Hückelhoven - Radetzky-Marsch reißt Zuhörer von den Stühlen

Radetzky-Marsch reißt Zuhörer von den Stühlen

Von: Bodo Strickstrock
Letzte Aktualisierung:

Hückelhoven. Schon mehrfach waren die Künstler der Jungen Philharmonie aus Weißrussland zu Neujahrskonzerten in Hückelhoven. Möglich gemacht hatte das die Stadt und die Anton-Heinen-Volkshochschule. Auch in diesem Jahr erfreuten sie wieder das Auditorium in der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula.

Auch wenn die jungen Schüler, selbst der Konzertmeister ist noch keine 26 Jahre alt, alle in der Musikhochschule Minsk ihre Ausbildung zum Berufsmusiker absolvieren, sich bei den Gastkonzerten im Ausland die Zusammensetzung immer wieder ändert - der langjährige Leiter Professor Michail Kosinez versteht es immer wieder, einen homogenen Klangkörper aus den vielen Bewerbungen zusammen zu stellen. Die Musiker, die bis zu sechs Jahre in Minsk studieren, ehe sie ihren Abschluss erhalten, gehen an die acht Mal jährlich auch auf Auslandtournee.

Begleitet wurden sie in Hückelhoven von dem 50-jährigen, in Überlingen geborenen deutschen Dirigenten Georg Mais, der selbst zahlreiche weltbekannte Orchester dirigierte, seit 2001 die weißrussische Philharmonie unter seine Fittiche genommen hat und betreut.

In diesem Jahr war die Koloratursopranistin Olga Miljuta mit dem Ensemble gereist. Sie studierte an der Staatlichen Musikhochschule Minsk, gehört jetzt zum weißrussischen Staatsopernhaus, sang bereits bedeutende Opernrollen und gehört wie die Orchestermusiker altersmäßig zu ihnen. Mit vier Beiträgen, der Arie der Julia aus der Oper „Rigoletto” von Guiseppe Verdi, dem Walzer der Julia aus der Oper Romeo und Julia von Charles Gounod, der Cavatine der Norina aus der Oper „Don Pasquale” von Gaetano Donizetti und dem Couplet der Adele aus der Operette „Die Fledermaus” von Johann Strauß brillierte sie mit glockenreiner Stimme selbst in den höchsten Lagen und zeigte zugleich auch durch Gestik und Minenspiel, dass sie nicht nur Konzertsängerin ist.

Das Orchester begann das Konzert feurig mit dem Capriccio espagnol von Rimsky-Korsakow. Beim Intermezzo aus der Oper „La boda de Luis Alonso” von dem in 1854 in Sevilla geborenen spanischen Komponisten Gimenez y Bellido glaubt man sich nach Andalusien und dem Flamenco versetzt, so beschwingt wurden Noten des Komponisten vom Orchester dargeboten.

Verständnis für Wiener Melodien

Mendelssohn-Bartholdy und natürlich auch Johann Strauß fehlten nicht im Programm. Mit den „Geschichten aus dem Wienerwald” und weiteren Kompositionen des Meisters der Geigen zeigten die Musiker ihr spielfreudiges und lebendiges Verständnis auch für Wiener Melodien, ehe der Radetzky-Marsch von Johann Strauß´ Vater zum Abschluss erklang, bei dem das Publikum begeistert mitklatschten. Ohne eine Zugabe kamen die Künstler nicht von der Bühne. Sie bedankten sich für den stehenden Beifall mit einem gemeinsamen „Ein gutes neues Jahr” in Deutsch und hatten dafür wahrscheinlich genauso unermüdlich geübt wie für ihre Orchesterpartien.
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