Proteste in Randerath: Erinnerung an den Jahrestag der letzten Tat

Von: g.s./disch/dpa
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„Lebenslänglich für die Opfer - Der Kinderschänder ist frei”: Auch am Donnerstag wurde in Randerath wieder demonstriert. Diesmal wurde an den Jahrestag der letzten Tat erinnert. Foto: Georg Schmitz

Heinsberg-Randerath. Die Proteste gegen den Aufenthalt des aus der Haft entlassenen Sexualstraftäters Karl D. in Randerath dauern an. „Unsere Gruppe wird weiter demonstrieren, wie lange noch, dass weiß keiner”, machte am Donnerstag Versammlungsleiter Thomas Brauckmann klar.

Aus einem besonderen Anlass hatten die Frauen und Männer, die seit Anfang März täglich in der Nähe des Bahnübergangs ausharren, einen Aktionstag ausgerufen. Auf den Tag genau vor 15 Jahren, am 16.April 1994, habe Karl D. sein zweites und drittes Opfer sadistisch gequält und vergewaltigt, erklärte Brauckmann.

Damals waren zwei 14 und 15 Jahre alte Mädchen im bayerischen Geretsried die Opfer. Auf diesen Jahrestag der letzten Tat wollte die Gruppe mit einer verlängerten Aktion von 16 bis 24Uhr hinweisen. Bis zu 100 Demonstranten waren bei der Polizei angemeldet worden. Nach Angaben der Polizei-Pressestelle vom Abend kamen schließlich bis zu 40 Demonstranten - aus besagtem Anlass zum Teil mit schwarzer Trauerbekleidung ausgestattet. Zu der Aktion gehörten auch das Läuten einer Glocke und laute Ansagen per Megafon.

Als zwei Frauen ein Plakat mit der Aufschrift „Lebenslänglich für die Opfer - Der Kinderschänder ist frei” an einem Zaun anbringen wollten, schritt die von Kräften aus Mönchengladbach unterstützte Polizei ein. Der Einsatzleiter schickte auch weitere Protestler mit Plakaten hinter den Bahnübergang zurück. Außerdem verwies er auf das Vermummungsverbot hin, so dass die Frauen ihre Schals abnehmen mussten. Daraufhin schwärzten sie ihre Gesichter mit Theaterschminke.

Drei Studierende der Filmhochschule München nahmen die Aktion am Donnerstag zum wiederholten Mal zum Anlass, Aufnahmen von der Szenerie in Randerath für eine geplante Dokumentation zu fertigen.

„Wenn ein Gericht entscheiden sollte, dass Karl D. in Freiheit bleibt, demonstrieren wir weiter”, sagte Brauckmann. So lange, bis Karl D. wieder hinter Gittern sei.

Derweil rückte am Donnerstag der Bruder von Karl D. in den Blickpunkt: Wie Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken am Abend erklärte, habe der Bruder mit Aktivitäten gedroht, „die den Verdacht gravierender Straftaten begründeten”. Gegen ihn habe ein Strafverfahren eingeleitet werden müssen. „Daneben wurden alle notwendigen Maßnahmen getroffen, um die Gefahren abzuwehren”, so Frenken.

Bei einer Spritztour auf dem Motorrad, aber auch bei einer Fahrradtour hat der nach seiner Haftentlassung in Randerath lebende und unter Polizeibeobachtung stehende Sexualverbrecher Karl D. die ständigen Observationskräfte abgehängt. Die Polizei bestätigte dies auf Anfrage. Der 57-Jährige und sein Bruder seien auf einem Motorrad „mit hoher Geschwindigkeit davongebraust”, sagte Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken.

Im zweiten Fall habe es sich um eine Radtour am Mittwochabend mit seinem Bruder im Raum Randerath gehandelt. Strafbar sei das Verhalten nicht. Karl D. könne sich - abgesehen von Auflagen, die aus der Führungsaufsicht resultieren - frei bewegen. „Wenn er mit seinem Bruder einen Ausflug machen will, dann kann er das tun”, sagte Frenken. Der 57-Jährige, der seit der Haftentlassung bei seinem Bruder lebt, sei in der Vergangenheit auch schon einmal in die Niederlande gefahren - allerdings so, dass die Polizei folgen konnte.

Die Bedenken der Bürger in Randerath haben zugenommen. „Da steigt die Sorge. Der eine oder andere hat auch Angst”, so Ortsvorsteher Heinz Franken.
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