Taekwondo-Trainer schult Behinderte in der Selbstverteidigung

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Michael Örtel (links) arbeitet begeistert und engagiert im Nahkampf mit Co-Trainerin Susanne Viethen an neuen Techniken.

Heinsberg. „Jeder, der mit dem Training beginnt, wird schnell eigene Grenzerfahrungen machen”, erklärt Taekwondo-Trainer Elmar Hanrath (40, 2. Dan), der seit sieben Jahren mittlerweile 70 Vereinsmitglieder des Taekwondo Kumgang Heinsberg e.V. zweimal in der Woche trainiert.

Taekwondo ist eine etwa 2000 Jahre alte Kampfkunst aus Korea. Das Wort setzt sich aus Tae (Fuß), Kwon (Faust) und Do (geistiger Weg) zusammen: „Es ist mehr als körperliches Training. Die Ausbildung umfasst die Schulung von Körper und Geist. Im Taekwondo lernst du deinen größten Gegner kennen - dich selbst. Du lernst, deinen Körper und deine Kraft wahrzunehmen. Du entdeckst deine Grenzen und machst dich auf den Weg, diese zu überwinden”, meint Hanrath.

Seine sportliche Leidenschaft hat er bereits vor Jahren in seinen Beruf als Gruppenleiter in der Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe Heinsberg eingebracht: „Schnell stieß ich auf eine Reihe begeisterter Mitarbeiter. Viele wollten an einem Selbstverteidigungskurs teilnehmen. Der Wunsch ist groß, sich sportlich zu betätigen und offensiv gegen die eigenen Ängste anzugehen.”

Aus den ersten Selbstverteidigungskursen als Fördermaßnahme für Menschen mit geistiger Behinderung entwickelte Hanrath das Konzept eines integrativen Taekwondo-Trainings: „Heute trainieren Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam zweimal in der Woche in unserem Verein, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen, Kinder ebenso wie erwachsene Sportbegeisterte. Wenn eine sportärztliche Untersuchung Herz- und Kreislaufprobleme ausschließt, kann bei uns jeder mitmachen, der Körper und Geist trainieren will. Da spielt die eigene Behinderung keine Rolle!”

So trainiert auch Michael Örtel seit einem Jahr jeden Mittwoch und Freitag in der Turnhalle des Heinsberger Schulzentrums mit. Übertags arbeitet er im Cafe der Begegnung der Lebenshilfe Heinsberg, abends paukte er in den letzten Wochen für seine erste Prüfung, und das hat sich gelohnt. Gleich im ersten Prüfungsdurchlauf errang er den gelben Gürtel.

„Das Training ist anstrengend, macht aber viel Spaß. Nach einer Stunde Aufwärmen gehen wir in den Zweikampf, dann üben wir verschiedene Kampftechniken mit Händen oder Füßen”, erläutert Örtel in der Trainingspause. Aus seiner Tasche holt er die theoretischen Unterlagen für die Prüfung. „Die werde ich bald machen, das schaffe ich!” Davon ist auch Trainer Elmar Hanrath überzeugt, der sehr zufrieden ist mit seinem Schüler.
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