Schwung der Schwalm birgt Risiken für Anlieger

Von: syn
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Felix Becker (links) von der Wegberger FDP mit Thomas Schulz, dem Geschäftsführer des Schwalmverbandes. Foto: Wichlatz

Wegberg. Der Schwalm soll der Schwung genommen werden. Denn die in der Vergangenheit vorgenommene Begradigung des Flusses birgt Risiken für die Anlieger und die Tiere, die die Schwalm bevölkern. Neben einer Unterspülung der Böschung ist die schnelle Schwalm vor allem schädlich für ihre Bewohner. In Wegberg wurde dem Gewässer nun ein Bypass gelegt.

Auf Einladung der Wegberger FDP kam der Geschäftsführer des Schwalmverbandes, Thomas Schulz, nach Wegberg, um über Maßnahmen zur Renaturierung des Flusses im Wegberger Stadtgebiet zu berichten. Ziel der Maßnahmen sei, so betonte Schulz, der Wiederaufbau des ursprünglichen Bachbettes. Was früher begradigt wurde, soll nun wieder in seine ursprüngliche Form versetzt werden. In Wegberg wurde die Schwalm seit dem 13. Jahrhundert wirtschaftlich genutzt, was natürlich seine Spuren hinterlassen hat. Seitdem hat sich das Verhältnis der Anrainer zum Fluss geändert.

Von touristischer Bedeutung

Heute ist die Schwalm auch aus touristischer Sicht von Bedeutung. „Einen geraden Kanal will heute keiner mehr haben, auch wenn in ihm sauberes Wasser fließt”, weiß Schulz. Denn die Wasserreinheit ist nicht mehr alleiniges Kriterium für ein gesundes Gewässer. Die seit dem Jahr 2000 europaweit geltenden Wasserrahmenrichtlinien messen die Gesundheit eines Gewässers an den Lebewesen, die darin leben.

Unterschiedliche Geschwindigkeit

Eine unterschiedliche Fließgeschwindigkeit sorgt für die Ansammlung von Sedimenten und der Solenbildung. In diesen Lebensräumen können sich Kleinstlebewesen ansiedeln, die in dem geraden kanalartigen Bachlauf bisher keine Chance mehr hatten.

„Wir können nicht den gesamten Verlauf renaturieren”, betonte Schulz. Es reiche schon, regelmäßige Krümmungen im Verlauf zu schaffen, wie es nun in Wegberg in der Höhe des Erlenbruchs geschehen ist. Diese „Bypässe” reichen schon aus, um den Lebewesen eine Grundlage zu schaffen. Die Maßnahme war mit knapp 4000 Euro preiswert und schnell durchgeführt. So wurde auf der einen Seite der Böschung Boden abgebaggert und an der anderen aufgeschüttet. Die sonst üblichen Betonbefestigungen wurden durch Baumstümpfe ersetzt.

Die Kurve in der Schwalm führt dazu, dass die Fließgeschwindigkeit verringert wird und sich Lebewesen ansiedeln können. „Hier wurde mit wenigen Mitteln viel erreicht”, betonte auch Felix Becker von der Wegberger FDP. Ein weiterer Vorteil dieser Maßnahmen ist, dass nicht der gesamte Bachlauf bearbeitet werden muss. Vielmehr reichen diese Punkte, die in regelmäßigen Abständen geschaffen werden. Ein weiteres Problem stellt das Verhalten vieler Anlieger dar, die ihren Grasschnitt oftmals über den Zaun in die Schwalm kippen. Schwalm wieder umkippt”, betonte Schulz.
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