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Spatenstich für das neue „Traumland”

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:
Auf dem ehemaligen Parkplatz a
Auf dem ehemaligen Parkplatz an der Sophiastraße gegenüber der Siedlung in Hückelhoven wurde der erste Spatenstich für die neue Kindertagesstätte und Familienzentrum „Traumland” vollzogen. Die künftige Leiterin Marion Rick (r.) war dabei besonders eifrig. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Es gibt Ereignisse, die auf den ersten Blick ganz gewöhnlich anmuten, sich bei näherem Hingucken allerdings als ausgesprochen selten in diesen Zeiten herausstellen. Der Spatenstich an der Sophiastraße gegenüber der Siedlung, dort, wo noch vor wenigen Jahren Automobile geparkt wurden, zum Beispiel.

Ein nagelneuer Kindergarten wird dort in wenigen Monaten seinen Platz im Stadtgebiet gefunden haben. Er hat den schönen Namen „Traumland”.

„Kindergeschrei ist Zukunftsmusik”, sagte Hückelhovens Bürgermeister, als er vor einer stattlichen Zahl von wichtigen Menschen aus der Verwaltung und der Politik und einer Handvoll Kinder und deren Erzieherinnen aus der jetzigen Einrichtung ein paar Worte sprach, bevor symbolisch zur Schippe gegriffen wurde.

Das jetzige „Traumland” nämlich ist an der Ludovicistraße im Gebäude der ehemaligen Volks- und späteren Hauptschule untergebracht und macht seinem schönen Namen nur noch sehr bedingt Ehre. 1958/59 wurde das Gebäude errichtet, 1993 ist es zur Kindertagesstätte, die inzwischen den Titel „Familienzentrum” tragen darf, ausgebaut worden. 90 Vorschulkinder werden dort in vier Gruppen betreut, davon in zwei Gruppen jeweils Kinder unter drei Jahren.

Es ist erklärtes Ziel der Politik, das Angebot an Betreuungsplätzen für unter Dreijährige mächtig zu erweitern. In Hückelhoven ist es Wille des Stadtrates, der das Geld dafür zur Verfügung stellt, das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren bis zum Kindergartenjahr 2013/2014 auf insgesamt 22 Plätze auszubauen. Das ist in dem jetzigen „Traumland” mit seinen begrenzten Räumlichkeiten nicht mehr möglich.

Es fehlen Schlafmöglichkeiten für die Kleinen; es muss ständig improvisiert und ausgewichen werden; die musikalische Früherziehung etwa findet in den Räumen des Stadtjugendringes statt; die vier Gruppen sind im Obergeschoss des Gebäudes untergebracht, die Zubereitung des Mittagessens passiert im Erdgeschoss, das Essen muss ständig Etagen übergreifend transportiert werden.

Eine Renovierung, also ein Umbau des vorhandenen Gebäudes, wäre enorm teuer geworden. Der Neubau, sicher, ist auch nicht billig: Insgesamt 2,5 Millionen Euro beträgt das Gesamtkostenvolumen. Aber: Für einen Neubau gibt es erstens Mittel aus den U3-Ausbaupauschalen. Und es wurde darüber hinaus noch einmal knapp eine Million Euro als Fördermittel aus Düsseldorf locker gemacht. Das hat die Stadt der grünen Landtagsabgeordneten Dr. Ruth Seidl zu verdanken.

Die nämlich hat es möglich gemacht, dass aus dem Landeshaushalt so genannt „Sanierungsmittel” in den Neubau einfließen konnten. Finanzpolitische Feinheiten und Finessen - ohne die aber der Neubau des „Traumlandes” für die Stadt nicht zu stemmen gewesen wäre.

Bürgermeister Bernd Jansen hob in seinen Worten das besondere Engagement von Dr. Ruth Seidl nicht nur durch ein „besonderes Dankeschön” hervor, sondern drückte ihr - wie auch Marion Rick, die das neue Familienzentrum leiten wird - einen Spaten in die Hand, um symbolisch den Baubeginn kenntlich zu machen. Natürlich dankte er auch „allen, die sich im Stadtrat, Landtag und in der Verwaltung für den Neubau des Kindergartens eingesetzt und uns bei dem Projekt unterstützt haben”.

Und noch etwas ist bemerkenswert: Die Planung und die Ausführung (bis auf die Statik) des „Traumland”-Neubaus nimmt die Stadt mit ihren Fachkräften zum ersten Mal selbst in die Hand: „Bauherr und Planer sind wir”, sagte Jansen. Da klang eine gehörige Portion alten Handwerkerstolzes durch.

Eine kleine Abordnung von „Traumland”-Kindern dankte dann schon mal: „Wollt ihr fleißige Handwerker sehen”, sangen sie, „müsst ihr zu uns Kindern gehen”. Das Führerhaus im bereit stehenden Bagger war da noch leer...
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