenz zieht Zuhörer in den Bann

Von: syn
Letzte Aktualisierung:
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Angelika Immerath (l.), Kurt Lehmkuhl und Gabriele Windeln bereiteten den Zuhörern in der Burg einen unterhalsamen Krimiabend. Foto: kr

Erkelenz. Unterschiedlicher hätten die drei Autoren nicht sein können, die beim „Tatort Erkelenz” in der Burg aus ihren Werken lasen. Die pensionierte Lehrerin Angelika Immerath, die aus Karken stammende Kauffrau Gabriele Windeln und der Erkelenzer Redakteur Kurt Lehmkuhl bereiteten den Zuhörern auf Einladung der Stadtbücherei einen literarischen und unterhaltsamen Abend.

Schon in der Auswahl ihrer Arbeiten unterschieden sich die drei Autoren. Während Immerath und Windeln Kurzgeschichten mit kriminalistischem Hintergrund vortrugen, las Lehmkuhl Passagen aus seinem Roman „Nürburghölle”. Interessant war auch die völlig unterschiedliche Herangehensweise der Autoren an das Thema „Kriminalgeschichte”.

So präsentierte Immerath eine fiktive „Tragödie aus menschlicher Leidenschaft”, die im Erkelenz des 19. Jahrhunderts spielte und in Form einer erzählten Chronik geschrieben war. Windeln nahm sich in der Geschichte „Bierernst” dem Kleinkrieg der Alt- und Kölschtrinker an.

Auch sie überraschte durch ausgiebige Fabulierkunst und situative Darstellung, die den Charme der Geschichte um den Altbiertrinker ausmachte, der letztendlich durch herumfliegende Altbierkästen getötet wurde.

Ganz anders Lehmkuhl. Er verstand es in seinem Vortrag, das Thema seines neuen Romans zu umreißen und das Interesse der Zuhörer zu wecken. Auch diesmal spielte ein alter Bekannter, der pensionierte Aachener Kommissar Böhnke, die Hauptrolle in der Geschichte, in der es um einen fehlgeschlagenen Mordanschlag geht, der trotzdem ein Opfer fordert und den Kommissar auf den Plan bringt.

Immer wieder reicherte Lehmkuhl seinen Vortrag durch Detailwissen und „Dönekes” rund um den Ort der Handlung und die Entstehung der Geschichte an.

Nach einer kleinen Pause stiegen die drei jeweils mit einer Kurzgeschichte erneut in den Ring. Dabei ging es um die pedantische Planung des perfekten Mordes und die Vertuschung desselben.

Im Anschluss an die Lesung wurde über kreative Prozesse diskutiert und der Frage nachgegangen, weshalb ein Autor Krimis schreibt. Während Immerath und Windeln auch anderes schreiben und den Krimi als eine Ausdrucksmöglichkeit ansehen, hat sich Lehmkuhl seit den 90er Jahren dem Mord und Totschlag ergeben, wie er anhand von 17 bisher veröffentlichten Romanen eindrucksvoll belegt.

Auch bei den Veröffentlichungen unterschieden sich die Autoren grundlegend. Lehmkuhl setzt auf den klassischen Verlagsweg, Immerath hat sich für den Selbstverlag entschieden und Windeln veröffentlicht zumeist online.

Für die Zuhörer war es ein unterhaltsamer und informativer Abend, bei dem die Autoren auch Einblicke in ihre verschiedenen Arbeitsweisen boten.
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