Schüler diskutieren bei „Jugend debattiert”

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„Jugend debattiert:”: Diese Schülerinnen und Schüler waren beim Regionalwettbewerb im Hückelhovener Gymnasium erfolgreich. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. „Gespräche bilden Gemeinschaft”: Diese Überzeugung des Philosophen Jürgen Habermas ist nicht nur bloße Theorie, sondern sie bewahrheitet sich dort, wo man Menschen Raum und Gelegenheit zum Gespräch gibt.

Eine wirkliche Gemeinschaft ist mittlerweile der Verbund der zwölf Schulen, die in der Städteregion Aachen und im Kreis Heinsberg den Wettbewerb „Jugend debattiert” bestreiten.

36 Schülerinnen und Schüler trafen in der Aula des Hückelhovener Gymnasiums zusammen, um bereits eine Stunde später in neun Kursräumen der Schule aktuelle, gesellschaftliche Streitfragen zu klären.

So stand in der Altersstufe II zum Beispiel die Frage zur Debatte, ob das Kindergeld in Zukunft nur noch an Familien ausgezahlt werden sollte, die unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegen. In einer Debattengruppe schlugen die Befürworter einen Grenzbetrag von 100.000 Euro Jahreseinkommen vor und sahen darin ein Einsparpotenzial, das ausreiche, um die Bildungs- und Freizeitangebote für Kinder aus einkommensschwachen Familien deutlich zu verbessern.

Wie komplex und kompliziert diese Streitfrage ist, zeigte sich im Verlauf der Aussprache, die sich nicht nur um das Einkommenssteuerrecht, sondern auch um den Aspekt der Gerechtigkeit drehte. Die dreiköpfige Jury und das Publikum waren beeindruckt von der Vielzahl der Gesichtspunkte, die bei einer solchen Fragen zu bedenken sind und von den Debattanten vorgetragen wurden.

Die Streitfrage in der Altersstufe der 14- bis 16-Jährigen schien nur auf den ersten Blick leichter zu beantworten zu sein: „Soll in der Fußball-Bundesliga der Videobeweis eingeführt werden?” Doch plötzlich standen Fragen nach der Umsetzbarkeit, der Finanzierbarkeit und nach dem Wesen des Fußballspiels im Raum. Doch auch die jüngeren Schüler beherrschen das im Unterricht gelernte Format der Debatte und wissen, wie man seine Argumente vorträgt ohne die Gesprächspartner auf der anderen Seite zu düpieren.

„Diskursfähigkeit” ist das große Ziel, das Regionalkoordinator Guido Rütten gemeinsam mit seinen Kollegen an den beteiligten Schulen fördern will. Im Netzwerk der „Jugend debattiert”-Schulen ist man sich bewusst, welche Bedeutung Rede- und Kommunikationsfähigkeit im Leben der Schüler spielen wird.

Denen machen das Debattieren und die Auseinandersetzung mit den Schülern der anderen Schulen einfach Spaß. So fieberten denn auch alle mit, als die Glocke um 13 Uhr die abschließende Siegerehrung einläutete. Der Koordinator hob zunächst einmal die Bedeutung des alten Satzes hervor, der laute: „Übung macht den Meister”. Denn einige Finalisten - wie Korcan Yesil vom Städtischen Gymnasium Hückelhoven oder Maria Wagner von der Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg - sind zum Teil schon zum vierten Mal dabei.

Ganz besonders wurde auch den Lehrerinnen und Lehrern aus den beteiligten Schulen gedankt, welche die Ausbildung der Schülerinnen und Schüler im Bereich „Freie Rede und Gespräch” dauerhaft und intensiv fördern würden.

Für die Sieger des Regionalwettbewerbs von „Jugend debattiert” in Hückelhoven steht am Dienstag, 22.Februar, die nächste Hürde beim Regionalfinale im Aachener Couven-Gymnasium an. Um 19 Uhr steht dort die Frage „Soll die Aufbewahrung von Schusswaffen in Privathaushalten verboten werden?” diskutiert. Dabei entscheidet sich auch, wer die Region beim Landeswettbewerb vertreten wird.

Qualifiziert haben sich: Altersstufe 1: Schiva Ghaei, Couven-Gymnasium Aachen; Laura Emmerling, Cornelius-Burgh-Gymnasium Erkelenz; Christoph Hensen, Cornelius-Burgh-Gymnasium Erkelenz; Maria Jankovic, Geschwister-Scholl-Gymnasium Aachen; Ersatz: Yasici Seda, Geschwister-Scholl-Gymnasium Aachen; Tugce Gül, Couven-Gymnasium Aachen. Altersstufe 2: Marc Mazur, Inda-Gymnasium Kornelimünster; Pascal Förster, Einhard-Gymnasium Aachen; Simon Krause, Inda-Gymnasium Kornelimünster; Maria Wagner, Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg; Ersatz: Carl Becker, Einhard-Gymnasium Aachen; Benedict Steffens, Couven-Gymnasium Aachen.
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