Kreis Heinsberg - Obst in Hülle und Fülle probieren und bestaunen

Obst in Hülle und Fülle probieren und bestaunen

Von: hewi
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Bei der Obstsortenausstellung
Bei der Obstsortenausstellung vom Naturschutzbund im Haus Wildenrath konnten die Kinder sich über manch prächtigen Apfel freuen. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Obst in Hülle und Fülle kann man im derzeit im Haus Wildenrath in Wegberg-Wildenrath bestaunen und probieren. Denn die Naturschutzstation des Naturschutzbundes (Nabu)lädt zur Obstsortenausstellung ein, bei der es um regionales und heimisches Obst geht.

Gleichzeitig soll mit der schmackhaften Ausstellung Werbung für den ersten Rheinischen Obstsortengarten gemacht werden, den der Nabu in Wildenrath aufgebaut hat.

Der Garten auf dem Gelände einer ehemaligen Obstplantage besteht seit rund zwei Jahren und wird auch aus Mitteln des Landschaftsverbandes Rheinland gefördert. Ziel ist der Erhalt hiesiger Obstsorten, die vom Aussterben bedroht sind, wie Christian Silberhorn vom Nabu weiß.

Der Obstsortengarten weist schon rund 50 verschiedene Sorten auf. Trotzdem stammte das Obst der Ausstellung größtenteils aus Spenden.

„In rund sieben Jahren wirft der Garten einen nennenswerten Ertrag ab”, schätzt Silberhorn. Auf der alten Plantage standen noch einige verwilderte Pfirsichbäume, an denen der Wassenberger Sämling wächst, der derzeit ein Comeback erlebt.

Einige der alten Bäume konnten gerettet werden. „Bäume, die nicht gepflegt werden, altern schneller”, erklärt Silberhorn. Deshalb mussten viele neue Bäume angepflanzt werden.

Doch gerade die alten Bäume sind wegen ihrer Baumhöhlen wichtig. Diese sind nämlich bevorzugte Nistplätze der Steinkäuze, von denen es in der Region nur noch rund 200 gibt. Dabei ist die Streuobstwiese sehr typisch für die Region.

Allerdings wisse heute kaum noch jemand etwas über die Pflege der Bäume und die Verarbeitung des Obstes, wie Katharina Tumbrinck erkannt hat. Die Biologin ist mit dem Projekt Obstsortengarten betreut.

Die Apfelsorten stammen unter anderem aus der Eifel dem Bergischen Land und aus dem Rheinland. Einige haben schöne Namen wie „Rheinisches Seidenhemdchen”. Die meisten der rheinischen Äpfel schmecken für den ungeübten Gaumen eher gewöhnungsbedürftig, denn sie wurden für die Weiterverarbeitung gezüchtet. Apfelkraut, Dörrobst oder sogar Spirituosen wurden aus ihnen hergestellt. Die Sorte „Bresythe” ist ein solcher Krautapfel.

„Das Wissen darum, wie man die Äpfel weiterverarbeitet, ging nach dem zweiten Weltkrieg verloren”, betont Tumbrinck. Deshalb startet der NABU im Selfkant mit einem Pilotprojekt, bei dem Obstsorten-Warte ausgebildet werden. Diese sollen ihr erlerntes Wissen über die Pflege der Bäume und die Verarbeitung des Obstes an die Gartenbesitzer weitergeben.

Silberhorn denkt schon weiter. Er sucht nach Wegen, wie dem Obstanbau in der Bevölkerung und vor allem in der Landwirtschaft wieder eine Wertschätzung entgegen gebracht werden kann. „Wenn sich Obstanbau lohnt, wird er auch wieder betrieben”, ist er sich sicher. Der Obstsortengarten soll zur zentralen Erfassungsstelle für Obstsorten werden, damit auch lokale Spezialitäten wie der „Langenbroicher Süßapfel” nicht aussterben. Wer eine unbekannte Obstsorte im Garten hat, kann eine Sortenbestimmung im Haus Wildenrath vornehmen lassen. Auch Reiser, aus denen neue Bäume gezüchtet werden können, kann man dort bekommen.

Zur Eröffnung der Ausstellung der Obstsorten waren neben dem Wegberger Bürgermeister Reinhold Pillich auch die Kinder des katholischen Kindergartens Wildenrath gekommen. Von des Bürgermeisters Rede verstanden sie vielleicht nicht viel, doch die Äpfel schmeckten ihnen umso besser. Pillich betonte, dass die Obstwiesen und das Obst zur Leitbildkultur der Stadt gehörten. „Der Nabu und Wegberg haben sich gesucht und gefunden”, erklärte er. Die Initiativen zum Erhalt und zur Verbreitung der hiesigen Obstsorten seien der Stadt wichtig. Da man bei der Obstsortenausstellung auch naschen kann, sind Obstspenden erbeten, weil es sonst irgendwann nichts mehr genug zum ausstellen gibt. Die Saftpresse steht in Haus Wildenrath bereit

Wer aus seinem Obst Saft machen will, kann dies in der Naturschutzstation im Haus Wildenrath tun. Termine zur Versaftung in der Saftpresse sind der 23. September sowie der 8. und 21. Oktober. Vorherige telefonische Anmeldung ist erforderlich unter ? 02432 / 93 34 00.
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