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Rutschpartien auf der Parkhofstraße erklärt

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:
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Nicht nur mit der Glätte auf den Blausteinen haben die Besucher am Hückelhoven Center derzeit zu kämpfen: Im Zuge der Bauarbeiten an dem neuen Geschäftshaus, die jetzt begonnen haben, müssen auch Leitungen für die Versorgungsträger verlegt werden. Deshalb wird es für die Fußgänger ziemlich eng. Foto: N. Schuldei

Hückelhoven. Also folgerte er messerscharf, dass nicht sein kann, was nicht sein darf... Nach der geltenden EU-Norm R 11 nämlich sind die an der Parkhofstraße verlegten Blausteine „rutschfest”. Da gibt´s nichts dran zu rütteln.

Unumstößliche Tatsache allerdings ist, dass in den vergangenen Tagen nicht nur etliche Fußgänger auf den Blausteinen ins Rutschen gekommen sind, sondern dass sich in Folge des strengen Frostes auch Platten an einigen Stellen an der oberen Parkhofstraße gehoben haben.

Wie konnte das - entgegen jener Norm! - passieren? Die Verwaltungsspitze versuchte in der Sitzung des Bauausschusses Antworten zu geben. Der Technische Beigeordnete Dr. Achim Ortmanns ging die Sache analytisch an: „Wir hatten vor Weihnachten sehr viel Regen und ab Weihnachten strengen Frost.”

Ortmanns prägte in diesem Zusammenhang das Wort „Generationenfrost”. Die Wetterlage, so der Beigeordnete, sei „für unsere Region atypisch” gewesen. Mit anderen Worten: Man hatte wenig Erfahrung mit der Kälte, wusste nicht so recht, wie man mit dem Winter umgehen, oder besser: ihm entgegentreten soll. „Wir haben sehr viel Salz gestreut”. Das war möglicherweise eine nicht gerade taugliche Maßnahme. Denn: „Als Folge davon ist das Eis an den Rändern der Steine schnell getaut, in der Mitte aber blieb ein Eisklotz stehen.”

Das Resultat: In die Fugen sickerte Wasser ein, das dann wieder gefror. Und das tat, was Wasser in diesem Aggregatzustand eben tut: Es breitet sich aus.

Ergebnis: Die Platten hoben an. Die mangelnde Rutschfestigkeit der Steine in der aufgemöbelten Parkhofstraße kam für die Verantwortlichen der Stadt quasi wie aus heiterem Himmel, wie Bürgermeister Bernd Jansen in seiner mehr chronologischen Aufarbeitung einräumte. Im Jahre 2006 hatte man, rechtzeitig vor der Verlegung der Steine, gerade diese Frage in Workshops eingehend diskutiert. Und sich überdies zu einer Besichtigungstour aufgemacht, bei der man vor Ort und sogar im Ausland (Niederlande) diesem Thema eingehend nachgegangen war.

Mangelnde Rutschfestigeit sei da kein Thema gewesen, EU-Norm R11 habe dort, wo man sich umgeschaut habe, gegriffen. Jetzt, da man durch die Wirklichkeit eines richtigen Winters eines Besseren belehrt worden sei, habe man, so Jansen, nicht nur Bodenproben entnommen - „die labortechnische Untersuchung läuft noch” - es sei zudem ein externer Gutachter nach Hückelhoven gekommen, um sich vor Ort ein Bild der prekären Situation zu machen. Die Handlungsempfehlung des Gutachters nach eingehender Beguckung der Hückelhovener Steine: „Nichts, gar nix machen.” „Das”, so der Technische Beigeordnete Dr. Achim Ortmanns, „finde ich sehr beruhigend”.

Was der von außen angereiste Fachmann den Hückelhovenern rät? „Wir sollen bis zum nächsten Winter verstärkt nachfugen. Das werden wir natürlich machen.” Danach, so der externe Experte, wären die Lücken geschlossen, das Wasser würde sich nicht mehr unter den Platten ausbreiten, sie würden sich folglich gar nicht mehr heben können.

Warum, fragte der Stadtverordnete der Bürgerpartei, Jochen Frickinger, man um Himmels willen so viel Salz gestreut habe. „Warum nicht Sand?”, wollte er wissen. Die entwaffnende Antwort des Bürgermeisters: „Wir haben keine Erfahrung mit so einem Wetter.”

Die erste Ladung Salz hätten die Geschäftsleute, die für ihre Gehwege die Verantwortung tragen, rausgelassen. „Wir haben dann”, so Bernd Jansen, „den Bauhof rausgeschickt, um nachzusalzen. Das war ein Fehler”. Aus Fehlern wie diesen müsse man eben lernen. Dazu ist die Verwaltungsspitze nach eigenen Angaben bereit.
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