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Plädoyer für einen globalen Marshallplan

Von: disch
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Herzliches Willkommen: Zum ersten Sparkassen-Gespräch 2014 begrüßte Vorstandsvorsitzender Thomas Pennartz (l.) mit Professor Franz Josef Radermacher ein Mitglied des „Club of Rome“. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Mit Bevölkerungswachstum und Ressourcenverbrauch als globaler Herausforderung befassen sich die Sparkassen-Gespräche in diesem Jahr. Zum Auftakt der 2014er-Reihe hieß Vorstandsvorsitzender Thomas Pennartz in der neuen Hauptstelle der Kreissparkasse Heinsberg in Erkelenz vor geladenen Gästen mit Professor Dr. Dr. Franz Josef Radermacher einen „weltbekannten Ratgeber“ in Fragen der nachhaltigen Entwicklung und Zukunftsgestaltung willkommen.

Das Mitglied des renommierten „Club of Rome“ präsentierte beeindruckende Zahlen. Mitte der 60er-Jahre, als drei Milliarden Menschen auf der Erde gelebt hätten, habe das Forscher-Ehepaar Ehrlich für das Jahr 2000 eine Prognose von sechs Milliarden abgegeben – „und so kam es auch“. Radermacher erklärte, er rechne bis zum Jahr 2050 mit etwa zehn Milliarden Menschen.

„Wir haben ein unglaubliches Wachstum der Weltbevölkerung.“ Dieses Wachstum werde zur Herausforderung, „wenn man die Menschen, die neu dazukommen, ernst nimmt“ – mit ihren unveräußerlichen Rechten auf Entwicklung, Behausung, Essen und Trinken, Ausbildung und darauf, das Glück zu suchen, mit ihren Ansprüchen auf ein menschenwürdiges Leben.

Für Deutschland gelte: „Wir werden tendenziell weniger“. Und man solle sich darauf einstellen, „wenn wir 110 werden, dass wir dann nicht mit 65 in die Rente gehen“. Für die Welt gelte: „Wir werden dramatisch mehr.“ Innovation ist nach Ansichtvon radermacher für die Nachhaltigkeit die Schlüsselfrage. „Wenn wir keine besseren Technologien erhalten sollten, können wir keine nachhaltige Entwicklung für zehn Milliarden Menschen haben“, sagte er. „Wir müssen die technologische Revolution hinbekommen. Ohne funktionierende neue Technologien haben wir keine Chance.“

„Grünes Wachstum, das inklusiv ist“ – dies bezeichnete Radermacher als entscheidendes Nachhaltigkeitsziel bis 2030. Es müsse darum gehen, mehr Güter und Dienstleistunen zu erreichen, ohne mehr Ressourcen zu verbrauchen – und was die Verteilung angehe, müsse dort, wo wenig sei, mehr wachsen. „Mit einer permanenten Plünderung auf dem Globus bekommen wir keine Nachhaltigkeit.“

„Wir brauchen eigentlich einen globalen Marshallplan – auch zu unserem Vorteil“, forderte Radermacher – und so hatte er nicht nur das von ihm selbst und Bert Beyers verfasste Buch „Welt mit Zukunft – Die ökosoziale Perspektive“ mitgebracht, sondern auch Infomaterial über die Initiative für den „Global Marshall Plan“, die auf eine Idee des US-Politikers Al Gore zurückgeht. „Faire globale Partnerschaft und wirksame Mittelverwendung – basisorientiert und transparent“: So lautet eines der Kernziele dieses Plans.

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