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Simon Brendt startet mit seiner Trompete beim Bundeswettbewerb

Von: Bodo Strickstrock
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Mit seiner Trompete feierte der 13-jährige Simon Brendt seinen bislang größten Erfolg. Doch sein Herz gehört auch Borussia Mönchengladbach, wie die Poster in seinem Zimmer zeigen. Foto: Bodo Strickstrock

Erkelenz-Katzem. Das steckt wohl in den Genen. Seit knapp fünf Jahren spielt der 13-jährige Simon Brendt aus Katzem Trompete. „Es ist mein Hobby”, sagt er, doch es gibt noch andere Aktivitäten, denen er sich gern widmet. Wer den jungen Musiker aber einmal gehört hat, ist begeistert vom Können, das erst kürzlich wieder gewürdigt wurde.

Beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert” errang er mit seinem Musikinstrument unter 24 Bewerbern aus ganz Nordrhein-Westfalen mit 23 Punkten den ersten Platz. Nun darf er am Bundeswettbewerb vom 29. Mai bis 6. Juni in Essen teilnehmen. Da treffen sich die Besten aus der ganzen Bundesrepublik und zeigen ihr Können.

Der Tag steht noch nicht fest, aber auf jeden Fall wird Simon nicht allein der gestrengen Jury vorspielen. Vater Norbert, Professor und Musikpädagoge, wird ihn wohl wie beim Landeswettbewerb wieder am Klavier begleiten. Da war Simon vor seinem Auftritt ziemlich cool, obwohl es Schwierigkeiten gab.

Erst fiel ein Bewerber vor ihm aus, er wurde früher aufgerufen und musste dann doch auf der Bühne warten. Nervös sei er dennoch nicht gewesen, erzählt er. „Nee, ich habe einfach die Juryleute nicht angeschaut, sondern meinen Vater am Klavier. Das klappte ganz gut.” Weniger gut klappte es für Mutter Hiltrud. Die wollte eigentlich das Vorspielen aufnehmen, vergaß vor Aufregung jedoch, den Aufnahmeknopf zu betätigen.

Simon besucht - wie seine vier Geschwister - die Kreismusikschule. Hubert Josef Hamers ist sein Lehrer und der weiß genau, wie er seinen Zögling fordern und fördern kann. Wer glaubt, im ehemaligen Pfarrhaus von Katzem, in dem die Familie wohnt, würde den ganzen Tag musiziert und abends gäbe es dann mit allen Familienmitgliedern noch Hausmusik, irrt gewaltig. „Für Hausmusik haben wir keine Zeit”, ist die lakonische Feststellung von Mutter Hiltrud.

Im Übrigen sind nicht nur die anderen Hobbyaktivitäten der Kinder sehr unterschiedlich, auch die musikalische Betätigung umfasst die unterschiedlichsten Instrumente. Schließlich hat selbst der Jüngste schon erste Trompetenmeriten errungen, auch Simon vernachlässigt das Cello keineswegs. Ab und zu treffen sich seine Quartettfreunde mit ihm im Haus zum gemeinsamen Musizieren.

Ein wenig zu bedauern ist lediglich die Mutter. Die macht nachmittags den Familienchauffeur, um alle rechtzeitig zu den verschiedenen Übungsstunden in Erkelenz zu bringen. Simon hat bereits das Angebot, an der Zweigstelle der Musikhochschule Köln in Aachen als Jungstudent zu studieren, dies aber vorläufig wegen der Entfernung noch zurückgestellt.

Musikalische Vorbilder fallen Simon gar nicht ein. Er besucht die achte Klasse des bilingualen Zweigs am Cornelius-Burgh-Gymnasium in Erkelenz. Das Fach Politik, so versichert er, gehört zu den Lieblingsthemen. Und dann macht er auch noch in der Arbeitsgemeinschaft mit, die ein Jahr lang in der englischen Sprache ein Theaterstück schreibt, probt und schließlich aufführt.

In seinem Zimmer erkennt man auch die weiteren Vorlieben des Jungen. Die Wand über der Schlaf- und Flezgelegenheit hängt voller Poster, die meisten von Borussia Mönchengladbach. Für diese Mannschaft schwärmt Simon besonders. Manchmal kickt er auf der Wiese hinter der Kirche mit anderen Jungs aus dem Dorf oder mit den Brüdern. Im Garten steht ein Trampolin, da tollen die Kinder immer mal wieder drauf herum.

Besonders fatal: Bei einem Radunfall brach er sich vor einiger Zeit den rechten Arm. Aber selbst das hinderte den 13-Jährigen nicht am Üben. „Ich habe Trockenübungen gemacht”, meint er als Erklärung, auch diese Zeit gemeistert zu haben. Ist Vater Norbert streng? Er ist gerade in das Wohnzimmer gekommen und hört, dass das Urteil „na ja” lautet. Die Begründung: „Wenn man eine Übung gut absolviert hat, muss man sie gleich mindestens noch zweimal wiederholen, es könnte ja sonst Zufall gewesen sein.”

Viel Zeit, am vorgesehenen Repertoire etwas zu feilen, bleibt bis zum Bundeswettbewerb nicht. Aber Simon scheint auch dieser Prüfung gelassen entgegen zu sehen. „Man muss versuchen, das Beste zu geben”, sagt er.
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