„Rechtsextremismus ist kein Jugendproblem”

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Kreis Heinsberg. „Kein Platz für Nazis”: Diese Losung hat sich das Bündnis gegen Rechtsextremismus - für Toleranz und Demokratie im Kreis Heinsberg auf seine Fahnen geschrieben. Schon vor der offiziellen Gründung habe das Bündnis gezeigt, dass für Nazis kein Platz in Erkelenz sei, erinnerte Wilfried Mercks am Dienstagabend bei einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in der Erkelenzer Leonhardskapelle an die Aktion vom August.

Damals war - wie berichtet - nach einer Versammlungsanmeldung der NPD binnen 24 Stunden eine Gegendemonstration auf die Beine gestellt worden; die NPD tauchte nicht auf. Das Bündnis trete dafür ein, so Mercks, dass es im gesamten Kreis Heinsberg keinen Platz für Nazis gebe und arbeitete daran, dass dies in Zukunft auch für den Kreistag und die Stadträte gelte.

Rund 70 interessierte Zuhörer waren auf Einladung des Bündnisses in die Leonhardskapelle gekommen, um von dem Referenten Michael Klarmann Informationen über die rechtsextreme Szene im Raum Aachen / Heinsberg zu erhalten. Das Spektrum reichte von Musik einer rechtsextremen Band (mit Rechtsrock werde in der Szene versucht, Jugendliche anzuwerben) bis zur Dokumentation von Aufmärschen in Stolberg, Erkelenz und Heinsberg-Randerath. Klarmann ging unter anderem auch auf die Präsenz Rechtsextremer in kommunalen Gremien ein. Derzeit sitzt sowohl im Heinsberger Kreistag als auch in den Stadträten von Erkelenz und Hückelhoven jeweils ein NPD-Vertreter.

In der Diskussion über die Ursachen von Rechtsextremismus bezeichnete Christian Ehlers vom Bündnis die Ausländerfeindlichkeit als „Einstiegsdroge”. Eine Diskussionsteilnehmerin sah aber auch in fehlenden Perspektiven oder schlechten Elternhäusern mögliche Gründe dafür, warum junge Menschen in der rechtsextremen Szene Halt suchen würden.

Auch wenn in der Szene viele junge Menschen aktiv seien, so zeigte sich Michael Klarmann davon überzeugt: „Rechtsextremismus ist kein Jugendproblem.” Die Gesinnung finde sich in allen Altersklassen. Und er warnte davor zu glauben, das sich diese Einstellung mit zunehmendem Alter von alleine rauswachse.

Zur Sprache kamen auch die kontroversen Debatten im Wassenberger Stadtrat um einen möglichen Beitritt der Stadt zum Bündnis gegen Rechtsextremismus. Wilfried Mercks kommentierte dies mit dem Hinweis, dies sei „unglücklich gelaufen”, aber: „Menschen können sich besinnen. Wir nehmen das so zur Kenntnis. Wir können keinen zwingen.”

Er erinnerte aber zugleich daran, dass mit Freude bei der Gründungsversammlung im September die Mitgliedschaft der Stadt Hückelhoven im Bündnis aufgenommen worden sei. (disch)Informationen im Internet:

http://http://klarmann.blogspot.de
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