Erkelenz - Tagesmütter sind bei vielen Eltern sehr gefragt

Tagesmütter sind bei vielen Eltern sehr gefragt

Von: syn
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Im Familienzentrum in Erkelenz wurden diese Tagesmütter ausgebildet. Foto: Koenigs

Erkelenz. Viele Eltern sind darauf angewiesen, ihre Kinder in fremde Familien in die Tagespflege zu geben. Daher sind Tageseltern begehrt. Um die Qualität der Betreuung zu gewährleisten, müssen angehende Tageseltern eine Schulung absolvieren.

Nur so wird die später einmal geleistete Betreuung von den Jugendämtern anerkannt und finanziell getragen. In Erkelenz endete gerade ein Kurs, bei dem 13 Frauen und ein Mann ihre Qualifikation zu Tageseltern erlangt haben. Im Familienzentrum an der Westpromenade begann im April die erste Kurseinheit der Qualifizierung, die nach SGB XIII (Kinder- und Jugendhilferecht) Voraussetzung ist. Die Qualifizierung umfasst 160 Stunden, aufgeteilt in das Grundmodul von 48 Stunden und zwei Aufbaumodule, erklärt Seminarleiterin Renate Ernst während des Treffens der zukünftigen Tagesmütter und des Tagesvaters in spe im Familienzentrum.

Einziger männlicher Teilnehmer

Einziger männlicher Teilnehmer ist Guido Engels. Seine Frau arbeitet als Tagesmutter. „Um sie unterstützen zu können, habe ich an der Maßnahme teilgenommen”, beschreibt er seine Motivation. Sabine Schmiedicke hat es bei ihrer Schwester kennen- und schätzen gelernt, die als Tagesmutter tätig ist. „Die Arbeit interessiert mich, weil sie sinnvoll ist”, betont sie.

Auch eine „wilde Tagesmutter” ist unter den Teilnehmern. Sie ist seit über 20 Jahren schon als Tagesmutter tätig und muss nun die Qualifizierung nachholen, wenn sie weiter im Geschäft bleiben will. Denn an die ist die Pflegeerlaubnis gebunden. Ohne die Qualifizierung wird die Tagespflege nicht mehr offiziell anerkannt und unterstützt.

Der Ausbildungsplan wurde vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) entwickelt, wie Seminarleiterin Ernst hervorhob. Zu den Seminarinhalten gehört der pflegerische Umgang mit den Kindern ebenso wie die Erste Hilfe für Säuglinge und Kleinkinder. Aber auch die Eltern stehen im Fokus der Betrachtung. Mit ihnen heißt es sich auszutauschen und Betreuungsziele festzulegen. Dazu gehört auch, mit der natürlichen Eifersucht der leiblichen Mütter umzugehen, wenn das Pflegekind die Tagesmutter „Mama” nennt.

„Das Kind muss in zwei Familiensystemen leben”, sagt Ernst. Dies bedeute für alle Beteiligten einen großen Gesprächsbedarf. „Auch die Familien der Pflegeeltern müssen dahinter stehen”, sagt Ingrid Bunger vom Erkelenzer Jugendamt. Schließlich wächst die eigene Familie für eine bestimmte Zeit an. Durchschnittlich werden Kinder zwei Jahre in Tagesfamilien betreut. Meist endet die Betreuung mit dem Besuch des Kindergartens oder der Grundschule.

An Tageseltern bestehe immer Bedarf, sagt Anke Plum-Schwarzenberg vom Heinsberger Jugendamt. „Die Nachfrage ist ebenso groß wie die Fluktuation”, sagt sie. Daher bestehe auch seitens der Jugendämter ständig Bedarf. „Wer sich für die Arbeit interessiert, muss sich aber bewusst sein, dass man damit nicht reich wird”, wie Seminarleiterin Ernst es umschreibt.

Der derzeitige Satz liegt bei drei Euro pro Stunde. Auch nach der bestandenen Qualifizierung sind die Jugendämter weiter für die Tageseltern da und bieten Fortbildungen und die Möglichkeit des Austauschs an. „Dabei geht es nicht um Kontrolle, sondern um Begleitung und Hilfe”, betont Bunger.
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