Ortsumgehung Wassenberg: Nabu hält Klageverzicht für möglich

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Kreis Heinsberg. Im Rahmen der jüngsten Mitgliederversammlung des Nabu-Kreisverbandes Heinsberg wurde nach dessen Aussage ein „wegweisender Beschluss“ mit Blick auf den geplanten Neubau der Ortsumgehung Wassenberg (Bundesstraße 221n) getroffen.

Zitiert wurde er nun in einer Nabu-Presseinformation im Wortlaut: „Der Nabu-Kreisverband stellt sein Engagement zur Verhinderung der zur Planfeststellung der B221 n Ortsumgehung Wassenberg vorgeschlagenen Variante durch die Myhler Schweiz ein, wenn der Stadtrat von Wassenberg und/oder Hückelhoven beschließt, auf die Fortführung der B221 n (4. Bauabschnitt) zu verzichten. In diesem Fall wird keine Verbandsklage gegen diese Planfeststellung erhoben.“

Dieser – von den Naturschützern als „schmerzhaft“ bezeichnete – Kompromiss solle bekunden, dass dem Nabu die Sorgen und Nöte der vom Verkehrslärm betroffenen Anwohner keineswegs egal seien und auch keinerlei Interesse an einer Verzögerung zum Neubau einer Wassenberger Umgehungsstraße bestehe.

Voraussetzung sei allerdings der Verzicht auf eine Weiterführung der Bundesstraße über die Landesstraße 117 hinaus sowie die Durchführung umfassender und ausreichender Kompensations- und Ausgleichsmaßnahmen für den Neubau der Ortsumgehung Wassenberg. Der Beschluss zum möglichen Klageverzicht gegen die Ortsumgehung Wassenberg ist laut Nabu unter anderem deshalb schmerzhaft, da der Nabu bereits 2006 durch ein Gutachten nachgewiesen habe, dass es wesentlich geeignetere Trassenführungen im Bereich der Myhler Schweiz gebe.

Der NABU habe unter anderem auf dieser Grundlage eine umfassende Stellungnahme im Planfeststellungsverfahren eingereicht und im Rahmen des Erörterungsverfahrens im Januar ausführlich die diversen Probleme, wie die mangelhafte Alternativenprüfung, vertieft. „Einer etwaigen Verbandsklage räumen wir daher durchaus Erfolgschancen ein“, so die Einschätzung vom Nabu.

Eine Weiterführung der B221 n als Ortsumgehung Unterbruch stellt in den Augen der Naturschützer einen „erheblichen, nicht zu kompensierenden“ Eingriff in die Rur- und Wurmaue dar. Zudem werde der überwiegende Teil des Verkehrs über die L117 n Richtung Niederlande beziehungsweise Richtung Autobahn 46 fließen und nicht über eine weitere Ortsumgehung Unterbruch in Richtung Heinsberg, um dort auf die A46 zu gelangen.

Bereits im Sommer 2012 hatte der Vorsitzende des Nabu-Landesverbandes NRW, Josef Tumbrinck, den „Appell für eine möglichst kurzfristige Umsetzung der L117n in Hückelhoven“ unterschrieben. Damit verbinden alle Unterzeichner die Erwartung, dass die L117n den Verkehr von der B221 n (von Wegberg und Wassenberg bis zur L117 alt) zur Autobahnauffahrt Hückelhoven-Ratheim leitet.

Sollte sich diese Lösung perspektivisch durchsetzen lassen, ist der Nabu nach eigener Aussage bereit, auf eine Klage gegen die Ortsumgehung Wassenberg zu verzichten. „Eine Grundlage dazu wären Ratsbeschlüsse der Städte Hückelhoven und Wassenberg, dass sie diese ­alternative Verkehrsführung unterstützen und bei deren Umsetzung den letzten Bauabschnitt der B221 n ablehnen.“

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