Gangelt-Schierwaldenrath - Selfkantbahn ist gut durch den Winter gekommen

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Selfkantbahn ist gut durch den Winter gekommen

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Ein toller Anblick nicht nur für ausgewiesene Dampflok-Fans: Die Selfkantbahn wurde am Wochenende aus dem Winterschlaf geweckt. Foto: Hamacher
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Jugendliche Begeisterung: Niklas Goertz (hinten) und Simon Kruck gehören zu den Nachwuchskräften bei der Selfkantbahn. Foto: Hamacher

Gangelt-Schierwaldenrath. Alles und jeder scheint gut durch den Winter gekommen zu sein. Jedenfalls qualmte es wieder gewaltig, als am Ostersonntag im Bahnhof Schierwaldenrath die Dampfloks vor die Züge gespannt wurden.

Wie in jedem Jahr scheinen die Fans der historischen Eisenbahn diesem Tag entgegengefiebert zu haben, denn es war jede Menge los über die Feiertage, und ein Besuch bei der Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr (IHS) lohnte wie immer.

Sein Nikolauskostüm hat Helmut Kommans in den Schrank geräumt, das des Osterhasen wollte er sich aber nicht anziehen. „Der Osterhase ist leider kurzfristig ausgefallen“, erläuterte er mit Blick darauf, dass den Kindern die bunten Eier überreicht wurden, ohne dass gesucht werden musste. Eigentlich schade, denn die Eier hätten sicher wunderbar in die bunten Tulpen und Osterglocken gepasst, die entlang des Areals für Frühjahrstimmung sorgten.

Kommen wir zum technischen Teil, der ja mit Öl, Ruß, Feuer, Dampf und Lärm zu tun hat. Das alles findet man dann in den Dampflokomotiven, die nach dem „Winterschlaf“ gleich wieder in Form gebracht wurden. Ein Blick ins Führerhaus der „Schwarzach“ und der „Haspe“, die sich neben dem Einsatz einer Diesellok die Arbeit auf der Strecke Schierwaldenrath-Gillrath-Schierwaldenrath teilten, ist für viele der Besucher ein echter Höhepunkt. Und das Personal kommt den Wünschen der Gäste gerne nach, soweit dies den Betrieb nicht stört. „Den Fahrplan einzuhalten, das ist bei uns das oberste Gebot“, hört man da von denen, die für einen reibungslosen Ablauf verantwortlich sind.

Dass es auch zukünftig bei der Selfkantbahn reichlich Personal gibt, ist natürlich immer ein Anliegen der Verantwortlichen. „Wir erleben aktuell einen guten Zulauf der Jugend“, zeigt sich Helmut Kommans erstaunt über rund 15 Nachwuchseisenbahner, die zurzeit die verschiedenen Stufen der Ausbildung durchlaufen. Woher das kommt, weiß er nicht. Es freut ihn und seine Mitstreiter aber, dass ein Dampflokbetrieb offenbar eine Alternative zu Computer, Playstation und Smartphone sein kann.

Am Stuhl von Helmut Kommans, der zusammen mit Günther Steinhauer die Geschicke vor Ort lenkt, sägt aber niemand. „Es ist sehr schwer, Leute für die Vorstandsarbeit zu gewinnen“, weiß er und erzählt von der Büroarbeit, vom Schreibkram und den organisatorischen Abläufen. Intern haben die Selfkantbahner schon mal die Eröffnung des neuen Bahnhofs in Gillrath gefeiert. „Bis wir aber die Öffentlichkeit einladen können, wird es noch dauern“, so Kommans, der immer wieder auf die ungezählten ehrenamtlichen Stunden verweist, die in den Erhalt und den Ausbau der Museumsbahn investiert werden.

Ein wohl einmaliges Fahrzeug

Ehrenamtler bilden die eine Gruppe, Spender die andere. Es gibt einige Projekte bei der Selfkantbahn, die über Spenden finanziert werden. Bei der aktuell größten geht es um ein wohl einmaliges Fahrzeug aus der deutschen Kleinbahngeschichte, das aktuell aus einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf geweckt wird. Es ist der letzte verbliebene Borgward-Leichttriebwagen LT4 der früheren Sylter Inselbahn, der in Hannover aufwendig restauriert wird. In drei Jahren hofft man, diesen „Bus“, der auf Schienen fährt, der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Zu dem Projekt gibt es in der Fahrzeughalle eine kleine Ausstellung.

Gearbeitet wird aktuell an der V11, der „Afrika-Lok“, bei der Kühler und Nebenaggregate eingebaut sind. Das Getriebe der V14 ist fertig und auch an der Nr. 5, der Regenwalde, wird fleißig gewerkelt. Mit Spannung blickt man jetzt auf die nächsten Wochen, in denen das Gleisbett an der Bahnhofsausfahrt in Schierwaldenrath verlegt werden muss, um die Unterführung für die B56n voranzutreiben. Den Fahrplan der Selfkantbahn soll das nicht beeinträchtigen.

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