Schulgarten-AG: Das Kaninchen läuft sich Blasen

Von: Dettmar Fischer
Letzte Aktualisierung:
Die Garten-AG der Realschule O
Die Garten-AG der Realschule Oberbruch hat ihren Schulgarten im Griff. In puncto Pflanzen, Ernten und „Verwerten” macht ihnen so schnell keiner was vor. Foto: Dettmar Fischer

Heinsberg-Oberbruch. Was könnte Schüler dazu bewegen, in den Ferien zweimal die Woche in ihre Schule zu gehen? Richtig geraten: eine Trockenperiode - so geschehen in den Osterferien an der Realschule Oberbruch.

In den Herbstferien wird sich das so nicht wiederholen, denn die Trockenperiode des „Frühsommers” ist vorbei und die Ernte größtenteils eingefahren.

Die 15 Schüler der Klassen 6 bis 10 sind Mitglieder der Garten AG der Realschule, die in den Osterferien einen Schulgarten angelegt hatten. Und der kann sich sehen lassen. Auf die Frage, was denn das Schönste am Gärtnern sei, antwortet Niklas grinsend: „Das Verwerten.” In Form von Spinatpizza, Kartoffelsalat oder mal als Zucchini-Lachssüppchen. Der Lachs wird allerdings noch zugekauft, denn der alte Teich in der Nähe des Schulgartens muss erst noch fit gemacht werden. Schulgarten-AG-Lehrerin Rita Schäfer hat das zugewachsene Betonbecken, das einst ein Teich war, aber schon als Zukunftsprojekt fest ins Auge gefasst.

Geplant haben die Schüler den Schulgarten selbst. Rita Schäfer: „Sie wollten gerne Gemüse, Beerenobst und Blumen in ihrem Garten haben. Da war klar, dass es ein Bauerngarten werden wird.” Der Garten wurde quadratisch angelegt, in der Mitte gibt es ein Rondell, von dem aus vier mit Rindenmulch belegte Wege kreuzförmig abzweigen. Starthilfe war in Form von Kompost vom Bauhof der Stadt Heinsberg gekommen. Zudem hatten zwei Mitarbeiter des Bauhofs zusammen mit den Schülern rund um den Garten einen Kaninchendraht gezogen. Der Garten wird wohl nicht so bald in einer Unkrautoase enden, denn schon beim Einschlagen der Pfähle überraschten die Schüler mit ihrem Einsatz.

Es sollte ein Biogarten werden. Schulleiter Albert Zaunbrecher: „Ein Biogarten mit beeindruckenden Ergebnissen!” Direkt vor dem Bürofenster des Schulleiters gedeiht, was seine Schüler pflanzen, pflegen und ernten. Zaunbrecher: „Solche Radieschen sind unheimlich lecker.” Nicht nur diese, sondern auch rekordverdächtige Kartoffeln gediehen im Gartenreich der Schüler nur mit Hilfe des Komposts, der inzwischen aus den Abfällen ihres Gartens hergestellt wird.

Rebecca hat wie die meisten ihrer Garten-AG-Freunde auch zu Hause einen Garten: „Aber zuhause arbeite ich nicht so viel im Garten wie hier in der Schule.” Baris ist neu in der Gruppe. Bei seinen Verwandten in der Türkei hat er auch schon bei der Gartenernte geholfen. Baris: „Hier habe ich schon viel gelernt, auch wie viele Unkrautarten es gibt.” Remo ist der Kräuterspezialist der Gartentruppe. Die Familie stammt aus Italien und die mediterrane Küche setzt ja nun mal auf mehr als Salz und Pfeffer. „Ich nehme auch schon mal Minze mit nach Hause und koche daraus Tee”, sagte Remo.

Einen pädagogischen Hintergrund hat die Garten-AG natürlich auch. „Auch Schüler, die im Unterricht nicht so gut mitkommen, lernen wir in der Garten-AG ganz neu kennen. Da sind das auf einmal die Top-Leute, das stärkt ihr Selbstbewusstsein”, sagte Lehrerin Rita Schäfer.

Im Schulgarten ist langsam die Winterruhe eingekehrt. Selbst das schlaue Kaninchen, das den nach ihm benannten Draht immer wieder überwindet, findet nur noch paar Kohlblätter zum Knabbern. Die Garten-AG wird nun Kräuterschildchen und ein bisschen Kunst für den Garten basteln und vor allem die Frühjahrsaussaat vorbereiten. Der große Wunsch der Schüler ist ein Gartenhaus, in dem sie ihre Gerätschaften unterbringen können. So ein Gartenhaus ist teuer, der Förderverein hat zwar schon die Gartenwerkzeuge finanziert, die Schüler verdienen etwas Geld für das Saatgut über den Verkauf von Salat und anderem Gemüse im Lehrerzimmer, aber das reicht nicht für ein Gartenhaus.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert