Noch mehr Senioren im Kreis leben von Alters-Hartz-IV

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Kreis Heinsberg. Die Zahl der Menschen im Kreis Heinsberg, die im Rentenalter staatliche Unterstützung brauchen, ist enorm gestiegen. Insbesondere Frauen sind auf das „Alters-Hartz-IV“ angewiesen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hingewiesen.

Demnach haben zu Beginn des vergangenen Jahres rund 1330 Senioren die Grundsicherung im Alter bezogen – 70 Prozent davon Frauen. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor, als die Grundsicherung eingeführt wurde, bekamen rund 800 Ältere die Sozialleistung. „Damit hat die Zahl der Menschen, die im Kreis Heinsberg auf Sozialhilfeniveau leben, um knapp 66 Prozent zugenommen. Eine fatale Entwicklung“, sagt der Geschäftsführer der NGG Aachen, Peter Mogga.

Wer heute als Rentner ein Einkommen von weniger als 758 Euro pro Monat hat, der sollte seinen Anspruch auf Grundsicherung im Alter prüfen, rät die Deutsche Rentenversicherung. „Dies ist aber kein fester Grenzwert. Auch wer etwas darüber liegt, kann sich an das Sozialamt wenden. Hier wird dann der Einzelfall geprüft. Die Miete beispielsweise spielt dabei eine Rolle. Und die kann schließlich überall anders sein“, so Peter Mogga. Die Regelleistung betrage 391 Euro für Alleinlebende und 353 Euro für jeden, der in einer Ehe oder eingetragenen Partnerschaft lebt. Hinzu kämen dann noch weitere Leistungen – etwa für Unterkunft und Heizkosten. Auf den so ermittelten Gesamt-Betrag der staatlichen Unterstützung werde die eigene Rente allerdings noch angerechnet – und zwar in voller Höhe.

„Die Rentenleistungen werden immer geringer. Die Bundesregierung hat das Rentenniveau, das auf Basis des durchschnittlichen Netto-Jahresarbeitseinkommens ermittelt wird, auf derzeit 48,8 Prozent abgesenkt. Bis zum Jahr 2030 wird dies auf 43 Prozent sinken“, so die NGG. Ein Durchschnittsverdiener müsse dann 35 Jahre statt bisher 26 Jahre lang arbeiten, um wenigstens eine Rente oberhalb der Grundsicherung im Alter zu bekommen. „Es ist dringend notwendig, das derzeitige Rentenniveau zu halten und die Leistungen der Rentenversicherung zu verbessern. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat dazu ein Konzept vorgelegt und gezeigt, dass das auch finanzierbar ist“, so Peter Mogga.

Darüber hinaus macht die NGG Aachen Niedriglöhne für die Altersarmut verantwortlich. Daran werde auch der Mindestlohn von 8,50 Euro nichts ändern. „Das einzige Gegenmittel sind gute Tariflöhne.“

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