Heinsberg - Schweigeminute als Zeichen der Verbundenheit mit Japan

Schweigeminute als Zeichen der Verbundenheit mit Japan

Von: defi
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Die Betroffenheit ist auch in den Schulen zu spüren: Die Klasse 6a der Realschule Heinsberg gedachte am Freitagmorgen in einer Schweigeminute der Katastrophenopfer in Japan. Foto: defi

Heinsberg. Schulministerin Sylvia Löhrmann hatte die Schulen und Weiterbildungsträger in Nordrhein-Westfalen aufgerufen, sich am Freitagmorgen an der von der Landesregierung ausgerufenen Schweigeminute zu beteiligen und so ein Zeichen der Verbundenheit mit Japan zu setzen. Auch die Realschule Heinsberg beteiligte sich.

Schulleiter Reinhard Welters rief über die Schullautsprecher alle Klassen zu dieser Schweigeminute auf. Er erinnerte an die Kette von Katastrophen, die die Japaner vor einer Woche getroffen und 6000 Menschen das Leben gekostet habe sowie an die 8000 Menschen, die noch vermisst würden und vermutlich ebenfalls tot seien.

Er rief die Schüler dazu auf, in dieser Minute darüber nachzudenken, was in Japan geschehen sei, und drückte die Hoffnung aus, dass der weitere Verlauf der Krise in den Griff zu bekommen sei. Dann war es eine Minute lang still.

Die Schülerinnen und Schüler Klasse 6a hatten ihre Französischbücher beiseite gelegt, sich von ihren Stühlen erhoben und der Menschen gedacht, von denen sie im Unterricht zuvor schon viel gesprochen hatten. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich nicht nur in der Schule mit den Geschehnissen in Japan beschäftigt. Sie hatten auch zu Hause die Medienberichterstattung über das Erdbeben, den Tsunami und die Gefahr atomarer Verstrahlung verfolgt und nehmen Anteil an dem Leid, das Kinder und Erwachsene heimgesucht hat.

Daniel erzählt von einem Mann, den er im Fernsehen gesehen hat: „Der fährt mit seinem Fahrrad durch das ganze Land und sucht seine Frau, er hat vorne an seinem Rad ein Schild angebracht mit einem Foto und hofft so seine Frau wiederzufinden.” „Auch Kinder suchen nach ihren Eltern”, sagt Dilana, „die Kinder weinen und haben gar keine Hilfe.” Michael hat gehört, dass es in der Ukraine schon einmal so eine Atomkatastrophe gegeben habe, „aber das in Japan ist noch schlimmer sagen die Leute”.

Angelina denkt an die Kinder, die ihre Eltern verloren und kein Haus mehr haben, kein Wasser und keinen Strom. Phillip weiß, dass Japan im Zweiten Weltkrieg von Atombomben getroffen worden ist. Gemeinsam mit seinen Mitschülern und etwas Unterstützung von Lehrer Theo Vriens fallen dann auch die Namen der beiden getroffen Städte Hiroshima und Nagasaki.

Mahmut hat gelernt, dass das Erdbeben durch die Verschiebung von Erdplatten entstanden und damit der Tsunami ausgelöst worden sei. Er meint, man hätte aber nicht wissen können, dass es so schlimm werden würde. Lulzim hat ebenfalls sehr gut aufgepasst und kann genau erklären, wie das Erdbeben entstanden sei.

Dass nach der Kernschmelze das Grundwasser verseucht sein könnte, befürchtet Jan-Gottfried. Frano hat einen Mann gesehen, der vom Dach eines Hauses gerettet wurde, das auf dem Meer schwamm. Sophie tun die Menschen leid, die jetzt in Turnhallen leben: „Die haben dort keine Heizung, nur dünne Pullover und keine richtigen Schuhe.” Und Silvana befürchtet, dass die Notunterkünfte nicht ausreichen werden: „In die Turnhallen passt doch nicht ganz Japan rein.”

Kristina findet es echt doof, dass die Fluggesellschaften nun die Preise für die Flugtickets erhöht hätten. Laura meint: „6000 Euro kostet ein Flugticket. Menschen, die wenig Geld haben, müssen dort bleiben und sterben.” „Das ist Mist, dass die Fluggesellschaften damit Geld machen, da muss man doch sagen, alle ins Flugzeug und raus hier”, spricht Daniel Klartext. Ellen sagt: „Die Menschen dürfen nicht raus. Das alles ist ganz schlimm für die Leute, das werden die nie wieder vergessen.”

Elena nimmt Anteil an der Angst, die die Japaner nach der Riesenwelle und vor der Strahlung haben müssen, diese Angst könne man sich gar nicht vorstellen. „Die laufen alle in den Tod”, sagt Benedikt und: „Was die Menschen wohl denken, die kein Geld haben, um fortzugehen, die da bleiben müssen und wissen, dass sie sterben.”

„Die kühlen ja jetzt mit Meerwasser”, so Benedikt, „aber bei 2000 Grad schafft man das nicht so schnell.” Marc erklärt, die Arbeiter, die jetzt noch am Reaktor seien, um die Kühlung zu erreichen, würden alle radioaktiv verseucht und sterben. „Das sind Helden, die opfern sich dafür, dass andere Menschen weiter leben können.”
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