Kreis Heinsberg - Stipendiatin Angelika Miller: „Ich möchte wissen, wie Amerika wirklich ist”

Stipendiatin Angelika Miller: „Ich möchte wissen, wie Amerika wirklich ist”

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Bundestagsabgeordneter Leo Dautzenberg mit seinem neuen „Patenkind” Angelika Miller (r.) und den drei amerikanischen Stipendiaten Jesse Leonard, Hannah Foley und Matthew Moll (v.l.n.r.). Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Angelika Miller aus Geilenkirchen wird das nächste Schuljahr als Stipendiatin im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) des Deutschen Bundestages in den USA verbringen. Ihr Pate ist der CDU-Bundestagsabgeordnete Leo Dautzenberg, der sein neues „Patenkind” in seinem Heinsberger Wahlkreisbüro vorstellte, ebenso wie drei Stipendiaten aus den USA.

Sie haben im Rahmen des PPP gerade ein Jahr im Kreis Heinsberg verbracht. Bei ihrer Vorstellung verriet die 16-jährige Schülerin der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule in Geilenkirchen, wie sie zu ihrem amerikanisch klingenden Namen gekommen ist. Ihre Eltern seien Spätaussiedler. Aus dem „ü” des urdeutschen Namens „Müller” sei in Russland beziehungsweise in Usbekistan halt ein „i” geworden. Sicher sei es ihr wichtig, im Verlaufe ihres Aufenthaltes in den USA noch besser Englisch zu lernen, sagte Angelika Miller. Wichtiger noch sei ihr aber, eine neue Kultur kennenzulernen. „Ich möchte wissen, wie Amerika wirklich ist. Ich möchte Amerika erleben”, betonte sie.

Zwei Vorbereitungstagungen in Thüringen und in Berlin folgte vor zwei Wochen die Information über ihre Familie für das nächste Schuljahr. Sie lebt im Staat Wisconsin, direkt am Michigansee.

„Im Winter sehr kalt und viel Schnee”, gab ihr Jesse Leonard da spontan mit auf den Weg. Der 19-jährige Amerikaner, der aus dem Staat Iowa stammt, hat ebenfalls im Rahmen des PPP fast ein Jahr lang bei einer Familie in Wassenberg gelebt und das Cornelius-Burgh-Gymnasium in Erkelenz besucht. Aufs Heinsberger Kreisgymnasium gingen Hannah Foley (18) aus dem Bundesstaat New York und Matthew Moll (18) aus Oregon. Hannah lebte bei einer Familie in Waldfeucht, Matthew in Heinsberg.

Die Unterschiede im Schulsystem schilderten alle drei übereinstimmend als besonders prägend für ihren Aufenthalt in Deutschland. Im Vergleich mit ihren Schulen sei hierzulande von den Schülern eine wesentlich höhere Beteiligung im Unterricht gefordert. Umgekehrt gebe es in den USA wesentlich mehr schriftliche Tests im Vergleich mit den wenigen Klausuren, die hierzulande in der Oberstufe geschrieben würden.

Hannah wird sich vor allem an die vielen alten Gebäude erinnern, die sie in Deutschland bewundert hat. Matthew hat Frikadellen und Kartoffelpüree kennengelernt und lieben gelernt. Jesse wird den Geschmack von Milchreis vermissen. Und Karneval hat ihnen allen gefallen. „Wahrscheinlich die beste Zeit des Jahres hier”, schmunzelte Matthew. „Das haben wir bei uns nicht, schade.”

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) wurde im September 1983 gemeinsam vom Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika und vom Deutschen Bundestag als beidseitiger Jugendaustausch vereinbart. Anlass war der 300. Jahrestag der ersten deutschen Einwanderung.

Ziel ist es, der jungen Generation in beiden Ländern die Bedeutung freundschaftlicher Zusammenarbeit, die auf gemeinsamen politischen und kulturellen Wertvorstellungen beruht, auf anschauliche Weise zu vermitteln. In den 299 Bundestagswahlkreisen stehen 285 Stipendien für Schüler und 75 Stipendien für Berufstätige zur Verfügung. Die Bewerbungsfrist für das Schuljahr 2011/12 endet am 3.September 2010.
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