Wassenberg/Roerdalen - Sphärenhafte Musik macht Artistik perfekt

Sphärenhafte Musik macht Artistik perfekt

Von: kkli
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Artisten im Baum: Der Auftritt
Artisten im Baum: Der Auftritt der Gruppe „Bencha” aus dem niederländischen Harlem verzauberte in Birgelen mit ihrer kunstvollen Artistik. Foto: Pütz

Wassenberg/Roerdalen. Das bisher so wenig ferienfreundliche Wetter meinte es gut mit den Südlimburgern und ihren deutschen Kollegen von der anderen Grenzseite. Es bescherte den gemeinsam um Natur, Sport und Kultur bemühten Freunden ein Bilderbuchwetter beim siebten Limburg-Festival, das von den Niederländern ausgerichtet wurde im Zusammenwirken der beiden Verwaltungen in St. Odilienberg und Wassenberg.

35 Kilometer lang war die Strecke im Rundkurs, an sieben ausgewählten Stationen zum Ausruhen und Genießen.

Fast 1000 Radler aller Altersklassen machten von diesem außergewöhnlichen Angebot Gebrauch. Allein 700 kamen aus den Niederlanden, die als besonders engagierte Radsportler gelten. Die 300 registrierten deutschen Radler - darunter viele Familien mit Kindern - erhielten noch „ungezählten” Zuwachs an Besuchern, die sich an den angebotenen circensischen Vorführungen erfreuten.

Das traf besonders in Birgelen zu, wo der Schulhof zeitweise von Fahrrädern zugeparkt war. Der Schulhof und vor allem der Baumbestand vor dem älteren Schulteil war von der Nachmittags-Betreuung der Ganztagsschule einladend hergerichtet worden. Dort gab es Kaffee und Kuchen, der sogar von den Konditoren nachgeliefert werden musste.

Allein schon der Auftritt der Gruppe „Bencha” aus Harlem/NL, die von einer Französin, einem Belgier und einem Italiener besetzt war, lohnte den Besuch. Eine 200 Jahre alte Rosskastanie mit ihren starken Ästen bot die Möglichkeit zu artistischen Darbietungen „ohne Seil”, die einfach atemberaubend waren. Sphärenhafte Musik begleitete die Spitzenleistungen der drei Artisten.

Auf dem Martinusplatz in Effeld fand die Gruppe „Bang On” mit ungewöhnlichen „Instrumenten” aus dem Küchenbereich auch ihre Zuschauer und viel Beilfall. Der musikalische Background war einfach verblüffend.

Ein ganz besonderes Highlight war die Gruppe „Teatro Pavane” auf dem „Schürenhof” in Vlodrop, einem wunderbaren Hofgelände. Die Pavane-Künstler setzten die klassische „Comedia del arte” einfach wunderschön um.

Ein riesiger Vogel Strauß, wunderschön bunt kostümiert, stolzierte graziös auf riesig langen, dünnen Beinen über den Hof. Er wollte bewundert werden, und er war auch auf Brautschau, obwohl seine Gespielin, eine entzückende kleine Balletttänzerin, vorerst noch in einer riesigen „Dose” versteckt blieb, bevor das reizende, uralte Spielchen begann.

Hinter dem Riesenstrauß verbarg sich ein Stelzengänger, der tänzerische Begabung mit Charme präsentierte und dafür auch riesigen Beifall erhielt. Zum guten Schluss kam es, wie es kommen musste: Ein dickes Straußen-Ei war da, wurde gekonnt balanciert und gebar noch ein kleines Sträußlein, bevor die tolle Gruppe „stolz wie Oskar” - das Hofrund unter großem Beifall der Gäste verließ.

An der Windmühle in Melick, dem 2000 Jahre alten römischen Wachort „Mediacum”, führte ein schrulliger Clown aus Australien vor Publikum vor, welche Schwierigkeiten er mit seiner Bassgeige und seinem Obergewand hat. Das war Slapstick von guter Art.

Am Museum der niederländischen Heimatfreunde von der Roerstreek in St. Odilienberg trat die Gruppe „Physical Jerks” mit Breakdance und atemberaubender Akrobatik auf. An der letzten Stelle am Kasteel „Aerwinkel” trat Bruce Airhead mit einer surrealistischen Show auf.

Dort war ein riesiger Ballon das Spielmittel, das alle möglichen Verwandlungen ermöglichte. In einem einstündigen Rhythmus erfolgten die Vorführungen vor den radelnden Besuchergruppen und vielen weiteren Schaulustigen.

Die schöne Landschaft des Rurtales und des Nationalparks „De Meinweg” gab die Naturkulisse dazu gratis. Groß und Klein kamen auf ihre Kosten bei diesem sommerlichen Vergnügen. Der Beifall an allen Orten sprach für sich.

In Birgelen bedankten sich Schulleiter Heinz Pütz und Ortsvorsteher Karl-Heinz Dohmen herzlich bei allen Vorführenden und den Organisatoren, an der Spitze bei Frau Scheuvens von der Verwaltung in St. Odilienberg und bei Heinz Randerath von der Stadtverwaltung Wassenberg, die für die Organisation zuständig waren.

Allen Beteiligten - und dazu gehörten auch die fürsorglichen „Streckenposten” unterwegs - galt ein herzliches Dankeschön.
Frau Scheuvens nahm noch einen besonderen „Auftrag” mit für die Schulverwaltungen der Schulleitungen innerhalb der „Roerstreek”.

Die einmal sehr gut florierenden partnerschaftlichen Beziehungen und Treffen der niederländischen Schulen mit den Schulen in Wassenberg und besonders in Birgelen wieder mehr zu beleben. „Bei den Kindern und Jugendlichen müssen wir mit diesen partnerschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen über Schulen und Vereine möglichst früh beginnen”, meinten dazu die Birgelener Vertreter Heinz Pütz und Karl-Heinz Dohmen.

Das siebte Limburg-Festival in der Region jedenfalls war eine wunderbare Gelegenheit, mit Gastfreundschaft und Aufgeschlossenheit neue Wege zu ebnen und zu vertiefen.
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