„Schnapsidee” führt zu Kunden selbst in Kuwait

Von: syn
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Ingo Weidenbach, seine Frau Elisabeth und Praktikant Alexander Steinbeck haben sich dem Modellbau verschrieben - egal ob zu Wasser, an Land oder in der Luft. Foto: Wichlatz

Hückelhoven-Ratheim. „Angefangen hat alles als Schnapsidee”, sagt Ingo Weidenbach. Der Systemadministrator ist seit Jahren selbst begeisterter Modellflugzeugbauer und lässt seine RC-Flugzeuge (radio controlled) auch fliegen.

Dann kam er auf die Idee, einen Internet-Shop zu programmieren und die Bauteile, Bausätze und Ersatzteile online anzubieten. Mittlerweile hat der Ratheimer Kunden von Kuwait über Norwegen bis nach Rumänien.

Schnell wurde die Wohnung als Lager zu klein und die Nachfrage der Kundschaft zu groß, um sie noch von zu Hause aus befriedigen zu können. Also wagte Weidenbach den Sprung ins kalte Wasser und eröffnete im November ein Ladenlokal in Ratheim. Wer es betritt, der taucht ein in eine Welt voller „Spielzeug für Erwachsene”.

Denn bei Weidenbach gibt es so ziemlich alles zu kaufen, was sich mittels Funkfernsteuerung bewegen lässt. Von Autos über Schiffe und Rennboote bis hin zu Flugzeugen und Helikoptern reicht das Angebot. Wer für seinen Offroader „richtig dicke Schluppen” sucht oder einen speziellen Bastelkleber, der ist hier richtig.

Bei den Gesprächen verliert der Außenstehende schnell den Durchblick, wenn es um Drehzahlanpassungen, geländetaugliche Federungen oder Nitrofüllungen für die Modelle geht. Bei Weidenbach findet man Rat und Hilfe, wenn das geliebte Modellfahrzeug nicht mehr richtig fliegen, fahren oder schwimmen will.

Seit er Anfang 2008 mit seinem Online-Shop begonnen hat, hat er sich nicht nur in Deutschland unter Modellbaufreunden einen Namen gemacht. Das belegen auch die Besuche der Seite im Internet, die in die Hunderttausende gehen. „Grade unsere Kunden aus den Niederlanden fragten immer wieder nach, ob sie ihre Bestellungen nicht selber abholen können. So entstand die Idee des Ladenlokals”, erinnert sich Weidenbach. Obwohl das Geschäft anfangs nur für Deutschland geplant war, hat die junge Firma heute Kunden aus aller Herren Länder. Dort vertraut man anscheinend auch auf Made in Germany, denn Weidenbach führt ausschließlich deutsche Fabrikate.

„Wir verfolgen eine klare Informationspolitik gegenüber den Kunden und achten auf prompte Lieferung”, erklärt er das Geschäftsprinzip. Zweimal pro Tag werden die versandfertigen Pakete im Laden abgeholt und auf den Weg geschickt.

Bedient werden die Bedürfnisse von Einsteigern ebenso wie die von Profis, die mit ihren Modellen an Wettkämpfen teilnehmen. Für Jugendliche ist es ein sehr teures Hobby, doch auch für schmale Geldbeutel findet sich ein fahr-, schwimm- oder flugfähiger Untersatz.

Weidenbach persönlich schwört auf Selbstbau, denn das dabei verwendete Balsaholz sei stabil und lasse sich nach einem Absturz auch wieder reparieren. „Bei den ARF-Modellen ist nach einem Absturz oft nichts mehr zu machen”, erklärt er und gibt dem Zuhörer erneut ein Rätsel auf: „Wofür steht ARF?” Die Abkürzung stammt aus dem Englischen und bedeutet „Almost ready to fly” (nahezu flugfertig). Was das praktisch heißt, zeigt Weidenbach am Objekt und holt ein ARF-Modell einer Messerschmitt aus dem Regal. „Das Modell ist vorgefertigt, kostet rund 400 Euro und ist leer”, erklärt er. Um es flugfertig zu bekommen, kommen am Ende rund tausend Euro zusammen. „Wenn die abschmiert, ist das Geld weg”, betont er.

Die Faszination am Modellflug packte den Ratheimer vor rund 20 Jahren. Seitdem ist er auf rund 20 Flugzeuge gekommen, die er sein Eigen nennt und mit denen er regelmäßig seine Schleifen am Himmel über Hückelhoven zieht. Seine Frau Elisabeth wurde auch vom RC-Virus gepackt, liebt es aber eher ebenerdig. Sie ist die Fachfrau für Modellautos mit Verbrennungs- oder Elektromotor und nimmt auch an Wettbewerben teil. Dritter im Bunde ist derzeit der Praktikant Alexander Steinbeck, der seit acht Jahren seine Freizeit mit Modellflugzeugen beim Luftsportverein Rurtal verbringt.

Verstärkt werden soll die geballte Fachkompetenz im kommenden Jahr um einen Auszubildenden, wenn die Geschäfte sich weiter so gut entwickeln.
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