Taschendiebstähle: Die Zahl geht nach oben

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Vorsicht Langfinger: Die Polizei warnt vor Trickdieben. Foto: Stock/McPhoto

Kreis Heinsberg. „Die aktuellen Diebstähle belegen, dass auch im Kreis Heinsberg Trickdiebe unterwegs sind“, sagt Karl-Heinz Frenken, Sprecher der Kreispolizeibehörde. „Aber auch Taschendiebstähle, wobei den Opfern meist unbemerkt das Portemonnaie oder das Mobiltelefon aus der Jackentasche oder aus der kurz im Einkaufswagen abgelegten Handtasche entwendet werden, sind weitere Delikte, die fast wöchentlich angezeigt werden.“

Die Zahlen sprechen für sich: Kam es im Jahr 2013 zu insgesamt 115 solcher Delikte, wurden alleine im ersten Halbjahr 2014 bereits 70 solcher Taschendiebstähle registriert. Frenken: „Gelegenheiten für Taschendiebe finden sich praktisch überall, wo viele Menschen zusammenkommen und Gedränge herrscht.

Dabei gehen sie meist in Teams von mehreren Tätern arbeitsteilig vor. Taschendiebe fallen nicht auf, sie sind männlich, weiblich, alt oder jung – und immer häufiger handelt es sich um Jugendliche und sogar Kinder.“ Die Diebe seien meist unauffällig gekleidet und treten freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend auf.

Die bekanntesten Tricks der Langfinger sind laut Frenken: Das Opfer wird im Gedränge angerempelt oder auf der Treppe von Passanten „in die Zange genommen“; beim Einsteigen in den Bus stolpert der Vordermann, er bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Während das Opfer aufläuft und abgelenkt ist, greift ein Komplize in die Tasche oder Rucksack; in vollen Bussen oder Bahnen rückt ein Taschendieb unangenehm dicht an das Opfer heran, das ihm ärgerlich den Rücken zuwendet – und damit die Schultertasche „griffbereit“ darbietet.

Eine bei Trickdieben beliebte Masche ist auch der sogenannte „Stadtplan-Trick“: Fremde fragen das Opfer nach dem Weg, halten ihm einen Stadtplan vor oder bitten es – etwa auf Bahnhöfen – mit an einen ausgehängten Plan zu gehen. Während sich das Opfer orientiert und abgelenkt ist, plündern andere Täter die Hand- oder Umhängetasche.

Beim „Spendensammler-/Geldwechsel-Trick“ werden arglose Bürger gebeten, eine Münze zu wechseln oder eine Spende für einen vermeintlich guten Zweck zu geben. Während das Münzfach der Geldbörse geöffnet wird, lenkt der Trickdieb sein Opfer ab, wirft seine Münze in das Portemonnaie, zeigt auf das gewünschte Kleingeld oder irritiert sein Opfer anderweitig. Dabei stiehlt er die Banknoten aus dem Geldscheinfach.

Aufmerksamkeit und Skepsis

Auch beim „Flecken-Trick“ ist laut Polizeisprecher Frenken besondere Vorsicht geboten: Nach einem Bankbesuch werde das Opfer „versehentlich“ mit Ketchup, Eis oder einer Flüssigkeit bekleckert; beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das gerade abgehobene Geld aus der Handtasche.

Frenken betont: „Die Tricks sind vielfältig – eins ist aber immer gleich: Die Diebinnen und Diebe nutzen sorgloses und unachtsames Verhalten oder die Hilfsbereitschaft ihrer Opfer aus.“ Daher könne man durch Aufmerksamkeit, gesunde Skepsis und richtiges Verhalten selbst viel tun, um sich vor Schäden durch Taschendiebe zu schützen.

Zahlreiche Präventionstipps gegen Tricks von Taschendieben sind in einer Broschüre zusammengefasst, die kostenfrei beim Kommissariat für Kriminalprävention unter Telefon 02452/9205555 (Anrufbeantworter) angefordert werden kann.

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