Myhler sind gegen Mountainbike-Strecke

Von: Willi Erdweg
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Wassenberg-Myhl. Das war wohl nichts: Pläne der Stadt Wassenberg und des Vereins Wassenbiker, entlang des alten Sportplatzes auf dem Schwanderberg in Myhl einen Mountainbike-Parcours einzurichten, sind am Widerstand der Anwohner gescheitert.

Dies ergab eine Bürgerversammlung, zu der Ortsvorsteher Rainer Peters ins Myhler Schützenheim am Schwanderberg eingeladen hatte. Ein Anwohner machte gleich zu Beginn deutlich, wo es lang ging: „Das werde ich mir nicht bieten lassen.” Er hatte schon seinen Anwalt mitgebracht, um gegen das Projekt vorzugehen. Das Meinungsbild der Bürger war eindeutig: Wir sind in diesem Wohnumfeld schon genug belastet. Genannt wurden neben dem alten Sportplatz (jetzt Baseballplatz), der nahe Fußballplatz sowie das Schützenheim und das Blockhaus, wo der Musikverein probt.

Und dann auch noch eine Mountainbike-Strecke in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Grundstücken der Anwohner?: „Es ist absolut falsch, so etwas innerörtlich zu machen”, so Willi Herold, Geschäftsführer des SC Myhl, der auch auf das Wasserproblem hinwies. Durch den im Hang angelegten Parcours könnten sich Überflutungen ergeben. Weitere angesprochene Fragen: „Was passiert nach 20 Uhr?”. Dann sollte der Mountainbike-Betrieb eigentlich eingestellt sein. Doch wer kontrolliert das? Wer kontrolliert auch, ob nicht auch mit Motorrädern dort gefahren wird?

Da hatte Reiner Hambücker vom Vorstand der Wassenbiker einen schweren Stand. Nach einer kurzen Ortsbesichtigung, die in die Versammlung eingeschaltet wurde, gab er sich geschlagen: „Wir müssen wieder von vorne anfangen.” Versammlungsleiter Rainer Peters zog als Fazit: „Ich kann keine Pläne unterstützen, die gegen den erklärten Willen der Myhler Bevölkerung sind.”

Dabei standen alle Versammlungsteilnehmer dem Projekt einer Mountainbike-Strecke im Sinne der Jugendarbeit grundsätzlich positiv gegenüber, auch um illegales Rennen im Wassenberger Wald zu verhindern. Ralf Barten, 1. Brudermeister der Myhler Schützen und Anwohner am Schwanderberg, machte Vorschläge, wo man den Parcours besser anlegen könnte. An erste Stelle nannte er den Bereich des alten Klosters im Marienbruch, danach die ehemalige Kiesgrube Rosenthal und das Zechengelände.

Solche und ähnliche Vorschläge außerhalb der bebauten Ortslage (insgesamt sechs) waren von der Stadtverwaltung schon geprüft worden, wie Heinz Randerath eingangs mitteilte. Sie haben alle das „Pech”, dass sie im Landschaftsschutzgebiet (woran Wassenberg reich ist) liegen.

Sepp Becker von der Projektgruppe Tourismusregion/Stadtmarketing schlug deshalb einen Antrag an den Bürgermeister und den Stadtrat vor. Tenor: „Wir müssen den Kreis Heinsberg umstimmen und eine Ausnahmegenehmigung vom Landschaftsschutz für eine Mountainbike-Strecke erwirken”. Dem stimmte die Versammlung geschlossen zu.

Die kurze Ortsbesichtigung hatte ergeben, dass das Gelände am Schwanderberg in der Tat ungeeignet ist. Es hätte sich um eine etwa 400 Meter lange Strecke meist im steilen Hang unterhalb des Baseballplatzes gehandelt, „eingequetscht” zwischen dem Sportplatz und den Grundstücken der Anlieger, in einem vorwiegend mit Kiefern bestandenen kleinen Wäldchen, das im Besitz der Kirche ist. Teilbereiche der Strecke wären mit auf Pfählen ruhenden Brettern versehen worden.
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