Ratsuchende stecken oft in prekären Lebenslagen

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Schwangerschaft: Der Rat der Beratungsstelle in Hückelhoven ist oft gefragt. Foto: Stock/Chromorange

Kreis Heinsberg. Insgesamt 1129 Beratungskontakte – vom persönlichen Gespräch über Telefonat oder E-Mail-Kontakt bis zum Hausbesuch – verzeichnet die Hückel­hovener Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung, Sexualität in ihrem Bericht für das vergangene Jahr. Die Beratungsstelle in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt war in 501 Fällen gefragt. Dabei ging es um um 359 allgemeine Beratungen sowie um 142 Schwangerschaftskonfliktberatungen.

Die 359 Beratungen zu Schwangerschaft, Familienplanung, Sexualität setzten sich zusammen aus 297 Schwangerenberatungen, 29 nachgehenden Beratungen nach Schwangerschaft und Geburt, acht Beratungen nach Fehlgeburt, Totgeburt oder Schwangerschaftsabbruch, vier Beratungen zu Familienplanung, Kinderwunschbehandlung oder Verhütungsfragen, drei Sexual- beziehungsweise Partnerschaftsberatungen, zwei Beratungen zum Thema Sexualaufklärung sowie 16 weitere Beratungen, zum Beispiel auch bei sexueller Gewalt.

Finanzielle Hilfen

Zu dieser allgemeinen Schwangerschaftsberatung kommen Frauen oder Paare, um sich über finanzielle, rechtliche und soziale Unterstützungsmöglichkeiten rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt, Erziehung und Familie sowie gegebenenfalls weiterführende, fachspezifische Beratungsmöglichkeiten zu informieren. Anlass für die Inanspruchnahme der Schwangerschaftsberatung ist in vielen Fällen die Möglichkeit der Antragstellung auf Beihilfen aus der Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“. Im Jahr 2013 wurden 198 Anträge von Schwangeren in finanziellen Notlagen in der Beratungsstelle gestellt. „Durch diese Beihilfen konnten wir vielen Frauen auf unbürokratische Weise helfen, finanzielle Belastungen, die durch eine ungeplante Schwangerschaft oder eine plötzlich auftretende Notsituation auf sie zukamen, besser zu bewältigen“, berichtete Beratungsstellenleiterin Birgit Goertz.

Nach ihren Angaben entwickelt sich zu den Frauen und Familien häufig ein intensiver Kontakt mit mehreren Folgeberatungen. Insbesondere in der Beratung minderjähriger Schwangerer nehme die engmaschige Begleitung und Informationsvermittlung einen hohen Stellenwert ein. Zunehmend würden auch Hilfen bei Behördenkontakten eine große Rolle spielen, da die Ratsuchenden aufgrund verschiedenster Ursachen (zum Beispiel mangelnde Deutschkenntnisse) bei der Durchsetzung ihrer Rechtsansprüche häufig auf Unterstützung angewiesen seien. 2013 habe sich der Trend fortgesetzt, „dass insbesondere Schwangere in prekären Lebenslagen unsere Beratungsstelle aufsuchten“. Desweiteren sei die Zahl Rat suchender Asylbewerberinnen und Migrantinnen aus Ost- oder Südosteuropa gestiegen.

In der Schwangerschaftskonfliktberatung wird über familienfördernde Leistungen, mögliche finanzielle Beihilfen im Rahmen von Schwangerschaft und Geburt sowie weitere Unterstützungsmöglichkeiten, durch die sich eine Fortsetzung der Schwangerschaft möglicherweise erleichtern ließe, einformiert. Aber auch medizinische, rechtliche und finanzielle Informationen zum Thema Schwangerschaftsabbruch gehören, wenn von der Frau gewünscht, dazu.

Zielgruppen bei den sexualpädagogischen Gruppenangebote sind Jugendliche und junge Erwachsene, zum Beispiel in Schulen, aber auch Erzieher. Die sexualpädagogische Arbeit findet in Form von themenspezifischen Unterrichtseinheiten oder als Projektarbeit statt. „Im Jahr 2013 haben wir überwiegend im jungen Erwachsenenbereich sexualpädagogische Maßnahmen durchgeführt“, berichtete Birgit Goertz. Mehrere Berufskollegs hätten sexualpädagogische Angebote in Anspruch genommen. „Insgesamt konnten wir 377 Jugendliche und junge Erwachsene in 26 verschiedenen Projekten im Kreis Heinsberg erreichen.“

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