„Rheinlands Ruhm” ist mittlerweile verblasst

Von: Willi Erdweg
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Zeichnung aus der Deutschen Obstbauzeitung von 1914. Ein Längsschnitt durch den hohen, eiförmigen Apfel Rheinlands Ruhm.

Wassenberg/Hückelhoven. Jeder kennt zwar die Pfirsichsorte „Wassenberger Sämling”, aber von dem Apfel „Rheinlands Ruhm” scheint keiner etwas zu wissen. Dabei stammt diese Sorte aus Myhl, wo sie um 1895 von einem „Herrn Wilms” gezüchtet worden ist.

In den Handel gebracht wurde Rheinlands Ruhm zuerst durch die (heute nicht mehr existierenden) Baumschulen Franz Josef Krings aus Millich bei Hückelhoven. Dem Wassenberger Willi Hennebrüder, aus einer Familie von Obstbauern stammend und heute ehrenamtlich für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Lemgo tätig, ist ein altes Exemplar der Deutschen Obstbauzeitung in die Hände geraten.

In Heft 3 vom 1. Februar 1914 schreibt Franz Josef Krings von den genannten Millicher Baumschulen: „Rheinlands Ruhm (ist) eine empfehlenswerte Apfelneuheit. Diese neue Sorte ist vor 20 Jahren hier in der Nähe aus einem Kern der Wintergoldparmaine entstanden. Züchter ist Herr Wilms aus Myhl, Bezirk Aachen. Nach meiner Ansicht ist diese Neuheit eine Kreuzung der Wintergoldparmaine und Bismarckapfel.

Der Baum wächst kräftig, prachtvoll pyramidal, gedeiht auf allen Unterlagen ausgezeichnet und trägt an allen Formen früh und reich. Wegen ihrer guten Eigenschaft ist die Sorte zur Buschobstkultur sehr geeignet. Weil die Blüte sehr widerstandsfähig gegen Spätfröste ist, sie übertrifft hierin die Stammsorte, ist die Sorte ein sicherer Träger und für solche Gegenden sehr wertvoll, die sehr unter Spätfrösten zu leiden haben.

Die Frucht ist hoch gebaut, von edler Form, von bestechendem Äußeren, so dass sie sich sehr gut verkaufen lässt. Wo ich dieselbe bis jetzt als Neuheit ausstellte, errang sie immer den Sieg. Für den Markt halte ich die Sorte sehr geeignet und sollten deshalb die Obstzüchter in der Nähe großer Städte sich diese Neuheit zulegen. Die Genussreife tritt in der Regel erst im Dezember ein und halten sich dann die Früchte, richtig aufbewahrt, tadellos bis April.”
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