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Schweizer Künstlerin stellt aus: Störungen bieten neue Interpretationen

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Ein Werk der Schweizer Künstlerin Franziska Rutishauser: Aggregation V – Dark light matter, 2016, Öl auf Leinwand, 105 x 190 Zwentimeter. Foto: Pilz-Fotodesign

Kreis Heinsberg. Der Kunstverein Region Heinsberg freut sich, Gemälde und Zeichnungen aus der Werkserie „Aggregation – Dark light matter“ und eine Leuchtkasten–Installation mit dem Titel „Symplegaden Nr. 3“ der Schweizer Künstlerin Franziska Rutishauser in der Galerie im Horster Hof in Unterbruch präsentieren zu können.

Diese Ausstellung läuft beim Kunstverein vom 25. Juni bis zum 16. Juli. Eröffnet wird sie am kommenden Sonntag, 25. Juni um 11.30 Uhr, Nach der Begrüßung durch Michael Dörstelmann, den ersten Vorsitzenden, folgt eine Einführung in die Ausstellung durch Ingrid Trantenroth–Scholz, zweite Vorsitzende und Kuratorin. Die Öffnungszeiten dieser Ausstellung sind jeweils sonntags von 11 bis 17 Uhr und samstags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Entwicklungen der Jetztzeit

„Franziska Rutishausers Werk ist von physikalischen, philosophischen und ästhetischen Entwicklungen der Jetztzeit geprägt“, heißt es in der Ankündigung. Ausgehend von neuen Erkenntnissen über Realität und Veränderungen des Umweltbildes würden sich ihre Gemälde, Zeichnungen und Fotografien besser in ihrer Gänze verstehen lassen.

In der Ausstellung werden Arbeiten aus dem Werkzyklus „Aggregation – Dark light matter“ gezeigt, die seit 2014 motivisch aus fotografischen Studien von Naturelementen und gedanklich basierend auf neueren Erkenntnissen kosmologischer Forschung entstanden. Irritation durch Mehrdeutigkeit in Bezug zum Realitätsabgleich verfolgt die Künstlerin in ihrern hyperrealistischen Gemälden seit Jahren. Die Fotografie hat für sie eine zentrale Bedeutung, sie dient ihr zum einen als Hilfsmittel für ihre malerischen und zeichnerischen Werke, zum anderen als eigenständige Ausdrucksform. Die fotografischen Serien kamen seit 2012 in ihrer bildsprachlichen Charakteristik als Slideshows und Leuchtkasten–Installationen zum Ausdruck.

Die Gemälde und Zeichnungen aus der jüngsten Serie „Aggregation – Dark light matter“ erzeugen durch die von der Lokalfarbigkeit des Motivs Wasser abweichende Farbgebung Rot in Kombination mit den naturnahen Strukturen ­Irritationen in der Wiedererkennung der Realität und ermöglichen neue Interpretationen durch diese Störungen.

Die Abstraktion der Naturdarstellungen spielt sich so also auf der Interpretationsebene ab, indem zum Beispiel Assoziationen zu Blut, Fleisch, Lavaströmen erfolgen, obwohl die Strukturen von Wasser erkennbar sind. Verstärkt wird diese Wirkung durch Herauslösung von Teilen des Motivs und Freistellung in einen undefinierten Raum oder Einbezug von Flecken, die in den Gemälden schwarz und in den Zeichnungen weiß erscheinen.

Der thematische Faden im Werk der Künstlerin zeigt den Blick auf Wasser, Fels, Holz und andere Naturmaterialien. Es ist der Blick eines Wesens auf seine Umgebung. In der bild­lichen Formulierung dieses Er­blickens mischen sich Gedanken ein, die, Bildstörungen verursachend, darauf hindeuten, den Menschen in Bezug zu seiner Umwelt geistig und emotional neu verstehen zu wollen.

Die Leuchtkasteninstallation mit zwölf Dias einer fotografischen Bildfolge der Slideshow Symplegaden Nr. 3. mit original 19 Bildern ist eine fotografische Arbeit, die ihre bildliche Erscheinung digitaler Aufnahme und Verarbeitung schuldet. Erst die Vergrößerung zu Dias und als Drucke für die Ausstellung als Edition ließ die Bilder physisch werden. Im Wesentlichen sind die Slideshows aber als Abfolge von Bildern in Form von Projektion oder am Monitor zu verstehen.

Die fotografische Arbeit mit Bildserien fokussiert den Ablauf eines Vorgangs, sei es das Abschreiten der Umgebung oder das Verharren vor bewegter Umgebung wie bei „Symplegaden Nr. 3“, wo das Meer mit Fels interagiert. Der Titel bezieht sich auf die Legende der Schiffahrt der Argonauten durch die Enge zweier sich bewegender Felsen im Meer an der Einmündung des Bosporus ins Schwarze Meer.

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