Route nach Compostela führt durch Lövenich

Von: Bodo Strickstrock
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Günther Merkens, Hildegard Frohn und Willi Pflipsen an der Deutschlandkarte mit den Verläufen der Jakobswege 2010. Foto: Bodo Strickstrock

Erkelenz. Seitdem Hape Kerkeling „mal weg war”, viele andere Prominente ihre Erfahrungen auch schriftlich niedergelegt haben und Abtprimas Notker Wolf über alte Wege und neue Ziele nachdachte und fragte, „Wohin pilgern wir?”, ist der Wunsch zu pilgern wieder stärker in das Bewusstsein vieler Menschen gelangt.

In diesem Jahr werden besonders zahlreiche Menschen auf den klassischen Camino durch Frankreich und Spanien unterwegs sein, denn 2010 ist ein Heiliges Compostelarisches Jahr. Immer wenn der Gedenktag des heiligen Jakobus, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt, wird es gefeiert. Und das nächste wird erst im Jahre 2021 sein.

Hildegard Frohn, Präsidiumsmitglied der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft, war jetzt auf Einladung des Vorsitzenden des Heimatvereins der Erkelenzer Lande, Günther Merkens, in der Guten Stube zu Gast und erläuterte die Europäische Route nach Compostela 2010, die unter dem Motto steht: „Lasst uns mit unserer Erde und ihren Menschen solidarisch sein.”

In 222 Tagesetappen sollen auf sieben Wegen die etwa 5000 Kilometer in Deutschland bewältigt werden. Polnische Pilger sind bereits am 20. Februar losgezogen Für den 28. April ist der offizielle Beginn der Europa Compostela terminiert, zu dem die Französische Vereinigung die Teilnehmer nach Straßburg einlädt. Dort werden auch auf den Routen mitgeführte Pilgerstäbe und Goldene Pilgerbücher ausgegeben.

Weil in den Erkelenzer Landen, in Lövenich, der Ritter, Pilger und Dichter Arnold von Harff (1471-1505) seine letzte Ruhe fand, hat der Heimatverein erreicht, dass in diesem Jahr einer der Jakobswege in Deutschland auch über Erkelenz - Lövenich führt. Auf der 4. Strecke, beginnend in Frankfurt/Oder am 30. April über Magdeburg, Goslar, Essen und Aachen werden Pilger am Freitag, 4. Juni, von Kaster (Bedburg), dem Geburts- und Sterbeort des Ritters kommend in Lövenich eintreffen und am nächsten Tage in Richtung Jülich weiterreisen.

Weil die Tage just in so genannte Brückentage zwischen Fronleichnam und dem nächsten Sonntag fallen, hofft der Heimatverein auf eine starke Beteiligung der Erkelenzer Bevölkerung. Willi Pflipsen, Leiter des Arbeitskreises Wandern im Heimatverein, erkundet zurzeit eine geeignete Strecke, die etwa 20 Kilometer betragen wird und auch für Rollstuhlfahrer und Radler geeignet sein soll. Pfarrer Semrau bereitet in der Krypta der Lövenicher Kirche eine Meditation vor. Noch stehen etliche Problemlösungen, wie zum Beispiel Unterbringung von Personen, die mehrere Tage mitgehen, an. Selbst ein Siegel für den Eindruck in das Pilgerbuch wird es geben.

Die Pilger wollen symbolisch gemeinsam mit vielen anderen Menschen aus Europa eine friedliche Menschenkette bilden und solidarisch mit allen in der Welt sein, geleitet vom Symbol der gelben Muschel auf blauem Feld. Dabei geht es nach der Einschätzung der Verantwortlichen nicht um Rekorde, sondern darum, einmal aus dem Alltag auszubrechen, sich auf das eigene Ich zu besinnen und den Blick auf die Schöpfung zu intensivieren.

Jeder kann mitgehen, ob allein oder in Gemeinschaft. Schulen, religiöse oder andere Vereinigungen, Wandergruppen, Behinderte und Nichtbehinderte, alle können sich einreihen in die Pilgerschar, auf Wegen, die neue Begegnungen ermöglichen. Und dann werden auch die Namen Erkelenz und Ritter von Harff in den Pilgerbüchern der Teilnehmer verzeichnet sein, die auf dem ersten im Jahre 1987 vom Europarat zur Europäischen Kulturroute erhobenen Weg nach Santiago de Compostela mitgegangen sind.

Jakobus der Ältere, einer der zwölf Jünger Jesu, Bruder des Evangelisten Johannes, der von König Herodes in Jerusalem um Ostern des Jahres 44 enthauptet wurde und später in Spanien begraben wurde, ist der Nationalheilige Spaniens. Über seinem Grab in Santiago de Compostela wurde 1075 eine Kathedrale errichtet, die im 15. Jahrhundert als Ziel gleichwertig mit einer Reise nach Jerusalem oder Rom anerkannt wurde.

Jakobus hat viele Schutzaufgaben übernommen. Er dient den Apothekern und Drogisten, den Hutmachern, Wachsziehern und Kettenschmieden, den Lastenträgern, Arbeitern, Kriegern und Waisen, natürlich besonders Wallfahrern und Pilgern als Patron, aber auch dem Wetter, den Äpfeln und Feldfrüchten und soll gegen Rheumatismus helfen.
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