Erkelenz-Lövenich - Staatsschutz nimmt in Lövenich Ermittlungen auf

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Staatsschutz nimmt in Lövenich Ermittlungen auf

Von: Norbert F. Schuldei
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Mit einem „hakenkreuzähnlich
Mit einem „hakenkreuzähnlichen Gebilde” ist das Fenster auf der Rückwand des Hauses Gasberg15 in Lövenich verhängt.Ein Grund für den Staatsschutz, aus Aachen anzureisen. Foto: Dahmen

Erkelenz-Lövenich. Erst Mitte der Woche wieder hat die Bundesanwaltschaft im Zuge ihrer Ermittlungen zur Mordserie der Zwickauer Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht.

Zwar nicht im Kreis Heinsberg - aber: In Lövenich haben zwei Beamte des Staatsschutzes Anfang der Woche ein Haus in Lövenich genauer unter die Lupe genommen.

Tags zuvor waren zwei Beamte der Polizei des Kreises Heinsberg Hinweisen von Anwohnern nachgegangen, nach denen die Fenster des Hauses am Gasberg 15 nach hinten heraus mit weißen Tüchern verhangen seien, auf denen groß und mit schwarzer Farbe gemalt ein Hakenkreuz prange. Außerdem berichten Anwohner, des öfteren einen Mann beobachtet zu haben, der „aussieht, als kommt er gerade von der GSG 9”.

Wie auch immer man solche Aussagen bewerten will: Die Beamten der Schutzpolizei, die sich vor Ort ein Bild des Hauses gemacht hatten, gaben die Sache weiter an den Staatsschutz. Der ist bei der Kriminalpolizei in Aachen angesiedelt. Der Staatsschutz als örtlich übergeordnete Polizeidienststelle der Kriminalpolizei übernimmt in unserem Rechtssystem unter anderem die Aufgabe der „Verhütung und Verhinderung von Terrorismus, Extremismus und politisch motivierten Straftaten”.

Präventive Kriminalitätsbekämpfung nennt man das in der Fachsprache. Im Zuge dieser Aufgaben reisten also zwei Mitarbeiter des Staatsschutzes aus Aachen in Lövenich an, um den Beobachtungen der Kollegen der Heinsberger Polizei auf den Grund zu gehen.

Gut sichtbar aufgehängt

„Ja, wir haben Hinweise bekommen, dass in einem Haus in Lövenich hakenkreuzähnliche Gebilde nach außen hin gut sichtbar aufgehängt sind”, bestätigt Iris Wüster, Sprecherin des Polizeipräsidiums Aachen. Zwei Beamte haben demnach mit die Mieterin des Hauses Am Gasberg 15 auf die diskriminierten hakenkreuzähnlichen Gebilde angesprochen.

„Die Kollegen”, sagt Iris Wüster, „hatten nach dem ersten Anschein den Eindruck, dass die 1955 geborene Frau etwas verwirrt gewesen ist.” Nach Aussagen von Anwohnern bewohnt die Frau seit „ungefähr sechs Monaten” das Haus. Im Übrigens wechselten die Bewohner dort „sehr häufig”.

Die Fenster des Hauses, das von den beiden Beamten des Staatsschutzes aufgesucht worden ist, sind zur Straße Am Gasberg hin mit einer Reihe von teilweise sehr skurrilen Bildern und Zeichnungen drapiert. Unter anderem ist dort im Postkartenformat das Foto eines jungen Mannes in Wehrmachtsuniform zu sehen, darüber steht handschriftlich der Name „Franz Dicken” geschrieben. Nach Recherchen unserer Zeitung ist eine 1958 geborene Frau Dicken aus Grevenbroich Vermieterin des Hauses am Gasberg 15 in Lövenich.

Schuppenähnliches Gebäude

Direkt an das Haus grenzt eine bereits ziemlich angerostete Wellblechgarage; im Garten steht ein schuppenähnliches Gebäude, das offenbar auch bewohnt wird; das Grundstück wird von einem metallenem Zaum mit großen, runden Aussparungen zur Straßenseite hin begrenzt.

„Wir sind bei Hinweisen, die auf rechtsradikale Aktivitäten deuten, sehr sensibel”, sagt Iris Wüster. Und ja, man habe im Fall Erkelenz-Lövenich, Gasberg 15, „die Ermittlungen aufgenommen”. Die Sprecherin der Polizei betont, dass „die Kollegen weiter ein Auge auf das Objekt haben.l”
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