Kreis Heinsberg - Schüler zeigen sich schockiert und entsetzt

Schüler zeigen sich schockiert und entsetzt

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In Krakau: Schüler Christian Uniatowski (HH123) legte einen Gedenkstein auf ein Grab eines jüdischen Friedhofs.

Kreis Heinsberg. Auschwitz und Krakau waren Ziele einer eindrucksvollen und berührenden Studienfahrt, die Schülerinnen und Schüler der Klassen HH123 der Höheren Handelsschule und GY121 der gymnasialen Oberstufe vom Berufskolleg Wirtschaft in Geilenkirchen mit ihren Lehrern Ingrid Budde-Dressen, Tilli Thul und Stephan Betz antraten.

Finanziell unterstützt wurde die Fahrt von der Stiftung „Erinnern ermöglichen“, die das Ziel verfolgt, dass jeder Schüler in Deutschland einmal in seiner Schulzeit ein KZ oder eine entsprechende Gedenkstätte gesehen hat und damit nach der Überzeugung von Dieter Graumann, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, „immunisiert“ werde „gegen die Krankheit von Rassismus und Ausgrenzung“.

Am ersten Tag besuchten die Schülerinnen und Schüler in Krakau das jüdische Viertel, eine Synagoge, einen jüdischen Friedhof, das jüdische Getto und die Schindler-Fabrik, die heute ein Museum ist. Begleitet wurden sie von Guides, die ihnen zu den einzelnen Stationen Informationen und Wissenswertes über jüdische Geschichte sowie Kultur und Bräuche lieferten. „Ich bin schockiert, ich wusste nicht, unter welchen Bedingungen die Juden in diesen Gettos leben mussten und was sie dort durchmachten“, stellte Tobias von Krüchten aus der Klasse GY 121 bei der Führung fest.

Größte Konzentrationslager

Am nächsten Tag stand die wichtigste Fahrt der Reise an: Die Schüler besuchten die Konzentrationslager Auschwitz I und Auschwitz II Birkenau, in denen über eine Million Menschen, der weitaus größte Teil von ihnen Juden, ermordet wurden. Nach zwei Stunden Fahrt kamen sie im ersten der beiden Lager in Auschwitz an. Das Lager war eines der größten Konzentrationslager. Fachkundige Guides führten die Schülerinnen und Schüler über das Gelände und durch die einzelnen Gebäude. „Ich bin entsetzt über die vielen Gräueltaten und Verbrechen, die hier begangen wurden, es ist etwas anderes diese Dinge nun mit eigenen Augen zu sehen, statt nur in der Schule darüber zu reden“, äußerte Philipp Rostek (GY 121) beim Anblick der Haare, die Frauen bei ihrer Ankunft im Konzentrationslager abgeschnitten und später zu Stoffen, Teppichen und Kleidung weiterverarbeitet wurden.

Nach der dreistündigen Führung ging es weiter in das nur wenig entfernte zweite Lager, Auschwitz-Birkenau, das größte Konzentrations- beziehungsweise Vernichtungslager. Diese Massenvernichtung nun in der Gedenkstätte noch einmal so deutlich vor Augen zu haben, bedrückte die Schülergruppe sichtbar. Franziska Laven (GY 121) sagte: „Ich war die ganze Zeit den Tränen nahe.“ Zum Ende hin richtete der Guide noch einmal Worte an die Schüler: „Wir machen diese Führungen, damit niemand jemals vergisst, was hier passiert ist, und dies auch versteht. Vielleicht können wir somit verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht.“

Gegensätzliche Eindrücke

Am letzten Tag durften die Klassen den kulturellen Reichtum Krakaus besichtigen, das wunderschöne Königsschloss auf dem Wawel-Berg, das Universitätsviertel und die Marienkirche in der Altstadt. Dazu erfuhren sie erneut Wissenswertes zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten von ihrem Guide, der sie während der ganzen Fahrt betreute. „Krakau ist wirklich eine wunderschöne Stadt“, stellte Lisa Tellers (GY 121) begeistert fest, als sie den Marktplatz in der Altstadt betrat, und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler stimmten zu.

Die gegensätzlichen Eindrücke der Studienfahrt – die Schönheit der Stadt Krakau und die erschütternden Zeugnisse von Rassenhass und Menschenverachtung in den Konzentrationslagern – dürften den Schülerinnen und Schüler sowie den Lehrerinnen und Lehrern immer in Erinnerung bleiben. Möglicherweise führen sie bei dem einen oder anderen zu ­einem sensibleren politischen und gesellschaftlichen Bewusstsein.

Die Schülerinnen und Schüler werden jedenfalls noch lange von dieser Fahrt erzählen. Und sie waren dankbar, daran teilnehmen zu können. Pascal Winter (GY 121): „Für diese Reise möchten wir uns auch ganz herzlich bei der Stiftung ,Erinnern ermöglichen‘ bedanken, die uns die Möglichkeit gegeben hat, diese Erfahrungen dort zu sammeln. Meiner Meinung nach sollte jeder die Möglichkeit haben, einmal einen Einblick in das Leiden dieser Menschen zu bekommen, um zu verstehen, was dort passiert ist.“

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