Musik gleitet fließend durch den Raum

Von: Pia Wilbrand
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Diese Künstlerinnen und Künstler der Gruppe „Pro Arte” lieferten ihre Beiträge zum Kaleidoskop der Sinne in der Erkelenzer Leonhardskapelle. Foto: Koenigs

Erkelenz. In der Leonhardskapelle herrscht eine friedliche Ruhe. Nur der Klang von Cello und Klavier ist zu hören. Wie Flügelschwingen gleitet die Musik durch den Raum, es herrscht eine beinah meditative Stimmung. Viele der etwa 120 Besucher haben die Augen geschlossen, während die Musiker Kaan Cevahir und Gero Stoffels den Beitrag des Fotografen Georg Kovac aus Erkelenz musikalisch interpretieren.

Zum dritten Mal organisierte ProArte, Kunstförderkreis Niederrhein, das „Kaleidoskop der Sinne”. Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach, in seiner Wirkung dafür um so eindrucksvoller. Elf Künstler stellten im Vorfeld je ein Werk zur Verfügung. Zu finden waren darunter Gemälde, Collage-, Glaskunst- und Montagearbeiten sowie Skulpturen und Fotografie.

Ohne den Titel oder den Schöpfer zu kennen fasste das Duo „du 90¡” dazu seine Eindrücke und Empfindungen in Eigenkompositionen in zwei bis dreiminütigen Stücken zusammen. „Die Musiker haben selber viel Mühe in diese Arbeit gesteckt. Zu allen Werken haben sie selber die Noten geschrieben”, lobte Beate Bündgen, Vorsitzende von ProArte, das Engagement der beiden 21-Jährigen und die sehr gut durchdachte Dramaturgie der Stücke.

Zum Dreiklang der Sinne trugen dann sechs Autoren bei. Jeder verfasste zu zwei Ausstellungsstücken einen Text. Die verschiedenen Künstler sprachen die Mitglieder von ProArte auf Ausstellungen an und zwei von ihnen, Mahssa Askari, Ruben Smulczynski und Andreas Neiken suchten und fanden sie in der Kunstakademie Düsseldorf und Mönchengladbach. „Es sind vor allem die jungen Künstler, also der Nachwuchs, den wir fördern wollen”, so die Intention von ProArte. Deshalb stellte sich die Künstlergruppe als sehr heterogen dar.

Die jüngste Autorin war mit 18 Jahren die Wassenberger Schülerin Lale Dalz. Sie hatte mit der textlichen Interpretation der Glasskulptur von Gert Paulußen aus Mönchengladbach eine der anspruchsvollsten Aufgaben bekommen und überraschte das Publikum mit einem sehr persönlichen, klugen Text über ihre Interpretation des Werkes.

Sie sah in der Glasspirale eine Metapher des Lebensweg, ohne ein sicheres Ende. Als „Gläserne Gedankenspirale” bezeichnete sie das Objekt und gestand sich und den Zuhörern ihre eigene, nachdenkliche, zum Grübeln tendierende Seite ein. „Gert Paulußen hat mir im Nachhinein noch gesagt, dass er das Werk genau so gemeint hat und war ganz begeistert vom Text.”, so Beate Bündgen.

Besonders viel Applaus gab es auch für das von Willi Arlt geschriebene Theaterstück „Warten auf...”, das von den Schauspielern der „Nysterbachbühne” Erwin Bethke und Eugen Symanski aufgeführt wurde. Obwohl zwischen den einzelnen Künstlern keinerlei Absprache bestand, entdeckte man zwischen den Musikstücken und Texten Ähnlichkeiten im Thema.

So weckte die Komposition zum Gemälde der Schülerin Alexandra Lorsen die Sehnsucht nach Fernost, auch ein Hauch von Abenteuerlust war zu verspüren. Ruth Möbius Hanssen verfasste dazu eine bewegende Geschichte, die an das Massaker 1989 auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking angelehnt war.

„Wahrscheinlich gibt es Bilder, die bei allen bestimmte Gefühle rüberbringen”, erklärte Beate Bündgen solche Übereinstimmungen. Dass viele Werke aber bei Musikern, Autoren und den Gästen auch ganz unterschiedliche Assoziationen hervorriefen zeigt, dass Kunst eine sehr subjektive und persönliche Seite der Menschen anspricht -und begründet damit vielleicht auch den Erfolg vom „Kaleidoskop der Sinne”.
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