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Sorge um die Finanzen ohne Parteigrenze

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:

Hückelhoven. Als Heinz-Josef Kreutzer das Rednerpult betrat, hatte er ein Parteienspektrum im Blick, das es in dieser Vielfalt im Hückelhovener Rat noch nicht gab.

Vom Schwarz seiner CDU-Parteifreunde, die in der zweiten Legislatur die absolute Mehrheit der Mandate stellen, über das Rot der SPD, die Grünen, die tiefrote Linke, die gelb-blauen der FDP, die noch farblose Bürgerpartei, den bunten UWG-Mann bis zum braunen NPD-Vertreter.

In den Sälen tobt der Karneval, aber Kreutzer hatte alles andere als Frohsinn zu verbreiten: „ Bankenkrise, Finanzkrise, Wirtschaftskrise. Ich fürchte, uns steht eine Sozialkrise bevor.” Die Sorgen, die ihn umtreiben, hat er offenbar so verinnerlicht, dass es der Fesseln eines Manuskriptes nicht bedurfte: Kann die Politik, diesem Krisenszenario Herr werden?

Mit der absoluten Mehrheit der Sitze im Rücken könnte sich Kreutzer bequem zurücklehnen. Wenn da nicht die riesigen Löcher klafften, in die die Steuergelder auf Nimmerwiedersehen verschwinden: „Wir haben in diesem Haushalt eine Lücke von zwei Millionen Euro. Eine Katastrophe.” Zum Glück sei die Stadt „solide finanziert”. Kreutzer schlug sich damit natürlich ein wenig selbst auf die Schulter. Nein, es regele sich eben nicht alles von selbst, so der Finanzfachmann.
Weshalb er auch „den Wachstumswahn der FDP absolut nicht verstehen” könne. Das waren sehr moderate, zum Teil von ehrlich klingender Sorge um den Zustand der Opposition getragene Töne, die Kreutzer auch mit Blick auf die Schullandschaft anschlug.

Sein Fazit der Finanzsituation der Stadt im Jahr eins der Krise: „Ohne Gemeindefinanzreform kann es nicht weitergehen.” Willi Spichartz, Kreutzers Pendant bei der arg dezimierten SPD, sieht wie der die Ursache für die Hückelhovener Finanzkrise in der allgemeinen Wirtschaftskrise: „Die Finanzierung der Kommunen muss auf eine andere Basis gestellt werden” - da kennt auch er keine Parteien und sieht nur noch die gemeinsame Not.

Bei den ehemaligen Reizthemen Gesamtschule und Haus am See stellte Spichartz sehr moderat eine modifizierte Sicht der Dinge da. Anders Brigitte Breuer, neue Fraktionsvorsitzende der Grünen: Putzmunter, spritzig und fest in der Sache verteilte sie Lob an die Verwaltung („Da sind Profis am Werk”), um dann glasklar „das große Problemfeld der kommenden Jahre” zu benennen: Das Soziale. Dem Bürgermeister gab sie zu verstehen: „Wir haben Ziele in Hückelhoven, die sich von ihrer sehr unterscheiden.” Da darf man gespannt sein.
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