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Tagebau führt zu Verlust von Steuerkraft

Von: kl
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Der Bürgermeister und sein ganz persönliches Wunschkennzeichen: Peter Jansen beim Neujahrsempfang in der Erkelenzer Stadthalle. Foto: Kerkhoff

Erkelenz. Bürgermeister Peter Jansen hielt sich am Samstag bei seinem Neujahrsempfang in der gut gefüllten Stadthalle nicht lange mit dem Geschehenen auf. Vornehmlich richtete er seinen Blick auf die nächsten Monate und auf die Arbeit, die auf ihn, die Verwaltung und die Bürger warten.

Nur einen kleinen Seitenhieb in Richtung Kreis Heinsberg und Landrat Pusch erlaubte er sich: Jansen hatte am Rednerpult das Kennzeichen „ERK - PJ 166” postiert.

Jeder solle sich sein Teil dazu denken, antwortete er auf die Frage nach dem Sinn. Damit spielte der Bürgermeister auf die von der Stadt initiierten und vom Kreis abgelehnten Bemühungen zur Wiedereinführung des ERK-Auto-Kennzeichens an; PJ sind seine eigenen Initialen und 166 steht für sein Geburtsdatum am 16. Juni - sein ganz persönliches Erkelenzer Wunschkennzeichen also!

Wie schon bei seiner Rede beim Schöffenessen wies Jansen darauf hin, dass in Erkelenz umsichtig geplant und finanziert wurde. Allerdings sei keine Zeit für Müßiggang. „In 2010 haben wir in Erkelenz bereits einige Nüsse geknackt, aber für 2010 trägt der Baum noch genug neue Nüsse.” Was er damit meinte, stellte er exemplarisch dar: Volksbank Erkelenz und Kreissparkasse Heinsberg sollen ihre Baupläne in die Tat umsetzen, zahlreiche Unternehmen haben bereits im vergangenen Jahr ihre Ansiedlungen bezogen, unter anderem Dr. Hahn an der Tenholter Straße. Jetzt müssen neue Flächen her.

„Nach wie vor haben wir Anfragen auf Ansiedlungen in unseren Gewerbegebieten. Wir waren aber so erfolgreich, dass wir kaum noch Flächen haben. Wegen der Sondersituation des Wegfalls von Ackerflächen durch den Tagebau ist die Schaffung neuer Gewerbegebiet deutlich erschwert.” Jansen hofft aber auf gute Gespräche mit den derzeitigen Eigentümern und auch, „dass die Verantwortlichen von RWE Power hier auf allen Ebenen stützend wirken”.

Die Stadt Erkelenz habe bereits durch den tagebaubedingten Wegzug von mehreren Hundert Bürgern einen Steuerkraftverlust. Bei einer Störung der Entwicklung der Gewerbegebiete würde sich der Schaden noch vergrößern. Die gute wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Erkelenz habe auch Auswirkungen auf das Leben in Erkelenz. Wegen des Zuzugs vieler junger Familien brauche nicht mit einer Schließung von Kindergärten wegen des demografischen Wandels gerechnet werden. Auch sei der schulische Standard in Erkelenz nicht gefährdet.

Bei aller positiven Entwicklung, die Jansen für Erkelenz sieht, hat er neben der finanziellen Klemme, die alle Kommunen betrifft, zwei „Sorgenkinder”, zwei Altlasten, zwei „Nüsse”, die noch übrig geblieben sind von der alten Ernte: Amtsgericht und Bahnhof. „Ich hoffe, das Land kommt 2011 in Schwung und wartet nicht, bis den Mitarbeitern im maroden Gebäude wieder die Decke auf den Kopf fällt”, meinte er zum Justizgebäude. „Die Aufgaben des Amtsgerichts werden nicht weniger. Das Gebäude ist erforderlich.”

Die Angelegenheit Bahnhof sei „wiederbelebt” worden. Nach zwei Jahren des Bohrens sehr dicker Bretter erhielt der Bürgermeister kurz vor Weihnachten von der Bahn die Zusicherung: „Die Gebäude und die Flächen sind für Bahnzwecke entbehrlich.” Jetzt stehen Gespräche mit Investoren an, so Jansen. Vielleicht könne er beim nächsten Neujahrsempfang mitteilen: „Auch diese Nuss ist geknackt.”
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