Heinsberg-Straeten - Musik stärkt die sozialen Fähigkeiten

Musik stärkt die sozialen Fähigkeiten

Von: sche
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Heinsberg-Straeten. Die Kinder da abzuholen, wie sie stehen, ist in der Bildung ein absoluter Grundsatz, den der Instrumentalverein Straeten beherzigt. Seit dem Dschungelbuchprojekt vor Jahren ist eine immer engere Kooperation mit der örtlichen Grundschule eingegangen worden.

Aus der ehemaligen „Instrumentenkunde” sind heute vielfältige Gemeinschaftsaufgaben im Fach Musik erwachsen. Wer will, kann schon vom ersten Schuljahr an Flötenunterricht bekommen, den Friedel Thevishen erteilt, der als ehemaliger Verkehrspolizist ein gutes pädagogisches Händchen für Kinder hat. Inzwischen kommt ihm dabei auch noch seine Oparolle zustatten. Daneben gibt es die von ihm geführte Musik-AG.

Von ihren Leistungen konnte man sich beim Adventskonzert in der Kirche staunenswert überzeugen. Jahr um Jahr geht der Verein in die Schule, um nicht nur aus Eigennutz für musikalische Förderung zu sorgen. Nun war wieder ein solcher Einstiegsabend mit Elterninformation über all die Pluspunkte, die eine systematische Früherziehung mit sich bringt.

Andreas Plum und Helfer legten dazu ein überzeugendes Konzept vor, das darin gipfelte: Die Schule hat stets Vorrang, was das Üben betrifft. Musizieren fördert und mobilisiert so ziemlich alle menschlichen Kräfte. Es verschafft Muse und Muße, der bei Dauerstress erhöhte Bedeutung zukommt, steigert die Intelligenz, fördert die Konzentration, dient der Gemeinschaft und Kommunikation usf.

Thevishen berichtete von seiner Tochter, die in Amerika sofort mit ihrer Oboe in der Bevölkerung Anschluss gefunden und heute in Augsburg keinerlei Schwierigkeiten habe, sich „heimisch” zu fühlen.

Das Musizieren bedeutet also echte Lebenshilfe, die nicht auf den Geburtsort beschränkt bleibt. Auch Untersuchungen haben ergeben, dass Musiker sich überall schneller zurecht finden und, statt der Isolierung zu verfallen, durch die Musik zu echten Sozialwesen gemacht werden, die im Übrigen auch geschützt sind vor „Untugenden” aller Art. Damit bestätigt sich die Volksweisheit: Wo gesungen, lass dich fröhlich nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Rasch fand man im Verein von der Theorie zur Praxis.

Die Kleinen konnten unmittelbar danach ihre Lieblingsinstrumente „erleben”. Das Ausbildungsorchester hatte Probe, und die Kleinen bekamen die Instrumente schon zum Anfassen und Ausprobieren. Ohne Druck spielerisch lernen, stand methodisch dahinter.

Zwischen den fortgeschrittenen Musikern zu sitzen und sie zu hören, wie sie an dem Abend Music from Titanic oder Magnificence Christmas intonierten, mit Unterstützung von Eltern und Großeltern, faszinierte sie so, das es disziplinarisch absolut keine Schwierigkeiten gab. So erlebten sie den Verein auch als Großfamilie, in dem alle Alters- und Berufsgruppen einträchtig zusammen sind.

Dass auch ein von vielen Jugendlichen verantwortlich mitgetragenes Ausbildungs- und Nachwuchskonzept für den Verein nicht immer nur glänzendes „Gold” bringt, wie Vorsitzender Christoph Johnen betonte, versteht sich von selbst.

Auch in Straeten wird nur mit Wasser gekocht. Das führt aber nicht zu Enttäuschungen mit lähmender, ratloser Resignation. Die kann sich heute kein Verein leisten.
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