Heinsberg-Kempen - Sie sind stolz darauf, Spender zu sein

Sie sind stolz darauf, Spender zu sein

Von: Petra Wolters
Letzte Aktualisierung:
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Sind bereits Stammzellenspender: Gottfried Küppers (links) und Wilfried Domsel machen allen Menschen, die noch nicht typisiert sind, Mut, sich am Samstag auch in die Datenbank der DKMS aufnehmen zu lassen. In der Kempener Bürgerhalle ist Gelegenheit dazu. Foto: Petra Wolters

Heinsberg-Kempen. Gottfried Küppers (48 Jahre) aus Uetterath und Wilfried Domsel (43) aus Kempen kannten sich bisher nicht. Erst die Vorbereitung einer neuen Spendenaktion, die von der Initiative „Kempen hilft...” gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) am Samstag, 9. Januar, von 10 bis 16 Uhr in der Bürgerhalle an der Kirche in Kempen geplant ist, brachte die beiden zusammen.

Denn sie haben etwas gemeinsam: Beide sind bereits typisiert. Mehr noch: Beide haben ihre Stammzellen bereits spenden können, um einem an Leukämie erkrankten Menschen zu helfen. Im Gespräch mit unserer Zeitung berichten sie über Erfahrungen als „Lebensspender”, um allen Menschen Mut zu machen, die bisher noch gezögert haben, sich typisieren zu lassen.

In der Datenbank der DKMS, die derzeit die Daten von mehr als zwei Millionen potenziellen Stammzellspendern enthält, „landeten” beide, weil in ihrem Bekanntenkreis selbst Menschen betroffen waren. Bei Domsel war es Anfang der neunziger Jahre ein junger Mann, der in Kempen lebte und erkrankt war, bei Küppers, Geschäftsführer des regionalen Caritasverbandes, vor drei Jahren der betroffene Sohn einer Mitarbeiterin. Gemeinsam hoffen sie jetzt, dass auch für den an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Ralf Brosch (41) schnell ein Stammzellspender gefunden wird.

Für beide war die Entscheidung, Spender zu werden, keine Frage, und auch die, ob sie noch einmal spenden würden, beantworten sie übereinstimmend mit einem klaren Ja. Küppers weiß, dass er für einen Amerikaner gespendet hat, „53 Jahre alt, meine Gewichtsklasse”, sagt er. Mehr weiß er von ihm nicht, aber er hat einen Brief von ihm erhalten. „Gott segne dich, dass du irgendwo da draußen bist und bereit bist, eine solch tapfere Sache zu machen”, hat er ihm geschrieben. Domsel weiß, dass seine Stammzellen nach Frankreich gebracht wurden, für eine 46 Jahre alte Frau. Bürgermeister Wolfgang Dieder, der wie Landrat Stephan Pusch als Schirmherr fungiert, wird die Typisierungsaktion am Samstag um 10 Uhr offiziell eröffnen. 50 Euro muss die DKMS für jede neue Registrierung, Blutuntersuchung und damit Typisierung eines potenziellen Spenders aufwenden. Viele Menschen haben daher bereits im Vorfeld gespendet, auf das eigens eingerichtete Konto oder in die über 50 Spendendosen, die überall im Stadtgebiet aufgestellt sind.

Dieses Geld wird der Aktion ebenso zugutekommen wie der Erlös einer Cafeteria mit belegten Brötchen und Kuchen, die am Samstag nicht nur für Teilnehmer, sondern für alle Besucher geöffnet ist. Zur Verfügung gestellt wurden der Initiative „Kempen hilft ...” zudem 500 liebevoll von Hand gefertigte Grußkarten, die am Samstag ebenfalls zugunsten der Aktion verkauft werden.
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