Studenten an der Werkbank mit Blick aufs Diplom

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:
hück-küppers-bu
Die Studenten der FH Aachen und FH Niederrhein mit ihren Professoren Prof. Dr. Michael Schleusner (2.v.re.) und Prof. Dr. Johannes Gartzner (2.v.li.) mit Firmenschaft Horst Küppers (Mitte). Foto: Schuldei

Hückelhoven. Jede Zeit hat ihre eigenen Ansprüche: Der Ursprung der seit August 2007 in Hückelhoven-Schaufenberg ansässigen Firma Küppers liegt im Jahr 1640 in Heinsberg-Straeten. Dort betrieb ein Vorfahr von Horst Küppers die Dorfschmiede.

Im Verlauf der folgenden 369 Jahre wurde der Betrieb von Generation zu Generation in der Familie weitergegeben. „Fortschritt aus Tradition” steht auf der Informationsmappe, die Besucher der Firma für Stahlbau, Fahrzeugbau, Maschinenbau und Treppenbau in die Hand gedrückt bekommen.

Die Tradition ergibt sich aus der Geschichte, für den Fortschritt sorgen in diesen Tagen unter anderem Judicael Ngueya aus Kamerun, Jerome Egyptien aus dem belgischen Raeren und Kolja Bakarinow aus Düren.

Die drei studieren an der Fachhochschule Aachen Maschinenbau. Sie kommen seit Februar jeden Tag in die Firma an der Jacobastraße 71, auch, um dort ihre Bachelorarbeit zu schreiben. Akademiker an der Werkbank also. „Wir machen hier ein elfwöchiges Praxisprojekt und schreiben dann neun Wochen an unserer Bachelorarbeit”, sagt Kolja Bakarinow.

Die Arbeit in einem Betrieb mit der akademischen Ausbildung zu verbinden, sei die optimale Kombination, sagen die drei einstimmig. Aber auch der Betrieb profitiert von den Hochschülern: „Die drei analysieren bei uns die Fertigungsprozesse mit anschließender Optimierung”, erklärt Geschäftsführer Horst Küppers. Folge der Analyse: Es werden mögliche Verbesserungspotenziale aufgezeigt und damit der Firmenleitung sinnvolle Maßnahmen zur Verbesserung der Produktion an die Hand gegeben.

Die Zusammenarbeit von Hochschule und Stahlbau Küppers hat Tradition, seit der heutige Geschäftsführer Horst Küppers sein Studium an der FH Aachen absolvierte und bei Professor Dr. Johannes Gartzen seine Diplomarbeit schrieb. „Maschinenbau”, sagt Horst Küppers, „besteht heute nicht mehr aus dem reinen Bau von Maschinen, Motoren oder Gehäusen, sondern das Lösen von komplexen, spezifizierten und fachübergreifenden Problemen gehört selbstverständlich zu den Herausforderungen”.

Achmet Alic ist der vierte Student, der seinen Arbeitstag in Schaufenberg verbringt. Er studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der FH Niederrhein in Krefeld bei Professor Dr. Michael Schleusener. Sein Themenfeld ist die Internationalisierung der Hückelhovener Firma: „Welche Struktur ist für das Unternehmen erforderlich, bevor es in einen ausländischen Markt eintritt? Dieser Frage gehe ich nach”, sagt er. Und darüber schreibt er nach dem Praxissemester vor Ort dann seine Diplomarbeit in Krefeld.

„Die Zusammenarbeit mit den Hochschulen bringt uns neue Anstöße, neue Themen und vor allen Dingen Wissenstransfer”, sagt Horst Küppers. Das sei in der sich rasch wandelnden Arbeitswelt heute unerlässlich.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert