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Myhl: Fabry restauriert fünf Meter hohe Kreuzigungsgruppe

Von: Anna Petra Thomas
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Hans-Georg Fabry bei der aufwändigen Restauration der Marienfigur in der rund fünf Meter hohen Kreuzigungsgruppe, deren Erbauer bis heute in Myhl unbekannt ist. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg-Myhl. Ganz abgeschieden im Schatten hoher Bäume, nur zu Fuß über einen kleinen Anstieg erreichbar ist das kleine Plateau auf dem Myhler Schwanderberg. Wer es erklommen hat, steht vor einem imposanten Kunstwerk: einer mehr als fünf Meter hohen Kreuzigungsgruppe mit den Figuren von Jesus, Maria und Johannes, die aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammt und von dem Myhler Bürger Heinrich Lomens gestiftet wurde, der zu dieser Zeit in Mönchengladbach lebte.

Derzeit wird sie mit Hilfe des 2009 gegründeten Fördervereins „Kirche und Kindergarten Myhl” renoviert und soll am Samstag, 17. September, wieder feierlich eingesegnet werden.

Ziel des Stifters war ursprünglich ein ganz anderes: Er wollte den Myhlern zu ihrem Traum verhelfen, ein Wallfahrtsort zu werden, und dafür auf dem Schwanderberg sogar eine Kapelle zur heiligen Familie bauen. „Das ,Myhler Gnadenwasser war am Schwanderberg schon vorhanden.

„Nur auf das Wunder wartete man noch”, schrieb Pfarrer Hans Nießen dazu 1975 in „Sankt Johannes Myhl - Geschichte einer Pfarrgemeinde”. Und auch eine große Prozession hatte Lomens seinerzeit schon von Mönchengladbach nach Myhl geführt. „Nicht zu billigen”, habe aber damals die Antwort aus dem Generalvikariat gelautet, schreibt Nießen.

Der Traum geriet in Vergessenheit, aber Lomens setzte sich doch noch ein Denkmal, in dem er zunächst 1851 für das marode Holzkreuz auf dem Schwanderberg ein neues stiftete. Dieses ließ er dann später durch die steinerne Kreuzigungsgruppe ersetzen. Deren Einfassung in Form eines eisernen Gitters ließ im Jahre 1893 der damalige Myhler Gastwirt Arnold Dressen anbringen.

Die Restaurierung, mit der Hans-Georg Fabry, Stukkateur und Restaurator aus Porselen, vor zwei Monaten begonnen hat, ist das erste größere Projekt des neuen Fördervereins für die Myhler Gemeinde St. Johannes. Denn er will diesen „Platz der Stille und Ruhe mit Blick auf die Myhler Kirche” erhalten, betonen dessen Geschäftsführerin Sabine Cremer-Deklerk und Vorsitzender Diethard Zohren.

Erster Schritt der Sanierungsarbeiten war die Befreiung der Oberflächen des Udelfinger Sandsteins vom Schwarzalgenbefall. Dabei bediente sich Fabry eines speziellen Wirbelstrahlverfahrens. In einem zweiten Schritt, in dem er gerade an der Figur der Maria beschäftigt ist, profiliert er die Oberflächen ganz filigran neu.

Erosion, aber auch Feuchtigkeit und Frostsprengung hätten da vielfältige Schäden verursacht, so der Experte. „Viele Faltenwürfe sind da einfach weggeregnet”, erklärt er zu dem aufwändigen Teil seiner Restaurierungsarbeit. Und auch die linke Hand Mariens modelliert er gerade neu.

Im Rahmen einer sogenannten Spektralanalyse hat er vor Beginn seiner eigentlichen Arbeit den Farbton des in Myhl verwendeten Sandsteins genau bestimmen lassen. Die Sandstein-Ersatzmasse, die er jetzt einsetzt, besteht aus gemahlenem Sandstein, die in Verbindung mit einem Harz als Mörtel einsetzbar ist.

Letzter Schritt wird ein lasierender Anstrich des Kunstwerks mit einem Reinsilikat sein. Diese Mineralfarbe geht zwar mit dem historischen Sandstein eine feste, mineralische und unlösbare Verbindung ein. Dennoch gewährleistet ihre hohe Durchlässigkeit von Wasserdampf, dass im Stein noch enthaltene Feuchtigkeit ungehindert weiter nach außen dringen kann. Wasseransammlungen zwischen Anstrich und Sandstein, die zu neuen Absprengungen und Rissen führen könnten, werden auf diese Weise vermieden.

Wie der Förderverein wüsste auch der Restaurator gerne den Namen des Künstlers, der die Kreuzigungsgruppe geschaffen hat. Doch auch er hat auf dem Kunstwerk kein Steinmetzzeichen gefunden. Er weiß nur, dass im niederländischen Ort Maria Hoop, am Ortsausgang Richtung Posterholt, die gleiche Kreuzigungsgruppe noch einmal steht.
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