Nach SEK-Fehlschlag: Diesmal die Täter erwischt

Von: red/pol
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Der 63-jährige Bruno Stasch zeigt die Tür, die bei dem SEK-Einsatz zu Schaden kam. Foto: Stüsser

Geilenkirchen/Baesweiler. Das spektakuläre Missverständnis der Polizei hat für Schlagzeilen gesorgt. Am 8. Januar stürmte ein Spezialeinsatzkommando fälschlicherweise die Wohnung einer Familie aus Geilenkirchen und hat diese festgenommen. Der Grund war ein missverständlicher Zeugenhinweis nach einem Raubüberfall. Jetzt hat die Polizei offenbar die richtigen Täter geschnappt.

Am 8. Januar gegen 16.30 Uhr waren drei maskierte Täter im Geilenkirchener Ortsteil Teveren in eine Wohnung eingedrungen, hatten die Anwesenden mit Waffen bedroht und einen 42-Jährigen niedergestochen. Dann flüchteten die Täter aus dem in der Hochstraße gelegenen Haus, stiegen in ein Auto ein und verschwanden. Ein Zeuge merkte sich die Nummer eines davonfahrenden Autos. Dabei handelte es jedoch nicht um das Täterfahrzeug, sondern um das Auto von Bruno Stasch aus Geilenkirchen, der in der Nachbarschaft eine Beileidskarte eingeworfen hat, als die Tat passierte.

Anschließend wurden er, seine Frau Gisela und Sohn Markus festgenommen. Auch auf die Nachbarn griff die Polizei fälschlicherweise zu. Am Donnerstag vermeldet die Polizei jetzt, dass die ursprünglich Verdächtigten an dem Überfall nicht beteiligt waren. Zwar waren sie am Tattag in Geilenkirchen-Teveren, fuhren aber rein zufällig unmittelbar nach dem Überfall mit ihrem Wagen an der Wohnung des 42-jährigen Opfers vorbei. Das Missverständnis fiel noch am selben Tag auf, die fälschlich Verdächtigten wurden freigelassen, die Polizei muss Schadensersatz für eingetretene Türen und zerstochene Reifen zahlen. Nach fünfeinhalb Wochen Ermittlung griff die Polizei wieder zu. Diesmal nahm sie zwei Männer aus Baesweiler fest. Weil die Täter bei dem damaligen Überfall mit Schusswaffen drohten und ihr Opfer mit einem Messer schwer verletzten, erfolgte der Einsatz in den Wohnungen mit Spezialeinsatzkräften und Polizeidiensthunden. Die Einsatzkräften nahmen zwei 20-jährige Männer aus Baesweiler fest.

Anschließend durchsuchten Kriminalbeamte aus Heinsberg und Aachen mehrere Wohnungen im Stadtgebiet Baesweiler. Dabei fanden die Ermittler neben einer Schusswaffe und einem Messer auch eine Sturmhaube und Betäubungsmittel. Auch erhärtete sich der Tatverdacht gegen die beiden festgenommenen Personen aus Baesweiler im Rahmen der Vernehmungen.

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