Spielerberater Norbert Pflippen erliegt seinem Krebsleiden

Von: dpad
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Mit 64 Jahren einem Krebsleide
Mit 64 Jahren einem Krebsleiden erlegen: Spielerberater Norbert Pflippen. Foto: imago/Team 2

Düsseldorf/Wegberg. Er hat einen neuen Markt im deutschen Profi-Fußball geöffnet und den Klub-Managern zuweilen verhasste Verhandlungspartner verschafft. Norbert Pflippen war für die Protagonisten aber ein Segen. Der wohl erste Spielerberater in Deutschland ist am Samstag in der Uniklinik Düsseldorf einem Krebsleiden erlegen, wie am Montag bekanntwurde.

Ob Günter Netzer, Lothar Matthäus, Matthias Sammer oder Oliver Kahn: Norbert Pflippen machte sie zu Millionären und Weltstars. Seine Spielerberatungs-Agentur ANS Sports am Mönchengladbacher Nordpark führte bis zuletzt Ehefrau Ans Pflippen. Sie bestätigte am Montag den Tod ihres Ehemannes, der am 7. Januar 1947 in Wegberg geboren wurde. „Ich war zwei Jahre lang jeden Tag an der Uniklinik in Düsseldorf - der ganze Kampf war vergeblich”, sagte Ans Pflippen.

Norbert Pflippen kämpfte zwei Jahre gegen ein Magenkrebsleiden und lag zuletzt im Koma. „Ein Teil von einem selbst geht immer mit”, sagte Ans Pflippen, als sie sich um die Einladungen für die Beisetzung kümmerte. Pflippen wird am Donnerstag auf dem Friedhof in Rheindalen beigesetzt. Sein Aufstieg begann mit Günter Netzer. Es trafen zwei Charaktere aufeinander, die nicht besser hätten zusammenpassen können.

Pflippen dachte und redete schnell, war in seinen Ansätzen zuweilen schräg. Das passte zu Netzer, der Anfang der 70er Jahre ein wenig den Popstar in der Bundesliga verkörperte. Porsche, lange und modische Haare. Pflippen arbeitete seinerzeit noch bei der Stadt Mönchengladbach, als Netzer vor ihm stand und ein Auto an- oder ummelden wollte. Pflippen reagierte schnell und bot dem Star an, künftig die Kleinigkeiten zu erledigen.

Und schon hatte Norbert Pflippen seinen ersten prominenten Kunden und damit auch einen neuen Job. Die große Zeit des Norbert Pflippen kamen dann in den 80er und 90er Jahren mit den späteren Weltstars Lothar Matthäus, Kahn oder Sammer. Er machte sie mit Traumverträgen zu mehrfachen Millionären und verdiente selbstverständlich prächtig mit. Dank dieser Visitenkarten kamen die Talente quasi fast von selbst in seine Agentur, die auch in anderen Sportarten tätig waren.

Springreiter Ludger Beerbaum ließ sich vertreten, der spätere Profibox-Weltmeister Henry Maske bekam den ersten Schliff. Doch Pflippen verschaffte sich durch seinen Erfolg auch erbitterte Konkurrenz. Als Sebastian Deisler 2002 von Hertha BSC Berlin in einem Multimillionen-Euro-Deal zu Bayern München wechselte, saß Pflippen nicht mehr mit im Boot.
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