„Stark im Konflikt”: Schulprojekt zeigt Wege gegen Gewalt

Von: defi
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Olaf Herzog (r.) ist Schauspieler, wenn er im Rahmen eines Anti-Gewalt-Trainings laut wird, dann zuckt man unweigerlich zusammen, wie Kevin (l.) beim Training in der Betty-Reis-Gesamtschule, der etwas verlegen lächelt. Foto: defi

Wassenberg. „Eh Alter, was glotzt Du mich so blöd an”, eine Unterhaltung unter Jugendlichen, die so beginnt, kann schnell eskalieren und böse enden, wenn aus Worten Handgreiflichkeiten werden. Damit Konflikte unter ihren Schülerinnen und Schülern nicht in Gewalt ausarten, hatte die Betty-Reis-Gesamtschule ein Team des Steimel-Menschner-Projekts aus Düsseldorf eingeladen.

Seit Anfang 2000 setzen sich die Theaterregisseure Simon Steimel und Tina Menschner mit dem Thema Gewalt speziell im Jugendbereich auseinander. In Form von Theaterstücken sowie Trainings für Schüler, Lehrer und Eltern sensibilisieren sie für das Thema und bieten alltagstaugliche, praxisnahe Verhaltensalternativen in Konfliktsituationen an. An Programmen zur Gewaltprävention des Steimel-Menschner-Projektes haben schon über 150.000 Menschen teilgenommen.

Auch an der Betty-Reis-Gesamtschule führen Steimel und Menschner mit ihrem Team schon seit Jahren für den jeweiligen siebten Jahrgang im Rahmen eines Projekttages ein Schülertraining unter dem Motto „Stark im Konflikt” durch. Maria Sieberg ist Lehrerin an der Gesamtschule und zuständig für den Bereich Präventionsarbeit: „Wir wollen die Themen Gewalt und Mobbing nicht totschweigen, sondern aufgreifen und in einen größeren Zusammenhang setzen. Demnächst werden wir hier an der Schule Friedhelm Mathieu vom Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizei zu Gast haben; er wird über Mobbing und Gewalt im Internet berichten.”

Zum Auftakt des Projekttages „Stark im Kopf” trafen sich die Schüler der teilnehmenden Klassen im Forum. Dort führte ein Team des Steimel-Menschner-Projekts die Jugendlichen mit dem Theaterstück „Tatverdächtige” in den Themenbereich ein. Dabei ging es richtig zur Sache. Das Projekt-Team ist schauspielerisch und pädagogisch geschult und versteht es, Mobbing- und Gewaltszenen unter Jugendlichen sehr realitätsnah darzustellen, bis zum Filmen des Gemobbten mit dem Handy.

Anschließend wurden die Konfliktszenen in den Klassen nachgearbeitet, zum Beispiel zusammen mit Olaf Herzog vom Steimel-Menschner-Team. Herzog hat eine Ausbildung als Schauspieler und Theaterpädagoge und setzt diese beim Anti-Gewalt-Training so gekonnt ein, dass die Schüler sofort mitzogen und nie das Gefühl hatten, in einer realitätsfernen Theoriestunde zu sitzen.

Zusammen mit der Klasse von Sabine Gerres ging Herzog Fragen nach wie „Was signalisieren meine Körperhaltung, Mimik und Stimme?” oder „Wie entziehe ich mich einer bedrohlichen Situation?”. Die Jugendlichen spielten im Klassenverband einzelne Szenen, beschrieben und reflektierten sie. In sechs Wochen wird bei einem zweiten Besuch des Steimel-Menschner-Projekts das nun Erfahrene vertieft, um auf Dauer die Ziele dieses Trainings umzusetzen: Verstärkung positiver Körpersprache, Einfühlungsvermögen, Selbstbewusstsein und Zivilcourage.

Lehrerin Maria Sieberg: „Bisher haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Das Training leistet sicherlich einen guten Beitrag, dass Gewalt und Mobbing an unserer Schule wenig verbreitet sind.” Die Stiftung „Kompetenz im Konflikt” hat den Projekttag mit dem Steimel-Menschner-Projekt ermöglicht.
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