„Superjeilezick“ vereint Rur-Rock und Kasalla

Von: defi
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Kasalla und Rur-Rock: Sie rockten gemeinsam die Bühne in der Oberbrucher Rurtal-Schule für einen guten Zweck. Das Publikum war begeistert. Kasalla-Drummer Nils Plum (2. v. r.) hatte ein Heimspiel. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Tanja Berlin singt „Hey! Baby“. Und wäre DJ Ötzi, der den Song von Bruce Channel aus dem Jahr 1959 auch schon gecovert hat, im Publikum gewesen, hätte er wohl neidlos seine Strickmütze gezogen. Entweder man hat es oder man hat es nicht. Tanja Berlin ist eine Rur-Rockerin – und die junge Frau hat es.

Manche nennen es Groove, also das bestimmte Feeling für ein Lied, das den Zuhörern das Gefühl gibt, als würde sich die Welt gerade mal ganz kurz in eine andere Richtung drehen. „Hey! Baby“ steht für vieles, was Rur-Rock ausmacht – oder einfach auch nur für gute Musik.

Die Schülerband der Rurtal-­Schule, der Förderschule des Kreises Heinsberg mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, und der Hauptschule Oberbruch geht demnächst auf Flusskreuzfahrt mit russischen Freunden. Sie rocken zusammen und „führen zusammen, was zusammengehört“: Menschen mit oder oder Behinderung und verschiedener Nationalitäten. Stefanie Santos, Jennifer Marx und Yvonne König von der Hauptschule hatten beim Benefizkonzert von Rur-Rock und der noch jungen, aber schon kultigen Kölschrockband Kasalla in der Aula der Rurtal-Schule ihren ersten großen Auftritt.

Klar, dass die Halle ausverkauft war, wie auch fast die komplette Tour von Kasalla 2013. Nils Plum ist das Bindeglied zwischen Oberbruch und Köln. Der ehemalige Schüler der Jugend­musikschule Heinsberg trommelt äußerst erfolgreich bei der Kölner Mundartband, die mit Lorbeeren nur so überhäuft wird und mit ihrem Hit „Pirate“ die Session dominierte. „Häs do dat jehürt – Wat han de Junge vür?“ ist ein Song vom neuen, zweiten Kasalla-Album. „De Junge“, das sind Bastian Campmann, Flo Peil, Sebi Wagner, Ena Schwiers und eben Nils Plum.

Die schönsten Momente des Benefizkonzertes waren diejenigen, als die Rur-Rocker und Kasalla einige Lieder zusammen spielten. Da zeigten sich die Kölner Jungstars ganz locker und stimmten mit „Rur-Rock – Wir zusammen“ ein in den Song „Superjeilezick“. Musik macht vieles einfacher – auch Inklusion. Das Benefizkonzert wurde nicht nur zur Freude der vielen begeisterten Zuhörer gespielt, sondern auch für einen guten Zweck – für ein aktuelles Projekt der Rur-Rocker in Russland. Neben Schulleiter Volkmar Gilleßen und Beate Theißen, die stets zur Stelle ist, wenn es an der Förderschule um Musik geht, hat ein „alter Hase“ in Sachen Integration und Inklusion seine Finger mit im Spiel bei diesem Projekt, das russische und deutsche Kinder mit und ohne Behinderung ein wenig glücklicher machen wird.

Bernd Schleberger war Leiter der Rurtal-­Schule und ist unter anderem weiterhin beim Bundesverband Deutscher West-Ost Gesellschaften in Berlin aktiv, einem der Sponsoren und Partner der Projekts „Flusskreuzfahrt“. Am 3. Juni heißt es in St. Petersburg: „Leinen los!“. Am 6. Juni trifft das Schiff in Petrosawodsk ein. Es werden deutsche und russische Kinder an Bord sein und auch einige ehemalige Rur-­Rocker, schließlich gilt es das 20-jährige Bestehen des Heilpädagogischen Zentrums in Pskow zu feiern. Am 7. Juni wird ein Integrationsfestival in Petrosawodsk gefeiert, und am 8. und 9. Juni werden dort Konzerte „unplugged“ beim Stadtfest und im Kinderheim gespielt.

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