Museumsbesucher erleben „Morgen der Erkenntnis”

Von: susch
Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. Ein „Morgen der Erkenntnis” - so der Titel der Konfrontation - war den Besuchern im Heinsberger Kreismuseum vergönnt, als sie zur Eröffnung der Ausstellung „The-Biro-Limited-Edition” gekommen waren. Sie gehört zur vierten Kunstaktion aus dem fünfteiligen Projekt „Art meets economy” (Kunst trifft Wirtschaft) der Venloer Künstlerin Ursula Pahnke-Felder.

In jedem Jahrhundert gebe es Gegenstände, die nicht nur Zeitzeichen, sondern auch Wegbereiter für eine weitere Entwicklung seien, so Ursula Pahnke-Felder.

Das Objekt, das im Blickpunkt steht, ist ein normaler handelsüblicher Kugelschreiber. Das Kreismuseum zeigt in einer Auswahl von 26 Kunstwerken von ebenso vielen Künstlern aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz Assoziationen zu diesem Alltagsgegenstand.

Die Exponate tragen Titel wie „bic-chic”, „Denk-Hilfe”, „roll On”, „de inktvleck”, um nur einige zu nennen, und kreisen damit alle um den Biro, benannt nach seinem ungarischen Erfinder László József Biró.

Pahnke-Felder sagte, der Biro sei jahrelang verschmäht worden und erst im zweiten Anlauf, durch den Einsatz an der Front, zu einem Hit und heute zu einem nicht mehr wegzudenkenden Gegenstand geworden, „den wir alle in unzähligen Formen und Farben in unseren Taschen herumtragen.” Kein Computer habe das geändert, nirgends auf der ganzen Welt.

„Was war wirklich wichtig und wurde diese Erfindung über den ganzen Globus hinweg von Jung und Alt benutzt?” Diese Frage führte die Initiatorin zur Idee ihres Kunstprojekts. 2001 startete Ursula Pahnke-Felder mit „the-t-shirt-company” und widmete dem T-Shirt ihr erstes Projekt.

Es folgte „the-bag-incorporation” mit der Einkaufstasche als Werbeplakat schlechthin, „the-bathing-cap-society” mit der Badehaube als Inbegriff für die weltweite Integration des Badezimmers in die Etagenwohnung und jetzt „the-biro-limited-edition” mit vielfältigen künstlerischen Reflexionen über ein berühmtes und doch so alltägliches Schreibwerkzeug, den Kugelschreiber.

Damit dokumentieren die Exponate - allesamt im Stile der Pop-Art - ein Stück Kunst- und Sozialgeschichte. Welches Objekt wird wohl als nächstes neu strukturiert und vermittelt damit dem Betrachter ein neues „Seh-Erlebnis”? Den Webauftritt für die Ausschreibung ihres fünften und letzten Projekts hat die Künstlerin bereits vorbereitet.

Eröffnet wurde die Ausstellung von Dr. Rita Müllejans-Dickmann, der Leiterin des Kreismuseums. Sie schätzte es sehr, dass sich das Museum dank der „Biro-Limited-Edition” eines überregionalen Interesses erfreue und dankte Ursula Pahnke-Felder für ihre Professionalität bei Planung und Durchführung der Ausstellung. Den Besuchern wünschte sie viel Spaß bei der Konfrontation mit dem in Kunst gesetzten „banalen” Objekt des Kugelschreibers.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert