Staunen über altes Handwerk

Von: cbo
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Das Schälen der Weiden war angesagt im Korbmachermuseum in Hilfarth. Foto: Koenigs

Hückelhoven-Hilfarth. An der Nohlmannstraße in Hilfarth werden alte Traditionen gelebt. Beim Weidenschälfest der Korbmacher konnten sich die zahlreichen Besucher diesem faszinierenden Handwerk nicht entziehen, wobei besonders die Arbeit der Korbmacher an der Schälmaschine für Aufsehen sorgte.

Auch die jüngeren Gäste im Korbmachermuseum erlebten erste praktische Einblicke ins Korbmacherhandwerk. Gemeinsam mit Marianne Breda stellten sie Schlengel aus Weidenresten her. Daneben wurden auch Schmuckkränze aus Weiden gebastelt.

Wer sich jedoch einen historischen Überblick über diese traditionelle Handwerkskunst verschaffen wollte, fand den Weg vom Hof des früheren Klosters der Franziskanerinnen ins Korbmachermuseum.

Fünf große Flechtsparten sind auf einer Schautafel im ersten Stock zu sehen, die Lambert Hensen den anwesenden Gästen ein wenig näherbringt. Laut Hensen sind fünf Flechtsparten zu unterscheiden: Die geschlagene Arbeit (normale Gebrauchskörbe), die besonders in Hilfarth vorherrschte, Wannmacherei, Feinarbeit, Rahmenflechterei, die vornehmlich bei Stuhlsitzen zum Tragen kommt sowie Gestellbau, wobei fast nur noch Korbmöbel aus Ratan hergestellt werden.

Die historischen und neuzeitlichen Korbwaren, die nur von Hilfarther Korbmachern errichtet worden waren, sorgten für große Begeisterung bei den zahlreichen Besuchern.

Vor allem die mit viel Liebe zum Detail präsentierten Flechtmaterialien, Werkzeuge, Gerätschaften oder auch Zeitdokumente aus der goldenen Zeit des Flechtens um 1900 rundeten die Ausstellung ab. Um dieses zeitgeschichtliche Dokument lebendig zu machen, geben Fotos, Schaubilder und Aushänge einen Einblick in den teilweise äußerst beschwerlichen Alltag der Korbmacher, der von der gesamten Familie mitgetragen wurde.

Zusätzlich erläuterte Lambert Hensen mit etlichen kurzweiligen Anekdoten die Geschichte rund um die Korbmachertradition in Hilfarth.

Nicht nur das Weidenschälfest stand im Blickpunkt des Interesses, im Medienraum des Korbmachermuseums gab Hobbyfotograf Hans-Josef Jansen aus Heinsberg einen Einblick in sein Können. „Die Marktfrauen von Manavgat” lautete der Titel seiner Ausstellung mit authentischem Anstrich. Während seines Türkei-Urlaubs hatte Jansen das dortige Marktleben in 60 Bildern festgehalten. Die Marktfrauen in ihren traditionellen farbigen Gewändern mit ausdruckslosen Gesichtern fallen den Besuchern sofort ins Auge.

Doch der Hobby-Fotograf verleiht seinen fotografischen Werken durch Obstkisten als Bilderrahmen einen besonderen Reiz. Diese Art der Präsentation findet auch großen Anklang bei den Ausstellungsgästen, weil dadurch das Marktleben in der Türkei viel lebendiger dargestellt wird. Zu diesem Projekt inspiriert haben Hans-Josef Jansen zahlreiche Urlaube in der Türkei, wodurch sein Enthusiasmus für Wochenmärkte am Bosporus geweckt wurde.

Die Besonderheit in den Bildern liegt laut Jansen darin, zu sehen, dass ein Markttreiben zu sehen ist, das vielen Touristen in der Türkei gar nicht bekannt ist.

Bis Sonntag, 27. Mai, besteht noch die Möglichkeit, diese außergewöhnliche Foto-Ausstellung im Korbmachermuseum an der Nohlmannstraße zu besuchen.
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