Momente der Zufriedenheit im fernen Burundi

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Norbert Schmitz hat sich auf seine Fahrt mit Pfarrer Klaus Buyel auf den schwarzen Kontinent gewissenhaft vorbereitet. Seine handwerklichen Fähigkeiten stehen dort ganz hoch im Kurs. Foto: Günter Passage

Wegberg. Sechs Jahre lang, von 1980 bis 1986, hat Klaus Buyel als Missionar im zentral afrikanischen Burundi gewirkt. Nachhaltig geprägt von dieser Zeit, hat der Seelsorger auch später, nachdem er wieder als Geistlicher in Deutschland wirkte, seine ehemaligen Wirkungsstätten und schon gar nicht die dort lebenden Menschen vergessen.

Seitdem hat es sich Klaus Buyel zur Lebensaufgabe gemacht, die Menschen in dem bitterarmen Land auch weiterhin zu unterstützen. Seit der vergangenen Woche befinden sich Pfarrer Klaus Buyel und Norbert Schmitz in Burundi. Bereits in diesen Tagen sind beide mit einheimischen Helfern auf dem Weg nach Dar es Salaam, um im dortigen Hafen die von Buyel auf dem Seeweg nach Afrika transportierten Pkw entgegenzunehmen und diese auf einer einwöchigen Reise nach Burundi zu überführen.

In seinen Predigten spricht Buyel, der gleichzeitig die Pfarreien in Wildenrath und Arsbeck betreut, nicht nur von Nächstenliebe - er praktiziert sie auch. Einmal jährlich reist der Geistliche an seine ehemalige afrikanische Wirkungsstätte, zu der er jeden Mal von freiwilligen Helfern begleitet wird, die die Projekte Buyels ehrenamtlich unterstützen. Trotz der Abwesenheiut von Pfarrer Klaus Buyel bleiben die Pfarreien Wildenrath und Arsbeck nicht verwaist. In diesem Jahr ist es mit Abbé Methode ein Geistlicher aus Burundi, der den angestammten Pastor während seiner Abwesenheit vertritt.

Neben seiner Tätigkeit als Seelsorger aber ist Klaus Buyel bemüht, das ganze Jahr über Hilfsgüter zusammenzutragen, mit denen er die Menschen in Zentralafrika unterstützt. Zu seinen Hauptaufgaben gehört das Beschaffen von preisgünstigen Fahrzeugen, die, auf die Beschaffenheit des afrikanischen Straßennetzes ausgerichtet, auf dem Seeweg nach Dar es Salaam in Tansania befördert werden. Diese Fahrzeuge, allesamt voll bepackt mit Hilfsgütern aller Art, werden dann von Klaus Buyel und seinen Helfern über eine Strecke von nahezu 2500 Kilometern über Sandpisten und unwegsames Gelände nach Burundi überführt.

Einer, der nun zum sechsten mal als Buyels Begleitperson nach Zentralafrika reist, ist der Wildenrather Norbert Schmitz. Bereits heute werden sich der Geistliche und Norbert Schmitz von Brüssel aus auf den acht Stunden dauernden Flug nach Bujumbura, der burundischen Hauptstadt, begeben. Der gelernte Energiegeräte-Elektroniker, der gleichzeitig als hauptberuflicher Feuerwehrmann ausgebildeter Rettungsassistent ist, verfügt über sehr hohe handwerkliche Fähigkeiten und ist daher wie geschaffen für die in Burundi anfallenden Tätigkeiten.

Doch nicht wie zuvor vier Wochen, bleibt Norbert Schmitz diesmal nur drei Wochen in dem afrikanischen Land - wird dessen Sohn Florian doch Mitte August eingeschult, was der Vater auf keinen Fall verpassen möchte. Nach einer sehr kurzen Aklimatisierungsphase in Bujumbura werden Klaus Buyel und sein Team schnell nach Dar es Salaam aufbrechen, um die im dortigen Hafen angelangten Fahrzeuge nach Burundi zu überführen. „Auf der rund 2500 Kilometer langen Rückreise werden wir allabendlich Missionsstationen anfahren, wo wir übernachten,” sagt Buyel.

Gleichzeitig erhalten die dort lebenden Menschen jeweils einen Teil dieser Hilfsgüter, die sie sehnsuchtsvoll erwarten. Gut eine Woche dauert die Reise, bis der Konvoi Bujumbura, die Hauptstadt Burundis, erreicht hat. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich nun die Nachricht, dass Abb Klaus mit seinem Helfer wieder in Bujumbura weilt. In diesen Tagen ist Norbert Schmitz gefordert.

Mit allen möglichen Aufgaben wird der 39-Jährige in diesen Tage konfrontiert. Mit handwerklichem Geschick ist er meistens in der Lage, die anfallenden Reparaturen zur vollsten Zufriedenheit der Menschen zu erledigen. „Ruhe”, sagt der Wildenrather, „werde ich kaum haben”.

Zu vielfältig sind die Aufgaben, die er in den wenigen Tagen zu erledigen hat. „Wenn ich aber sehe, dass die Menschen, denen ich helfen konnte, zufrieden und glücklich sind, erfüllen mich diese Momente mit Zufriedenheit”.

Im Übrigen ist Norbert Schmitz durch seine Reisen auf den schwarzen Kontinent ausgeglichener geworden und hat einen Großteil des Anspruchsdenkens verloren: „Wenn ich sehe, mit welch bescheidenen Mitteln die Menschen dort leben müssen, fällt es mir nach der Rückkehr aus Afrika jedes Mal schwer, dem neuesten Trend hinterherzulaufen: „Auf diesen Reisen, die ich als Arbeitsurlaub betrachte, komme ich zu der Erkenntnis, dass ein Leben mit Luxusgütern und ständig neuer Technik nicht immer das richtige ist”. Das, was Schmitz ständig in Afrika erlebt, bestärkt ihn weiterhin in dem Gedanken, dass ein bescheidenes Leben nur im Einklang mit Zufriedenheit und Glück zu sehen ist.
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