Schweine: Steigende Produktionskosten und sinkende Preise

Von: anna
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Rudolf Hilgers, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Schweineproduktion (links), und Kreistierzuchtberater Franz-Josef Jaeger (rechts) mit den Referenten des Schweinetags. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Der Heinsberger Schweinetag, den die Heinsberger Tierzuchtzentrale jährlich in der Oberbrucher Festhalle durchführt, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Nach rund 100 Teilnehmern im vergangenen Jahr staunte Kreistierzuchtberater Franz-Josef Jaeger dieses Mal über knapp 130 Gäste. Honoriert werde damit sicherlich vor allem die Auswahl hochkarätiger Referenten, erklärte er.

Eine Stunde vor dem Start des Schweinetages trafen sich vor Ort die Mitglieder des Vereins zur Förderung der Schweineproduktion für den Kreis Heinsberg zu ihrer Mitgliederversammlung.

In seinem Geschäftsbericht schilderte Jaeger die aktuellen Probleme, mit denen auch die Schweinezüchter im Kreis zu kämpfen haben: „der teilweise schlechte Schweinepreis“, kombiniert mit „stark steigenden Futter- beziehungsweise Produktionskosten und den immer wieder neuen gesetzlichen Auflagen für die Schweinehalter“, so der Kreistierzuchtberater.

„Für einige Aufregung wird sicherlich die jetzt im Januar dieses Jahres in Kraft getretene Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sorgen.“

Im Kreis Heinsberg wurden am Stichtag 30. September 2012 insgesamt 39.613 Schweine in 116 Betrieben gehalten im Vergleich zu 34.705 Tieren in 117 Betrieben ein Jahr zuvor. 3371 (3816) davon sind Zuchtschweine in 39 (48) Zuchtbetrieben. 41 Betriebe sind Mitglied im Verein und repräsentieren 91 (88,3) Prozent der Sauen, die im Kreisgebiet gehalten werden.

Jaeger appellierte an die Vereinsmitglieder, die Rundschreiben der Rheinischen Erzeugergemeinsaft (REG) sorgfältig zu lesen und zu beachten, „denn nur wenn alle versuchen, beste Qualitätsferkel zu produzieren und die Maßnahmen befolgen, kann auf lange Sicht die Existenz der Betriebe gesichert werden.“

Als wichtig erachtet Jaeger in diesem Zusammenhang auch den Zusammenschluss, den Vereine und deren Mitglieder in REG und Erzeugergemeinschaft (EG) Rheinland in Dezember 2012 beschlossen haben. Die neuen, gemeinsamen Organisationen heißen demnach Schweinevermarktung Rheinland (SVR) und Viehverwertung Rheinland (VVR).

Insgesamt sieben Referenten konnte der Vereinsvorsitzende Rudolf Hilgers anschließend zum Schweinetag begrüßen. Als erster Redner verdeutlichte Dr. Dirk Hesse vom Beratungsunternehmen AgriKontakt und Privatdozent an der Uni Gießen, dass eine Optimierung der Produktion wichtiger ist als Wachstum des Betriebes an sich.

Mit dem Einsatz von Antibiotika befasste sich Dr. Jürgen Harlizius vom Tiergesundsheitsdienst der Landwirtschaftskammer NRW. „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“, lautete sein Rat. Geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität an der Tränke erläuterte Joachim Schulz von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Dr. Detlev Schul, Key Account Manager der Intervet Deutschland GmbH zeigte ergänzend die Möglichkeiten einer sogenannten Wassermedikation auf mit dem Ziel einer Entwurmung.

Zur aktiven Beteiligung an der aktuellen Diskussion um die Schweinehaltung rief Dr. Karl-Heinz Tölle von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) seine Zuhörer auf. „Mitgestalten statt reagieren“, so sein Appell.

Mit Blick auf die Kostenentwicklung empfahl Klemens Kuhlmann von der Landwirtschaftskammer NRW einen Blick auf die lieb gewordenen Gewohnheiten in der Schweinefütterung. „So ist die Eiweißversorgung der Schweine in Art und Umfang auf den Prüfstand zu stellen“, sagte er. Ebenfalls der Fütterung widmete sich Dr. Alfons Heseker, wissenschaftlicher Leiter des Futtermittelherstellers Miavit.

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