Russisches Kinderhilfszentrum: Deutsche Partner gratulieren

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Erfährt große Unterstützung aus dem Kreis Heinsberg: Frühförderzentrum „Limpopo“ im russischen Pskow.

Heinsberg/Pskow. Ausschließlich strahlende Augen und glückliche, zufriedene Gesichter waren im Frühförderzentrum „Limpopo“ in der Uliza Stachanowskaja im russsischen Pskow zu beobachten. Kinder und Eltern, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie viele weitere Gäste waren gekommen, um „Limpopo“ zum ersten „großen“ Jubiläum zu gratulieren.

Zu ihnen gehörten auch Bernd Schleberger, der ehemalige Schulleiter der Rurtal-Schule aus Heinsberg-Oberbruch, Martin Rogalla als Vertreter des Kirchenkreises Lennep und Dr. Thomas Schliermann, Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums Remscheid.

Während eines fröhlichen und liebevoll vorbereiteten Festes, in dem vor allem die Kinder von „Limpopo“ im Mittelpunkt standen, konnten sich alle Besucher von der wohltuenden Atmosphäre, von der Kultur der gegenseitigen Begegnung und nicht zuletzt von der hohen fachlichen Qualität der Arbeit in dieser einzigartigen Einrichtung überzeugen.

Für den bewegenden Moment bei der Feier sorgte eine Mutter eines Kindes mit einem Handicap, die spontan das Wort ergriff: „Wir Eltern sind den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Limpopo-Teams unendlich dankbar, weil sie uns das Gefühl geben, Eltern wie alle anderen zu sein. Wir haben durch sie gelernt, stolz auf unsere Kinder zu sein und dass wir Eltern von ganz normalen Kindern sind.“ Ein berührendes Kompliment!

Gemeinschaftsprojekt

Das Frühförderzentrum ist auf Initiative und als Gemeinschaftsprojekt der Rurtal-Schule, der Förderschule des Kreises Heinsberg mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, und ihrer russischen Partnerschule, dem Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) Pskow, Anfang der 2000er-Jahre entstanden. Unterstützt wurden dabei die beiden Schulen von der Evangelischen Kirchengemeinde Wassenberg mit ihrem damaligen Pfarrer Martin Rogalla. Im April 2003 ist „Limpopo“ dann eröffnet worden, ein Jahr später konnten die sanierten, hellen und sehr ansprechenden Räumlichkeiten Kindern, Eltern und therapeutischem und heilpädagogischem Personal übergeben werden.

Die Rurtal-Schule hatte fast den kompletten Umbau sowie die Sanierung der Räume mit circa 200.000 Euro finanziert, woran die Schülerband „Rur-Rock –Wir zusammen“ den größten Anteil hatte. Mit der Eröffnung legte sie zusätzlich ein dreijähriges anspruchsvolles Qualifizierungsprogramm mit Lehrgängen, Hospitation und Seminaren in Deutschland und Russland für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von „Limpopo“ auf und brachte dafür weitere 30.000 Euro auf.

Pfarrer Martin Rogalla hatte seine Passion für „Limpopo“ aus Wassenberg mit nach Remscheid genommen und dort mit seiner neuen Aufgabe als Citypfarrer im Evangelischen Kirchenkreis Lennep verankert. Von dort wird das Frühförderzentrum seit nunmehr zehn Jahren und auch in Zukunft sowohl finanziell und als auch ideell unterstützt. Das Sozialpädiatrische Zentrum Remscheid mit Leiter Dr. Thomas Schliermann begleitet die beispielhafte Einrichtung in allen modernen inhaltlichen und fachlichen Fragestellungen.

Ganzheitliche Förderung

Das Frühförderzentrum ist seinerzeit auf den Weg gebracht worden, um behinderte (Klein-)Kinder vor dem Hintergrund eines christlichen Menschenbildes ganzheitlich zu fördern und zu behandeln. Der Mensch mit seiner individuellen Persönlichkeit mit all seinen Möglichkeiten und Schwächen steht dabei im Mittelpunkt aller Maßnahmen. Dafür konnte eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Medizin, Psychologie, Therapie und Heilpädagogik geschaffen werden, die beispielhaft weit über die Pskower Region hinaus ist.

Gleichzeitig mit dem Fest zum zehnjährigen Bestehen traf der Gouverneur des Oblastes (des Verwaltungsbezirkes) für das Frühförderzentrum eine kluge zukunfts- und richtungsweisende Entscheidung, die mit Erleichterung und großer Freude in der Rurtal-Schule und in der Evangelischen Kirchengemeinde Wassenberg, der Gründerin des HPZ Pskow, aufgenommen wurde. Er hatte angeordnet, dass „Limpopo“ aus der Zuständigkeit der Kinderpoliklinik entlassen und als eine Abteilung des Heilpädagogischen Zentrums Pskow weitergeführt würde.

Damit wurden auch viele Wochen der Ungewissheit und des Bangens um die Zukunft des Frühförderzentrums beendet. Das große allseitige Aufatmen ob dieser Entscheidung, welche die Weiterarbeit von „Limpopo“ mit den bisherigen Intentionen, begleitet von den deutschen Partnern, dauerhaft sichert, trug ebenfalls zu der gelösten und unbeschwerten Stimmung bei dieser Jubiläumsfeier bei.

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