Heinsberg/Herford - Oli Kahn gibt Anstoß für ein neues Leben

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Oli Kahn gibt Anstoß für ein neues Leben

Von: agsb
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Oliver Kahn inmitten der Hein
Oliver Kahn inmitten der Heinsberger Siegermannschaft: Der Jubel kannte keine Grenzen. Foto: agsb

Heinsberg/Herford. Als junge fußballbegeisterte Insassen der Justizvollzugsanstalt Heinsberg sich in aller Frühe mit zwei Sportbediensteten auf den Weg zum Fußballturnier in Herford machten, ahnte noch keiner, dass dieser Tag stets in Erinnerung bleiben sollte.

In der JVA Herford wurde ein Fußballturnier mit jugendlichen Mannschaften mehrerer Anstalten aus NRW (neben Herford und Heinsberg noch Siegburg, Iserlohn, Köln, Hövelhof) ausgetragen.

Im Turnier trumpften die Heinsberger dann groß auf. Nach der langen Anfahrt schienen die Mannen um die beiden Sportbediensteten Helmut Funken und Franz-Josef Fronk putzmunter. Funken und Fronk staunten nicht schlecht, denn die Mannschaft spielte sich ins Finale. Das Team war kaum zu bremsen, fegte Finalgegner Hövelhof mit 5:0 regelrecht vom Platz. Die zahlreiche Prominenz staunte über den Spielwitz der Heinsberger, es gab verdienten Szenenapplaus während des Spiels und natürlich nach dem grandiosen Finale.

Bei der Siegerehrung kannte der Jubel im Heinsberger Lager keine Grenzen, denn kein geringerer als Torwartlegende Oliver Kahn nahm die Siegerehrung vor. Kahn zeigte sich beeindruckt vom Talent der Heinsberger Kicker. Dass Oliver Kahn dann dem Kapitän den in der JVA Heinsberg hergestellten Siegerpokal überreichte und die Mannschaft das gute Stück wieder mit nach Hause nehmen duften, erfüllte die Heinsberger noch mehr mit Stolz.

Oli Kahn gratulierte jedem Sieger persönlich - das war schon ein besonderer Moment für die jungen Insassen, die durch den Fußballsport neue Chancen für ihr Leben erhalten. Bei der Siegerehrung und Pokalübergabe erinnerte sich Oliver Kahn auch an ein Turnier in der JVA Köln. Dabei erhielt der Titan von den Heinsberger Insassen einen eigens hergestellten Torwart-Fußball-Bären aus der Keramikwerkstatt.

Die Sepp-Herberger-Stiftung des DFB hat in Zusammenarbeit mit dem Justizministerium NRW, dem Westdeutschen Handwerkskammertag und dem Deutschen Handwerksblatt 2008 das Projekt „Anstoß für ein neues Leben” ins Leben gerufen.

Das Turnier ist der alljährliche sportliche Höhepunkt des Stiftungsprojekts. Ziel ist es, jungen Gefangenen und Haftentlassenen systematische Unterstützung bei der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung durch Akteure aus Sport, Justiz und Arbeitsmarkt zu geben. Die Bundesagentur für Arbeit sitzt als weiterer Partner mit im Boot. Und als absolutes Zugpferd wurde Torwartlegende Oliver Kahn für das Projekt gewonnen, der sein eigenes Motivationsprojekt „Du packst es!” in die Initiative integrierte.

Vor Ort war auch NRW-Justizminister Thomas Kutschaty. Dieser zog in Herford eine positive Bilanz. „Die Integration junger Strafgefangener ist kein einfaches Geschäft, aber der neu gewählte Ansatz hat dem Projekt noch einmal richtig Schwung gegeben. Der Jugendvollzug wird jetzt durch ein Netzwerk von starken Partnern unterstützt, die in dem Projekt gut zusammenarbeiten und den jungen Gefangenen eine faire Chance geben, nach der Haft wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Deshalb bin ich der Sepp-Herberger-Stiftung, der Bundesagentur für Arbeit, dem Handwerk und den beteiligten Vollzugsbediensteten für ihr Engagement außerordentlich dankbar. Das Projekt bildet ein wertvolles ergänzendes Element in dem Bemühen des Justizvollzugs, straffällig gewordene junge Menschen auf ein geregeltes Leben außerhalb der Gefängnismauern vorzubereiten”, sagte Minister Kutschaty.

„Deutschland braucht jeden jungen, gut ausgebildeten Menschen, um den künftigen Fachkräftebedarf zu sichern”, ergänzte Roland Schüßler von der Bundesagentur für Arbeit. „Dieses Projekt unterstützt die Jugendlichen, eine echte berufliche Zukunftsperspektive zu entwickeln, ihre Fähigkeiten und Talente zu entdecken, ihre sozialen Kompetenzen zu schulen und damit ein gutes Rüstzeug für die Zeit nach der Haft zu erlangen. Ich freue mich vor allem, dass die Jugendlichen selbst so begeistert an dem Programm teilnehmen und aktiv den Anstoß für ihr neues Leben geben.”

Die Sepp-Herberger-Stiftung will das Projekt „Anstoß für ein neues Leben” zeitnah auf fünf weitere Bundesländer ausdehnen.
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