Mütter sollen beim Einkauf stillen können

Von: Anna Petra Thomas
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Heinz-Gerd Schröders präsent
Heinz-Gerd Schröders präsentierte beim „Jour Fixe” des Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsvereins die Idee für das „babyfreundliche Geschäft”. Muster-Türschild und Stillkissen hatte er gleich mitgebracht. Teri Denise Alhorn Luke probierte es aus. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. In seinem Engagement, ein „babyfreundliches Krankenhaus” nach den Bestimmungen von WHO und Unicef zu sein, lässt das städtische Krankenhaus in Heinsberg nicht nach.

So ist die von Chefarzt Dr. Uwe Käschel im Heinsberger Krankenhaus geleitete Geburtsklinik mit mehr als 700 Geburten pro Jahr nicht nur die größte geburtshilfliche Fachabteilung im Kreis Heinsberg und auch überregional eine der großen ohne unmittelbaren Anschluss einer Kinderklinik. Erst im vergangenen Jahr hat die Geburtsklinik zudem an der Stiftsstraße die Heinsberger Babypraxis eingerichtet, wo sie ein vielfältiges Angebot rund um Schwangerschaft, Geburt und Babybetreuung vorhält.

Und jetzt überraschte Geschäftsführer Heinz-Gerd Schröders die Teilnehmer am monatlichen Treffen des Heinsberger und Gewerbevereins (G&V), dem sogenannten Jour fix, im Hotel Corsten mit einer neuen Idee: Die Heinsberger Babypraxis will den Mitgliedern des G&V dabei helfen, sich künftig als „babyfreundliches Geschäft” zu präsentieren.

„In unserer Geburtsklinik und in unserer Babypraxis stehen ausgebildete Still- und Laktationsberaterinnen den Müttern hilfsbereit und liebevoll zur Seite und zeigen ihnen den Weg in eine unbeschwerte und zufriedenstellende Stillzeit”, so Schröders. Die Idee, dass „Babyfreundliche Geschäfte” in der Heinsberger Innenstadt Müttern nach der Entlassung aus der Klinik in angenehmer Atmosphäre einen Platz zum Stillen bieten könnten, ergebe sich da quasi von alleine, erklärte er. Die beteiligten Geschäfte hätten zudem für sich den Vorteil, sich als familienfreundliches Unternehmen präsentieren zu können.

Das Konzept für das babyfreundliche Geschäft präsentierte der Krankenhaus-Geschäftsführer bereits fertig ausgearbeitet. Qualitätskriterien für ein an der Aktion beteiligtes Geschäfts sind demnach eine Sitzgelegenheit inklusive Stillkissen in einem vor Einblicken geschützten Bereich des Geschäfts. Erforderlich ist zudem das zum Thema Stillen geschulte Personal und, eigentlich selbstverständlich, die Sauberkeit des Stillplatzes. Wenn diese vier Kriterien erfüllt sind, kann das an der Aktion beteiligte Geschäft ein kleines Schild an seiner Tür anbringen und erhält eine Urkunde.

Nicht nur diese hatte Schröders gleich mitgebracht, sondern auch ein Stillkissen, das jedem beteiligten Geschäft vom Krankenhaus kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, inklusive zweier waschbarer Bezüge. Mehr noch: Auch die Schulung für das Personal führen die Still- und Laktaktionsberaterinnen der Geburtsklinik ohne zusätzliche Kosten für das beteiligte Geschäft durch.

Die 15 Teilnehmer des „Jour fix” zeigten sich angetan von der neuen Idee. Das Krankenhaus will jetzt alle Mitglieder des G&V in einem Schreiben noch einmal ausführlich über seine neue Initiative informieren.

Alle Geschäfte, die sich an der Aktion beteiligen, sollen bei einer Neuauflage auch in der Broschüre der Heinsberger Babypraxis genannt werden.

122 deutsche Kliniken sind beteiligt

Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization - WHO) und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (The United Nations Childrens Fund - Unicef) haben sich zum Ziel gesetzt, die erste Lebensphase eines Neugeborenen besonders zu schützen. Mit der gemeinsamen Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus” haben sie ein Betreuungskonzept entwickelt, dem sich weltweit bereits 20.000 Geburtskliniken angeschlossen haben. In Deutschland sind bereits 122 Geburts- und Kinderkliniken Mitglied der Initiative, darunter befindet sich auch das städtische Krankenhaus in Heinsberg.
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