Kreis Heinsberg - Nur wenige Temposünder gehen ins Netz

CHIO-Header

Nur wenige Temposünder gehen ins Netz

Von: Nicola Gottfroh
Letzte Aktualisierung:
6382013.jpg
Trotz des hohen Aufwands – die Polizei war am Donnerstag mit Unterstützung des Ordnungsamts an insgesamt 40 Kontrollstellen im Einsatz – tappen nur wenige in die Laser- und Radarfallen. Foto: Gottfroh

Kreis Heinsberg. Mindestens so aufmerksam wie die Kilometerangaben auf seinem Computerbildschirm beobachtet Hauptkommissar Uwe Raschen vom Verkehrsdienst Heinsberg das merkwürdige Verhalten der älteren Dame, die gerade neben seinem Blitzer-Van geparkt hat und nun kopfschüttelnd um ihr Auto läuft. Als die Frau Raschen als Polizisten erkennt, ihm erklärt, was sie sucht und ihn um Hilfe bittet, muss der erfahrene Kommissar schon ein Lachen unterdrücken.

„Ich werde seit zwei Kilometern von den entgegenkommenden Fahrzeugen angeblinkt. An meinem Auto muss etwas kaputt sein“, erklärt die Seniorin dem Polizisten.

Auf den bundesweiten Blitzmarathon und die zwar verbotenen, aber doch obligatorischen Warnungen der anderen Autofahrer hat sich diese Dame nicht eingestellt. Sie hat die Aktion ganz vergessen. Ganz im Gegensatz zu den anderen Autofahrern.

„Inzwischen ist das Thema Geschwindigkeit in den Köpfen der Autofahrer angekommen. Heute sind die Autofahrer sehr langsam unterwegs. Oft sogar viel langsamer als vorgeschrieben“, sagt Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken.

Trotz des hohen Aufwands – die Polizei ist mit Unterstützung des Ordnungsamts an insgesamt 40 Kontrollstellen im Kreis im Einsatz – tappen nur wenige Fahrer in die Laser- und Radarfallen. In den ersten acht Stunden des Marathons erwischt die Polizei lediglich 13 Fahrer, die sich nicht an die Höchstgeschwindigkeiten halten. „Wohlgemerkt 13 von insgesamt 781 kontrollierten Fahrzeugen. Das zeigt, dass die Fahrer besonnen unterwegs sind. Damit ist ein Ziel des Blitzmarathons erreicht“, zieht Frenken am Donnerstagnachmittag eine erste Bilanz.

Und bei so viel Besonnenheit der Autofahrer im Kreis bekommen die Beamten an kaum einer der 40 Kontrollstellen viel zu tun. Auch nicht an der Station Unterbruch-Orsbeck an der Wassenberger Straße (B 221), die wegen des Durchgangsverkehrs eigentlich eine satte Ausbeute Schnellfahrer erwarten lässt.

Doch auch nachdem Hauptkommissar Uwe Raschen aufwendig sein Messequipment am Ortsausgang von Unterbruch in Position gebracht hat und die Kollegen sich in gut zwei Kilometern Entfernung an der Rurbrücke bei Orsbeck eingefunden haben, dauert es geschlagene 25 Minuten, bis den Beamten ein „Schnellfahrer“ ins Netz geht. 59 statt 50 Kilometer pro Stunde zeigte der Tacho des Audis von Peter M. bereits an, als er Unterbruch noch nicht verlassen hatte, 15 Euro muss der Rentner nun berappen. Die zahlt er gleich vor Ort – allerdings nicht, ohne zu betonen, dass er seit 49 Jahren unfallfrei fährt und solche Kontrollen ohnehin immer die Falschen, darunter auch ihn, träfen.

Dem kann weder Frenken noch Polizeioberrat Rainer Kaliske, Leiter der Direktion Verkehr, zustimmen. Denn manchmal machten schon die fünf Stundenkilometer, die man im Ort zu schnell unterwegs sei, den Unterschied zwischen Leben und Tod.

„Diese Unfallentwicklung – in NRW ist die Zahl der Unfälle im Gegensatz zu anderen Bundesländern zurückgegangen – zeigt, dass es etwas bringt, die Fahrer in solchen großen Blitzer-Aktionen aus ihrer Anonymität herauszuholen und sie immer wieder für das Thema zu sensibilisieren. Auch, wenn sie nur ein wenig zu schnell sind“, betont Kaliske.

Sensibilisiert hat die Kreispolizei die Autofahrer am Donnerstag nicht nur für das Thema Geschwindigkeit. An der Prüfstelle Rurbrücke Orsbeck ziehen die Beamten während der Messaktion zwar gerade einmal zwei Fahrzeuge wegen überhöhter Geschwindigkeit aus dem Verkehr, dafür sieht das Auge des Gesetzes bei den langsam fahrenden Fahrzeugen viel besser die Fahrer, die nicht angeschnallt sind, die das Handy am Ohr haben und auch die, die den Besuch beim TÜV vergessen haben...

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert